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Energiewende

Ostdeutschland setzt auf erneuerbare Energien

Die Energiewende startete in den neuen Ländern früher als anderswo: Seit Beginn der 90er Jahre wurde in die Erneuerung der Strom- und Wärmeversorgung investiert. Saubere Luft, mehr Energieeffizienz und Klimaschutz waren die Ziele.

Biogasanlage an einer Straße

Erneuerbare Energien: wichtiger Wirtschaftszweig

Foto: Bundesregierung/Stutterheim

Ostdeutschland entwickelte sich vom "Aufholer" zum Vorreiter der Energiewende. Die Energiewirtschaft wurde ein wichtiger Wirtschaftszweig und Arbeitgeber. Im Jahr 2012 lag der Anteil der erneuerbaren Energien an der Bruttostromerzeugung bei 29 Prozent, während er in Westdeutschland rund 20 Prozent betrug. 

Brandenburg erzeugt in Ostdeutschland den meisten Strom aus erneuerbaren Energien. Dort wurde im Jahr 2012 eine Strommenge von rund 12 Terawattstunden (TWh) produziert. An zweiter und dritter Stelle folgten Sachsen-Anhalt (8 TWh) und Mecklenburg-Vorpommern (5 TWh). 

Ostdeutsche Länder liegen vorn 

Im gesamtdeutschen Vergleich belegten Brandenburg und Sachsen-Anhalt 2012 bei der Windenergie Spitzenplätze - nach Niedersachsen und vor Schleswig-Holstein. Bei der Biomasse stehen Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern vor Schleswig-Holstein an der Spitze. 

Erneuerbare Energien sind auch wichtig für den Arbeitsmarkt: Im Jahr 2012 waren etwa 378.000 Menschen hier beschäftigt. Inzwischen arbeitet durchschnittlich jeder hundertste Beschäftigte in Deutschland in diesem Bereich - laut Jahresreport der Agentur für Erneuerbare Energien.

Allein ein Viertel aller Beschäftigten in der Erneuerbare-Energien-Branche finden sich in den ostdeutschen Bundesländer. Am höchsten ist der Anteil der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt - gemessen an der Gesamtzahl der Beschäftigten im jeweiligen Bundesland. Dann folgen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Eine nur geringe beschäftigungspolitische Rolle spielen die erneuerbaren Energien dagegen in Berlin, dem Saarland und Nordrhein-Westfalen. 

Fossile Energie
Die Braunkohle hat eine lange Tradition in Ostdeutschland. Zwei der größten Reviere liegen hier. Das "schwarze Gold" ist nach wie vor ein wichtiger Faktor im Energieerzeugungsmix. In Sachsen liefert Braunkohle den höchsten Anteil an der Bruttostromerzeugung. Die machte im Jahr 2012 circa 76 Prozent des Stroms aus. Selbst im Erneuerbare-Vorreiterland Brandenburg liegt sie bei 63 Prozent.
In Berlin ist die Stromerzeugung aus Gaskraftwerken mit fast 3 TWh relativ hoch. Ein Drittel des in Ostdeutschland mit Erdgas erzeugten Stroms kommt aus Berlin. 

Angebot höher als die Nachfrage 

Der Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix ist in Ostdeutschland sehr hoch: Insgesamt wird mehr Strom produziert, als vor Ort nachgefragt wird. Überschüssiger Strom fließt nach Westdeutschland und in die Nachbarländer Polen und Tschechien. Circa 34 TWh exportierte Ostdeutschland im Jahr 2011 in andere Netze. Und importierte 16 TWh

Die Entwicklung zum Nettostromexporteur war nur möglich, weil die Energieversorgungsnetze modernisiert wurden. Das gilt für die Höchstspannungsleitungen wie für die Verteilnetze hin zu den Hausanschlüssen. Allerdings: Die Modernisierung der Energienetze wird über die Netzentgelte finanziert. Deshalb sind die Stromkosten in Ostdeutschland tendenziell etwas höher als in vielen Gebieten Westdeutschlands.

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