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UN-Dekade

Nachhaltige Energie für alle

Die Vereinten Nationen haben die Jahre 2014 bis 2024 zur "Dekade der nachhaltigen Energie für alle" erklärt. Rund 1,4 Milliarden Menschen - 20 Prozent der Weltbevölkerung - haben keinen Zugang zu Strom. Die Vision der nachhaltigen Energie für alle kann nur gemeinsam erreicht werden.

Mitarbeiter am Wasserkraftwerk Bujagali. Das Werk kam 2012 ans Netz und liefert bis zu 250 MW Strom.

Energie nachhaltig und umweltfreundlich erzeugen

Foto: Thomas Koehler/photothek.net

Wir brauchen Energie, um Lebensmittel anzubauen, Nahrung zuzubereiten, Wohnungen und Schulen zu heizen, Krankenhäuser zu betreiben und sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Betriebe brauchen Energie, um zu produzieren, um Arbeitsplätze zu schaffen. Energie ermöglicht weltweite Kommunikation und Mobilität. Ohne Energie ist Entwicklung nicht möglich. 

Die 193 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen (UN) haben deshalb 2013 in New York einstimmig die Jahre 2014 bis 2024 zur "Dekade der nachhaltigen Energie für alle" erklärt. Ziel ist es, nahezu allen Menschen Zugang zu Energieversorgung zu ermöglichen. Um zugleich den Klimawandel zu stoppen, muss die Energie nachhaltig und umweltfreundlich erzeugt werden.

Hauptziele bis 2030

Zugang zu Strom und moderne Energieformen für alle Menschen weltweit
Nachhaltige Entwicklung ist nicht möglich ohne nachhaltige Energie. Energie unterstützt die soziale und wirtschaftliche Entwicklung und bietet Gelegenheit für eine verbessertes Leben und wirtschaftlichen Fortschritt. Deshalb sei ein universeller Zugang zu modernen Energien unbedingt notwendig, um die Millenniums-Entwicklungsziele zu erreichen, so UN-Generalsekretär Ban Ki-moon.

Verdopplung der Energieeffizienz
Das bedeutet, Energie und Ressourcen einzusparen. Die Vorteile sind geringere Kosten und mehr Umweltschutz. Das kommt allen Menschen zugute.

Verdopplung des Anteils erneuerbarer Energien am globalen Energiemix
Energie aus erneuerbaren Quellen verringert den Ausstoß an Treibhausgasen, reduziert die lokale Verschmutzung der Luft und schützt damit das Klima. Die Abhängigkeit von Rohstoffimporten wie Öl oder Kohle verringert sich.

Verpflichtungen der Mitgliedsstaaten

Die Vision der nachhaltigen Energie für alle kann nur gemeinsam, mit Hilfe globaler und nationaler Akteure, erreicht werden. Es geht darum, alle Menschen zu gewinnen, erneuerbare Energien zu fördern sowie Energie und andere Ressourcen sparsam zu nutzen. 

Die Vereinten Nationen wollen dazu Themenschwerpunkte, so genannte "High Impact Opportunities" (HIOs), schaffen. Dies sind Plattformen, die es Organisationen mit ähnlichen Zielen möglich machen, zusammenzuarbeiten. Etwa 50 HIOs wurden bisher identifiziert. So zum Beispiel für die Themen:

  • Energieeffizienz,

  • Gebäude- und Geräte-Energieeffizienz,

  • Energie,

  • Gesundheit von Frauen,

  • Finanzen,

  • moderne Haushaltsgeräte,

  • Kraftstoffe,

  • nachhaltige Bioenergie,

  • nachhaltige Energie für Inselstaaten und

  • Kraftstoffeffizienz.

Mehr als 80 Regierungen aus Entwicklungsländern haben sich der Initiative bereits angeschlossen und wollen nachhaltige Energie fördern.

Aktivitäten der Bundesregierung

Bereits 2011 startete die UN-Initiative "Sustainable Energy for All". Die Bundesregierung unterstützt mit ihrer Entwicklungspolitik dieses Ziel. Sie setzt sich vor allem für einen globalen Wandel ein: weg von fossilen Energieträgern hin zu mehr erneuerbaren Energien, gekoppelt mit mehr Energieeffizienz.

Einer der Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind Maßnahmen rund um Energie. Die Bundesregierung arbeitet mit mehr als 50 Partnerländern zusammen. Energie ist der größte Förderbereich. So will das Bundesentwicklungsministerium Partnerländern dabei helfen, bis 2030 zusätzlichen 100 Millionen Menschen Zugang zu Strom zu gewährleisten. Dazu sollen die Hilfen im Energiesektor auf jährlich 3,6 Milliarden Euro verdoppelt werden.

Unterstützung ist willkommen

Nicht nur Regierungen sind aufgerufen, die Initiative zu unterstützen. Jeder kann sich am Projekt "Nachhaltige Energie für alle" beteiligen.

Die Initiative hat auf ihrer Internetseite ein Kontaktformular vorbereitet. Dort können Organisationen eintragen, wie sie die Initiative unterstützen wollen. So hat sich eine US-amerikanische Bank verpflichtet, innerhalb von zehn Jahren 50 Milliarden US-Dollar unter anderem in Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Energie-Infrastruktur zu investieren.