Hinter der Maske ist ein Mensch

Polizei und Rettungskräfte Hinter der Maske ist ein Mensch

Etwa 1,7 Millionen Polizei- und Rettungskräfte gibt es in Deutschland. Ihr Arbeitsalltag ist durch die Pandemie nicht einfacher geworden. Eine neue Kampagne des Bundesinnenministeriums stellt die Menschen hinter der Uniform vor und zeigt, dass die aktuelle Situation auch an ihnen nicht spurlos vorbeigeht.

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Video Schutz geht nur gemeinsam

Sie setzen sich für die Menschen in Deutschland ein, teilweise riskieren sie dabei sogar ihr Leben. Polizei und Rettungskräfte sind eine wichtige Stütze für die Gesellschaft, weil sie immer helfen und immer da sind. Die Corona-Pandemie hat auch Einfluss auf ihren Berufsalltag und ihr Arbeiten. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufen kann hier kein Homeoffice gemacht und kein Abstand gehalten werden.

In einer neuen Kampagne des Bundesinnenministeriums finden diejenigen Gehör, die für uns alle jeden Tag im Einsatz sind – weiterhin mit Leidenschaft und Pflichtbewusstsein, aber jetzt auch mit Maske: Polizei und Rettungskräfte.  Hier äußern sich stellvertretend Vertreter aus diesen Berufsgruppen:

Viviane Wagenknecht, Bundespolizistin

„Manchmal habe ich das Gefühl, es wird vergessen, dass hinter der Maske auch nur ein Mensch steckt.“

Bundespolizistin mit FFP2-Maske

„Der Respekt gegenüber der Polizei nimmt immer mehr ab. Während Corona hat sich das noch verstärkt. Man merkt: Wir sind der Prellbock“, so Bundespolizistin Viviane Wagenknecht.

Foto: Bundesregierung

Für Viviane hat die Pandemie einiges verändert, sowohl beruflich als auch privat. Wie für alle berufstätigen Eltern ist die Kinderbetreuung gerade nur schwer zu meistern, vor allem wenn die Großeltern Teil der Risikogruppe sind. Ihren Arbeitsalltag verbringt Viviane momentan insbesondere mit der Kontrolle von Abstandsregeln und der Maskenpflicht. Den Unmut über die Maßnahmen kann sie nachvollziehen, niemand trage gerne Maske. Trotzdem sollten jetzt alle mitmachen, damit die Pandemie schneller unter Kontrolle gebracht werden kann. Das spart Zeit und Nerven, die momentan dringend benötigt werden. Viviane hofft daher auf mehr Verständnis für sich und ihre Kolleginnen und Kollegen.

Sabrina Woelffling, Feuerwehrfrau

„Wir werden die Pandemie nicht als Einzelkämpfer durchstehen. Die Maßnahmen sind für alle einschneidend, doch da müssen wir jetzt durch, wenn wir den Einschränkungen bald ein Ende setzen wollen.“

Feuerwehrfrau mit Maske

Durch die Corona-Maßnahmen sei das Miteinander schwieriger geworden, auch bei Einsätzen - so Feuerwehrfrau Sabrina Woelffling.

Foto: Bundesregierung

Auf der Wache verbringen Sabrina und ihr Team 12- oder 24-Stunden-Schichten zusammen, sie fühlen sich daher wie eine Familie. „Wir machen Sport, kochen und essen zusammen, teilen uns einen Schlafraum, fahren Einsätze und verarbeiten diese hinterher gemeinsam. Das schweißt zusammen und macht die Feuerwehr so einzigartig.“ Durch die Corona-Maßnahmen ist das Miteinander schwieriger geworden, auch bei den Einsätzen. Was früher Hand in Hand gemeistert wurde, muss nun zusätzlich mit einer großen Portion Distanz geschafft werden. Da ist es besonders enttäuschend, wenn einige sich noch immer nicht an die Regeln halten: „Es macht mich traurig zu sehen, wie leichtsinnig viele Menschen noch immer mit dieser heiklen Situation umgehen. Als wäre die eigene Bequemlichkeit wichtiger als das Überleben anderer.“

Manuel Wilm, Notfallsanitäter

„Corona kann alle treffen. Nicht nur ältere, sondern auch junge und sportlich aktive Menschen. Bei unseren Einsätzen habe ich immer im Hinterkopf, dass es mich auch erwischen könnte.“

Notfallsanitäter mit Maske

Hofft auf Einsicht und Rücksicht in der Gesellschaft: Notfallsanitäter Manuel Wilm.

Foto: Bundesregierung

Seit 20 Jahren arbeitet Manuel als Notfallsanitäter. In der Pandemie ist sein Job wichtiger denn je, das weiß er. Auch wenn seine Schichten heute körperlich und mental anstrengender sind als vor Beginn der Pandemie, lässt er sich nicht entmutigen. Er liebt seinen Beruf und nimmt die Risiken, die seine Arbeit mit sich bringen, in Kauf, um Leben zu retten. Gerade deshalb hofft er auf mehr Einsicht und Rücksicht in der Gesellschaft: „Corona kann alle treffen. Nicht nur ältere, sondern auch junge und sportlich aktive Menschen. Bei unseren Einsätzen habe ich immer im Hinterkopf, dass es mich auch erwischen könnte.“

Fabienne Gentner, THW-Helferin

„Vor Weihnachten haben wir in kürzester Zeit eine Corona-Teststation aufgebaut. Da war die Wertschätzung in der Bevölkerung besonders groß. Man merkt schon, dass die Bevölkerung die Pandemie ernst nimmt und alle mitarbeiten, damit sie bald endet.“

THW-Helferin mit Maske

Die Arbeit beim Technischen Hilfswerk habe sich seit Corona verändert, so Fabienne Gentner. Aktuell stehen der Transport von Masken und Hygienemitteln oder der Aufbau von Impfstationen im Fokus.

Foto: Bundesregierung

Die ehrenamtliche Arbeit beim Technischen Hilfswerk hat sich seit Corona verändert. Fabienne und ihre Teammitglieder werden jetzt meist auf Transportfahrten eingesetzt, holen Masken und Hygienemittel oder bauen Impfstationen mit auf. Die körperliche Arbeit ist durch die Maskenpflicht anstrengender geworden und das Team muss bei der Arbeit auch untereinander darauf achten, Abstand zu halten. Das erschwert vor allem ihre Tätigkeit im Katastrophenschutz, wenn gemeinsam angepackt werden muss. Fabienne schätzt dafür das achtsame und kollegiale Miteinander beim THW umso mehr: „Wir gehen als gutes Vorbild voran und halten uns strikt an die Maßnahmen. Hoffentlich inspiriert das auch andere dazu, sich in dieser schwierigen Zeit solidarisch zu verhalten.“