Kein Kind soll den Anschluss verpassen

Bundesprogramm "Kultur macht stark" Kein Kind soll den Anschluss verpassen

Digitales Lernen statt Präsenzunterricht: Zuletzt konnten manche Schülerinnen und Schüler insbesondere aus sozial benachteiligten Familien nicht immer mit den Anforderungen mithalten. Damit im neuen Schuljahr kein Kind den Anschluss verpasst, gibt es spezielle Bildungsprogramme in den Sommerferien. Der Bund unterstützt das Angebot mit seinem Programm "Kultur macht stark".

Schülerinnen und Schüler sitzen in einem Klassenraum mit Abstand zueinander.

Der Kontakt zur Klasse ist wichtig fürs Lernen.

Foto: picture alliance/dpa/Arne Dedert

Süderbrarup an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins: In der Gemeinschaftsschule des Ortes in der Nähe von Flensburg herrscht auch in der ersten Woche der Sommerferien noch Betrieb. 34 Schülerinnen und Schüler haben sich dafür entschieden, Deutsch oder Mathe zu pauken, anstatt zuhause oder im Urlaub die Ferien zu genießen.

Damit wollen sie aufholen, was sie in Zeiten des Homeschoolings an Unterrichtsstoff noch nicht ausreichend verstanden haben. "Der unmittelbare Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen ist für den Lernerfolg schon sehr wichtig", sagt Lehrerin Inke Witt.

Bund fördert außerschulische Projekte

Die Pädagogin organisiert an ihrer Schule die Lernwoche in den Sommerferien. Die Gemeinschaftsschule Süderbrarup nimmt damit an dem Programm "Lernsommer.SH" teil. Fünf Millionen Euro investiert das Land Schleswig-Holstein in zusätzliches Unterrichtsangebot. Das Hauptaugenmerk liegt auf den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Englisch.

Der Bund begleitet Bildungsangebote wie dieses mit seinem Programm "Kultur macht stark". Schulen erhalten dabei die Möglichkeit, außerschulische Projekte an verschiedenen Lernorten zu gestalten. Die Angebote reichen von Puppenspiel, über Workshops im Zeichnen und der Tonarbeit bis hin zum Selbstbau von Musikinstrumenten. Das Programm umfasst aber auch weitere kreative Tätigkeiten, beispielsweise Filme drehen, Graffitis sprühen oder Computerspiele entwickeln.   

"Talent-Camps" als Teil des Bundesprogramms

Auch die Gemeinschaftsschule Süderbrarup hat das Programm "Kultur macht stark" schon in Anspruch genommen. In mehreren "Talent-Camps" konnten sich die Kinder und Jugendlichen beim Töpfern, Nähen, oder beim freien handwerklichen Gestalten ausprobieren. "Das ist ein gutes Angebot, weil es gerade auch darum geht, die Schülerinnen und Schüler einmal abseits des klassischen Unterrichts zu fördern", so Lehrerin Inke Witt.  

Hilfe für benachteiligte Kinder

Mit "Kultur macht stark" will der Bund insbesondere Kinder und Jugendliche aus benachteiligten Elternhäusern unterstützen und ihre Lernmotivation steigern – gerade in Zeiten der Corona-Pandemie. Das hebt auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hervo: "Wir müssen in den nächsten Wochen besonders auf die Kinder und Jugendlichen achten, die in einem Elternhaus mit erschwerten sozialen und finanziellen Bedingungen aufwachsen und deshalb beim Lernen nicht so gut unterstützt werden konnten"

Gelungene Kooperation von Bund und Ländern

Beim "Lernsommer. SH“"machen knapp 150 Schulen mit. Die Kombination von der zusätzlichen Vermittlung des Unterrichtsstoffs und außerschulischen Projekten ist für die Bundesbildungsministerin auch ein wichtiges politisches Signal. Es handele sich um ein "Beispiel einer guten Kooperation zwischen Bund und Ländern in diesen schwierigen Zeiten der Pandemie". Auch an der Gemeinschaftsschule Süderbrarup ist man mit der Resonanz zufrieden. Wobei sich die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte sicher auch auf die freie Zeit in den Sommerferien freuen. Der Ostseestrand liegt in unmittelbarer Nähe.       

Mit dem Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" fördert das Bundesbildungsministerium seit 2013 bundesweit außerschulische Projekte der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Die Projekte werden von lokalen Bündnissen für Bildung durchgeführt. Von 2013 bis 2017 stellte das Bildungsministerium für das Programm 230 Millionen Euro bereit. Für den Zeitraum 2018 bis 2022 stehen weitere 250 Millionen Euro zur Verfügung.     

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