"Wir sind nicht machtlos"

RKI-Präsident zur Corona-Pandemie "Wir sind nicht machtlos"

Der enorme Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus lässt sich nach Ansicht des Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Wieler, verlangsamen. Notwendig dafür ist, dass "wir alle die AHA+L-Regeln beherzigen, und zwar konsequent".

Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Professor Lothar Wieler

RKI-Chef Wieler: Deutschland ist bisher vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen - auch weil die Bevölkerung sich an die Regeln hält.

Foto: Markus Schreiber/AFP/Getty Images

Der Präsidenten des Robert Koch-Instituts, Professor Lothar Wieler, ruft dazu auf, Abstands-, Hygieneregeln und Maskenpflichten einzuhalten. "Derzeit haben wir noch die Chance, die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Und jeder und jede kann dazu beitragen", stellte er fest.

Seit Anfang September steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus immer schneller an, an einigen Orten rasant. Die weitere Entwicklung lässt sich nicht abschätzen. "Heute haben wir mit 11.287 Fällen die höchste bisherige Zahl", so Wieler.

Privates Umfeld bedeutsame Ansteckungsquelle

Vor allem die Anzahl der Ausbrüche in privaten Haushalten nahm deutlich zu, zum Beispiel bei großen Feiern im Freundes- und Familienkreis. "Wenn wir uns aber an diese AHA-plus-L-Regeln halten, wenn wir also umsichtig sind, besonders auch in geschlossenen Räumen, dann stecken wir uns weniger an", erklärte Wieler. Das sei eine gute Nachricht, denn so könnten wir viel dazu selber beitragen, Ansteckungen zu verhindern.

AHA steht für: Abstand halten, Hygieneregeln beachten und Alltagsmaske tragen. Für den Aufenthalt in Innenräumen kommt +L hinzu: ausreichend Lüften. Ergänzt werden kann die AHA-Regel um +A, die Nutzung der Corona-Warn-App.  

Gute Strategie zur Pandemie-Bekämpfung

Deutschland ist nach Auffassung des RKI-Präsidenten bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen. Das liege zum einen daran, dass die Bevölkerung die Regeln zur Eindämmung des Virus befolgt. Und es liege daran, dass Deutschland eine gute Strategie hat, die sich bewährt habe und weiterverfolgt werde. Die Strategie beruht auf drei Säulen:

  • Eindämmung des Virus beispielsweise durch Kontaktnachverfolgung und Durchbrechen von Infektionsketten
  • Schutz von gefährdeten Gruppen beispielsweise durch gute Hygienekonzepte in Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern
  • Milderung der Krankheitsverläufe beispielsweise durch besseres Verständnis der Krankheit und bessere therapeutischer Maßnahmen

Weitere Informationen des RKI finden Sie in der aktuellen Risikobewertung für Deutschland.