Deutscher Kita-Preis

Mit Herzblut und Kompetenz

Betreuung und Erziehung hat viele Gesichter. Rund 1.600 Kitas und Initiativen haben sich um den Deutschen Kita-Preis 2019 beworben. Zehn der besten wurden nun ausgezeichnet. Sie alle stehen für gute Qualität und innovative Konzepte bei der Betreuung der Jüngsten. Es ist eine Würdigung der Erzieher, die jeden Tag "mit Herzblut und Kompetenz für unsere Kinder da sind und einen tollen Job machen", sagte Familienministerin Giffey.

Ein Kind spielt in der Kindertagesstätte St. Sebastian

Die Kindertagesstätte Sankt Sebastian erhält den Deutschen Kitapreis 2019.

Foto: picture alliance/dpa Andreas Arnold

Es gibt tausende Kitas im Land und keine gleicht der anderen. Der Deutsche Kita-Preis will herausragendes Engagement in der Betreuung der Jüngsten würdigen und macht besonders gelungene Beispiele sichtbar. Zehn Einrichtungen im Land wurden nun ausgezeichnet.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey sagte bei der Preisverleihung: "In Kitas wirken echte Multi-Talente. Heute geht es um Anerkennung und Wertschätzung für all diejenigen, die das machen."

Der Deutsche Kita-Preis ist mit insgesamt 130.000 Euro dotiert. Jeweils fünf Einrichtungen wurden in den Kategorien "Kita des Jahres" und "Lokales Bündnis für frühe Bildung des Jahres" prämiert. Der Preis wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung vergeben.

Kinder bestimmen mit

Die Kita "Sankt Sebastian" aus Eppertshausen in Hessen überzeugte die Jury mit ihrem Ansatz, die Kinder selbst Dinge entscheiden zu lassen. Die Kinder dürfen mitbestimmen über den Speiseplan, in welcher Gruppe sie essen möchten, in welchem Raum und mit wem sie spielen möchten. Auch bei der Gestaltung der Räumlichkeiten haben die Kleinen ein Wörtchen mitzureden. Einen hohen Stellenwert hat auch die Förderung von Zivilcourage. Die Erzieher wollen die Lernfreude der Kinder wachhalten.

Ebenfalls einen ersten Preis erhielt das Netzwerk INFamilie im Hannibal- und Brunnenstraßenviertel in Dortmund. Die Vielfalt von 35 Nationen ist im Straßenbild der Dortmunder Nordstadt allgegenwärtig. Damit auch die Kleinsten hier einen optimalen Start in die Zukunft haben, hat sich das Netzwerk INFamilie zum Ziel gesetzt, Kinder und Familien mit zahlreichen Angeboten – wie zum Beispiel mit Sprachkursen für Eltern, Quartiersspaziergängen sowie Kita- und Schulbibliotheken – zu unterstützen. Überzeugen konnte das Netzwerk durch sein vielseitiges und innovatives Förderangebot. So entstand zum Beispiel auch ein "Brückenprojekt" für Kinder, die keinen Kita-Platz bekommen haben.

Neben den beiden ersten Preisen, die mit jeweils 25.000 Euro dotiert sind, freuen sich acht weitere Einrichtungen über einen zweiten Platz, und die damit jeweils verbundenen 10.000 Euro.

Bundesregierung fördert Qualität und startet Fachkräfteoffensive

Giffey dankte den Finalisten des Wettbewerbs: "Sie zeigen jeden Tag, wie spannend und vielfältig Erziehungsberufe sind." Die Bundesregierung wolle die guten Ansätze zahlreicher Kitas mit dem Gute-Kita-Gesetz "weiterentwickeln und noch besser machen". 5,5 Milliarden Euro stellt der Bund den Ländern bis 2022 zur Verfügung, um die Qualität in der Kindertagesbetreuung weiter zu verbessern. Das Geld kann für reduzierte Gebühren, zusätzliche Erzieher, die Weiterqualifizierung von Erzieherinnen und Erziehern oder auch die Sprachförderung von Kindern verwendet werden.

Eine gute Kindertagesbetreuung steht und fällt mit guten Erzieherinnen und Erziehern. Davon gibt es derzeit nicht genug. Daher hat die Bundesregierung zudem ein Bundesprogramm gestartet, das den Bundesländern hilft, mehr Nachwuchskräfte für diesen spannenden Beruf zu gewinnen. Die Fachkräfteoffensive soll insgesamt 5.000 vergütete Ausbildungsplätze fördern.

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