Bahnbrechende Entdeckung für Technik und Medizin

Röntgen-Doppeljubiläum Bahnbrechende Entdeckung für Technik und Medizin

Zweifacher Grund zum Feiern: Vor 175 Jahren wurde Wilhelm Conrad Röntgen geboren - und vor 125 Jahren entdeckte der Physik-Nobelpreisträger die Röntgenstrahlung, die die Diagnostik in der Medizin maßgeblich veränderte. Auch in anderen Wissenschaftsbereichen werden die Strahlen genutzt.

Foto zeigt ein frühes Röntgenbild

Am 8. November 1895 entdeckte Röntgen zufällig die Röntgenstrahlung. Das Foto zeigt eine frühe Röntgenaufname der Hand seiner Frau. 

Foto: imago images/UIG

hätte in diesem Jahr ein Doppeljubiläum gefeiert. Vor 175 Jahren, genauer gesagt am 27. März, wurde er in Remscheid-Lennep geboren. 50 Jahre später entdeckte er am 8. November 1895 im Physikalischen Institut der Universität Würzburg zufällig die X-Strahlung - heute bekannt als Röntgenstrahlung. Diese ermöglichte es zum ersten Mal, ohne Operation in den menschlichen Körper schauen und Knochen abbilden zu können.

Physik-Nobelpreis für die Entdeckung der Röntgenstrahlung

Auch ohne Schulabschluss schaffte Röntgen es, in Zürich sein Diplom als Maschineningenieur abzulegen. Einige Jahre später fand er bei einem Experiment heraus, dass er mit einem seiner entwickelten Apparate den menschlichen Körper durchleuchten konnte und machte so eine bahnbrechende Entdeckung für Technik und Medizin. Röntgen war Professor an verschiedenen Universitäten, darunter auch die Ludwigs-Maximilians-Universität in München. Bei der ersten Nobelpreisverleihung 1901 erhielt er den Nobelpreis für Physik.

Röntgenuntersuchungen werden auch heute noch vielfach in der Diagnostik angewandt. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) lag die geschätzte Zahl der Röntgenanwendungen im Jahr 2016 bei etwa 135 Millionen, also etwa 1,7 pro Einwohner und Jahr.

Es gibt drei Unterscheidung in der Röntgendiagnostik: die Röntgenaufnahmen, die Röntgendurchleuchtungen und Computertomographien. Bei den Röntgenstrahlen handelt es sich um eine beeindruckende und wichtige Erfindung. Nichtsdestotrotz weist das Bundesamt auch auf das Strahlenrisiko hin, das mit jeder Röntgendiagnostik verbunden ist.

Erinnerungsstätten in Würzburg und Remscheid-Lennep

Die Universität Würzburg feiert vom 23. September an mit zahlreichen Veranstaltungen das Doppeljubiläum. Die Entdeckung der Röntgenstrahlen ist auch Anlass für eine Neugestaltung der dortigen Röntgen-Gedächtnisstätte. Hierfür hat eine Projektgruppe der Fakultät Gestaltung der Hochschule Würzburg-Schweinfurt ein modernes Ausstellungskonzept erarbeitet. Dabei stehen nicht nur seine Forschungstätigkeiten und die Röntgentechnik im Vordergrund. Vor allem auch sein Leben und seine Person sollen spürbar werden.

Wer den eigenen Forschergeist entdecken und sich auf die Spuren des Physikers begeben möchte, kann dies im Deutschen Röntgen-Museum in Remscheid-Lennep tun. In der Ausstellung wird nicht nur der Erfinder Röntgen selbst vorgestellt, man findet außerdem auch eine originalgetreue Nachbildung der etwas abenteuerlich anmutenden Apparatur, mit der Röntgen experimentierte und so die Röntgenstrahlung entdeckte. Außerdem kann man die Entwicklungen seit Röntgens Erfindung 1895 nachvollziehen.

Das Museum zeigt, dass die Röntgenstrahlen nach wie vor allgegenwärtig sind und nicht nur in der Medizin zum Einsatz kommen, sondern auch in der Archäologie, der Sicherheitstechnik oder der Arbeit von Kunsthistorikern.

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