Zusammenarbeit mit Katar vertiefen

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Pressekonferenz des Bundeskanzlers in Doha Zusammenarbeit mit Katar vertiefen

Deutschland und Katar wollen ihre Partnerschaft weiterentwickeln. Das hat Bundeskanzler Merz nach Gesprächen mit dem Emir von Katar in Doha deutlich gemacht. Dabei ging es um wirtschaftliche Themen, kulturellen Austausch und die Stabilität in der Region am Golf.

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Donnerstag, 5. Februar 2026
Kanzler Merz mit dem Emir von Katar, Tamim bin Hamad Al Thani

Deutschland und Katar wollen auch in den Bemühungen um Stabilität in der Region zusammenarbeiten, so Kanzler Merz.

Foto: Bundesregierun/Guido Bergmann

In Katar, der zweiten Station seiner Reise an den Golf, hat Bundeskanzler Friedrich Merz Scheich Tamim bin Hamad Al-Thani zu Gesprächen getroffen. Mit Katar pflege Deutschland eine sehr starke Zusammenarbeit, nicht nur wirtschaftlich. 

Das Land mit ungefähr drei Millionen Einwohnern spiele aber auch politisch eine wichtige Rolle, so der Kanzler. Der Emir habe sich immer wieder als Vermittler bewiesen und eine sehr konstruktive Rolle gespielt. Er werde im Juli einer Einladung von Bundeskanzler Merz folgen und zu einem offiziellen Besuch nach Berlin kommen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bilaterale Beziehungen: Katar ist an einer Reihe von Unternehmen in Deutschland beteiligt. Auch deutsche Unternehmen machen gute Geschäfte in dem Land, so der Kanzler. Die wirtschaftliche Zusammenarbeit solle vertieft werden. Zudem bezieht Deutschland seit einigen Jahren Flüssiggas aus Katar – ein Beitrag zur Reduzierung von Abhängigkeiten und einer zuverlässigen Energieversorgung.
  • Kultureller Austausch: Der Kanzler besuchte das Museum für Islamische Kunst in Katar, das eng mit dem Museum für Islamische Kunst in Berlin zusammenarbeitet. Er lege Wert darauf, im Sport und in der Kultur die Zusammenarbeit zu suchen und zu intensivieren. „Das ist eine Bereicherung für beide Seiten“, betonte Merz.
  • Regionale Stabilität: In den geführten Gesprächen sei große Sorge über eine weitere Eskalation im Konflikt mit dem Iran zum Ausdruck gekommen, so der Kanzler. Die iranischen Luftangriffe vom vergangenen Juni seien in Katar noch sehr präsent. Er rief die iranische Führung noch einmal auf, „jetzt wirklich in Gespräche einzutreten, die Aggressionen zu beenden, das Atomprogramm zu beenden, wie es international vereinbart ist, und vor allem Länder wie Katar, Jordanien und Israel von weiteren militärischen Bedrohungen zu verschonen.“ Deutschland wolle zu Stabilität in der Region beitragen.

Sehen Sie hier die Pressekonferenz im Video: 

09:24

Video Statement des Bundeskanzlers in Katar

Lesen Sie hier die Mitschrift des Pressestatements: 

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Herzlich willkommen von meiner Seite zu einer kurzen Zwischenbilanz meines Besuches in den Golfstaaten!

Ich bin heute hier in Doha, wie Sie wissen, als zweiter Station. Wir haben sehr gute Gespräche mit der Regierung, mit dem Ministerpräsidenten und mit dem Emir von Katar geführt, mit Emir al-Thani, der mit mir sehr offen auch über die Lage in der gesamten Region gesprochen hat. Wir haben uns intensiv über die bilateralen Beziehungen ausgetauscht. Ich habe ihm erläutert, dass wir in der Europäischen Union darum bemüht sind, auch neue strategische Partnerschaften zu finden, zu stabilisieren, weiterzuentwickeln. Das gilt auch für Deutschland.

Das gilt auch für unsere ohnehin schon sehr starke Zusammenarbeit, die wir mit Katar ja bekanntlich haben. Katar ist an einer ganzen Reihe von Unternehmen in Deutschland beteiligt. Es ist ein sehr verlässlicher Partner.

Obwohl dieses Land nur ungefähr drei Millionen Einwohner hat, spielt es doch auch politisch eine wichtige Rolle. Der Emir von Katar hat sich auch immer wieder als Vermittler bewiesen und eine sehr konstruktive Rolle gespielt. Ich möchte ihm herzlich danken, auch für die Zusammenarbeit, die wir zwischen Deutschland und Katar bis in die letzten Wochen hinein gehabt haben. Ich will nur daran erinnern: Der erste Abschiebeflug nach Afghanistan, den wir als neue Regierung organisiert haben, ist von Katar, von Doha, hier von dieser Stadt aus verhandelt worden. Dafür will ich ganz herzlich danken.

Wir beziehen im Übrigen seit einigen Jahren Flüssiggas aus Katar. Das sind bisher rund zwei Millionen Tonnen im Jahr. Wir wollen das ausbauen, weil wir auf diese Art und Weise auch unsere Abhängigkeiten reduzieren und dafür sorgen, dass wir eine zuverlässige Energieversorgung in Deutschland haben.*

Schließlich: Deutsche Firmen machen gute Geschäfte in Katar. Ich habe ja eine große Wirtschaftsdelegation dabei, die heute parallel zu meinen Begegnungen auch intensive Gespräche geführt hat, um die Zusammenarbeit der Unternehmen zu vertiefen.

Last, but not least: Wir sind hier in einem Museum. Es gibt eine sehr enge Zusammenarbeit zwischen dem Museum für Islamische Kunst in Berlin und Katar. Das ist eine Bereicherung für beide Seiten. Ich lege auf meinen Auslandsbesuchen immer wieder Wert darauf, dass wir im Sport und in der Kultur die Zusammenarbeit suchen und intensivieren, und ich bin sehr dankbar, dass das gelingt und dass ich hier auch auf die Zusammenarbeit zwischen diesem Museum, dem Museum für Islamische Kunst in Katar, und dem Museum für Islamische Kunst in Berlin aufbauen kann. Das ist eine gute Sache.

Schließlich: Ich habe den Emir von Katar eingeladen, nach Berlin zu kommen. Er wird im Juli einen offiziellen Besuch in Berlin machen. Ich freue mich sehr darüber, dass er die Einladung angenommen hat und dass wir auch auf diese Art und Weise zeigen, dass wir unsere Partnerschaft zwischen Katar und Deutschland vertiefen wollen.

Ein letztes Wort: Diese Region hier ist eine Region, die immer wieder auch nach politischer Stabilität sucht. Der Emir von Katar spielt dabei eine sehr wichtige Rolle. Gleichwohl ist in all meinen Gesprächen gestern und auch heute hier große Sorge über eine weitere Eskalation im Konflikt mit dem Iran zum Ausdruck gekommen. Die iranischen Luftangriffe vom letzten Juni sind hier noch sehr präsent, und wir alle haben diese Angriffe scharf verurteilt, auch ich im letzten Jahr. Ich will auch von dieser Seite aus die iranische Führung noch einmal aufrufen, jetzt wirklich in Gespräche einzutreten, die Aggressionen zu beenden, das Atomprogramm zu beenden, wie es international vereinbart ist, und vor allem Länder wie Katar, Jordanien und Israel von weiteren militärischen Bedrohungen zu verschonen. Es wäre gut, wenn dies in den nächsten Tagen auch mit der Beteiligung der amerikanischen Beauftragten für die Gespräche gelingen könnte. Ich will jedenfalls aus meiner Sicht jeden Beitrag zur Deeskalation leisten und mit diesen Ländern wie auch anderen dazu beitragen, dass wir Stabilität in der Region haben.

Der Emir von Katar, der Ministerpräsident, wir waren uns einig: Konflikte wie der Krieg in der Ukraine und wie der Konflikt in der Region betreffen uns alle. Sie betreffen auch Deutschland. Deswegen ist es wichtig, dass wir neben der guten wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch die intensive politische Zusammenarbeit suchen, damit wir gemeinsam dafür sorgen können, dass Konflikte auf dieser Welt eingedämmt und möglichst auch beendet werden.

Vielen Dank.

*Anmerkung zu den Flüssiggas-Lieferungen nach Deutschland: Seit einigen Jahren liegt ein Vertrag über den Bezug von jährlich zwei Millionen Tonnen Flüssiggas aus Katar vor; der Vertrag sieht Lieferungen ab 2026 vor. Diese verzögern sich wegen der späteren Inbetriebnahme des LNG-Terminals in Brunsbüttel und werden voraussichtlich 2027 beginnen.