Plastikmüll bekämpfen

Umweltschutz Plastikmüll bekämpfen

Weltweit machen Kunststoffe rund 85 Prozent der Meeresabfälle aus. Anlass genug, um den Kampf gegen Verpackungsmüll aufzunehmen. In der EU gibt es nun Pläne, Einwegplastikartikel zu verbieten. Auch die Bundesregierung will Kunststoffabfälle mehr und mehr vermeiden.

Fisch schwimmt unter einer Schicht von Plastikmüll

Weltweit machen Kunststoffe rund 85 Prozent der Meeresabfälle aus.

Foto: mauritius images

Nach Vorschlag der EU-Kommission sollen bis 2021 Kunststoffprodukte, für die bereits Alternativen in anderen Materialien verfügbar sind, vom europäischen Markt verschwinden. Hierzu zählen zum Beispiel Wattestäbchen, Plastikgeschirr und Trinkhalme.

Dieses Vorhaben findet auch Unterstützung bei den EU-Parlamentariern. Nach ihren Wünschen sollen sogar weitere Produkte wie leichte Einkaufstüten und geschäumte Polystyrol-Einwegbehälter, die etwa in Fast-Food-Restaurants verwendet werden, unter das Verbot fallen. Die Recyclingquote für Plastikflaschen soll bis 2025 auf 90 Prozent steigen.

Verpackungsgesetz 2019: Recyclingquoten erhöhen

Auch die Bundesregierung nimmt den Kampf gegen Plastik auf. Im Sinne der Umwelt gehören Vermeidung und Recycling von Kunststoffabfälle zu den obersten Zielen. Anfang 2019 tritt dazu das neue Verpackungsgesetz in Kraft. "Bis jetzt wird ungefähr 36 Prozent des Plastiks wieder recycelt und wir setzen das jetzt hoch auf 60 Prozent, das reicht mir aber immer noch nicht", sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze.

Das Gesetz erhöht die Recyclingquoten und verbessert die Sammlung von Kunststoffabfällen. Das Recycling von Kunststoffverpackungen im dualen System soll damit von heute 36 auf 63 Prozent bis zum Jahr 2022 ansteigen. Dank einer Vereinbarung zwischen Bundesumweltministerium und dem Handel ist der Verbrauch von Plastiktüten bereits zurückgegangen.

Mikroplastik verringern

Zudem arbeitet die Bundesregierung mit der Industrie daran, den Anteil an Mikroplastik zu verringern. Erste Erfolge wurden bereits erreicht: Bei Peelings und anderen Kosmetika verzichten die Hersteller auf das Material und setzen stattdessen Walnussmehl oder Mandelkleie ein.

Meere vor Vermüllung schützen

Der Schutz der Meere ist der Bundesregierung ein wichtiges Anliegen. Deshalb ist auch im Koalitionsvertrag erneut festgelegt, den Schutz der Meere vor Vermüllung zu verbessern. Zudem hat sich die Bundesregierung 2017 mit ihren G20-Partnern in einem G20-Aktionsplan gegen Meeresmüll verpflichtet, den Eintrag von Abfällen ins Meer, in Flüssen oder Abwässer zu verringern.