Kanzlerin Merkel würdigt das Ehrenamt

startsocial Kanzlerin Merkel würdigt das Ehrenamt

Bundeskanzlerin Merkel hat die Preisträger des diesjährigen „startsocial“-Wettbewerbs für ihr herausragendes soziales Engagement gewürdigt. „Mein großer Respekt gilt allen, die das Ehrenamt hochgehalten haben in dieser schwierigen Pandemiezeit“, betonte Merkel. Sieben Initiativen wurden ausgezeichnet – eine mit dem Sonderpreis der Kanzlerin.

Bundeskanzlerin

Bundeskanzlerin Angela Merkel lobte den Einsatz der Ehrenamtlichen und würdigte ihre Leistungen für den Zusammenhalt der Gesellschaft.

Foto: Bundesregierung/Kugler

Dem Romanusbad im sächsischen Siebenlehn drohte vor 20 Jahren die Schließung. Doch engagierte Bürgerinnen und Bürger wollten sich damit nicht abfinden. Sie gründeten einen Förderverein und entwickelten ein tragfähiges Konzept für den Weiterbetrieb – mit Erfolg. Durch den freiwilligen Einsatz konnte das Bad für alle Einheimischen und die Schwimmausbildung erhalten werden.

Ehrenamt kann den Zusammenhalt stärken

Ein außergewöhnliches ehrenamtliches Projekt, das beim Bundeswettbewerb „startsocial“ den Sonderpreis der Bundeskanzlerin erhielt. In ihrer Video-Laudatio nannte Merkel das Romanusbad als ein Beispiel, „das inspiriert und Mut macht. Es zeigt, wie hilfsbereite, tatkräftige Menschen viel Gutes für ihre Gemeinschaft bewirken und Zusammenhalt stärken können.“

Die Bundeskanzlerin ist seit 2005 Schirmherrin für den Wettbewerb, der in diesem Jahr 20 Jahre alt wird. Bei der virtuellen Preisverleihung betonte Merkel in einem Video-Interview, dass „startsocial“ etwas ganz Besonderes sei. „Es ist nämlich eine Kombination von Ehrenamtlern und von Vertretern der Wirtschaft. Und das hat man nicht alle Tage und das hat, glaube ich, beide stärker gemacht“, so die Kanzlerin.

Große Vielfalt der Preisträger

Das zeigt sich auch in diesem Jahr bei den ausgezeichneten Initiativen. Neben dem Verein Romanusbad sind dies:

  • der Verein Aelius Förderwerk aus Nürnberg, der Kinder und Jugendliche aus sozioökonomisch benachteiligten Haushalten auf ihrem Bildungsweg fördert
  • die Hacker School aus Hamburg, die in Kooperation mit Wirtschaftsunternehmen Kinder und Jugendliche für das Programmieren und die IT begeistert
  • die Initiative Essen für Alle aus Groß-Geraus, die Lebensmittel rettet und an Bedürftige verteilt
  • der Verein FASD Deutschland aus Lingen, der über die möglichen Folgen des Alkoholkonsums in der Schwangerschaft aufklärt und Hilfe anbietet
  • der Verein Ausbildung statt Abschiebung aus Bonn, der sich seit 20 Jahren für junge Geflüchtete einsetzt
  • sowie Lern Fair – eine Plattform des Vereins Corona-School aus Bonn, die Schülerinnen und Schüler digital und kostenfrei mit Bildungs- und Förderangeboten unterstützt.

Weitere Details zu den diesjährigen sieben Preisträgern finden Sie in dieser Übersicht. Die Initiativen erhalten für ihr Engagement jeweils 5.000 Euro. „startsocial“ ist ein bundesweiter Wettbewerb zur Förderung des ehrenamtlichen sozialen Engagements. Das Motto von „startsocial“ lautet „Hilfe für Helfer“.

Bedeutung des Ehrenamts für Gesellschaft

So vielfältig der Einsatz von ehrenamtlichen Initiativen auch sein mag: Die Auswirkungen der Corona-Pandemie haben in den vergangenen Monaten alle zu spüren bekommen. So konnten sich viele ehrenamtlich Engagierten nur noch digital untereinander austauschen. Auch die Kanzlerin wies darauf hin, dass die wichtige gegenseitige Unterstützung und Supervisionen mitunter entfielen oder nur eingeschränkt über Videokonferenzen möglich gewesen seien. Umso mehr sei den Ehrenamtlern für ihre Arbeit zu danken.

Merkel ging insbesondere auf die Bedeutung des freiwilligen Engagements für die gesamte Gesellschaft ein. Familien, Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen hätten zuletzt eine sehr harte Zeit gehabt. Es sei wichtig, den vorhandenen großen Bedarf an ehrenamtlicher Unterstützung nachzuholen. Merkel appellierte an die Ehrenamtler, weiter die Kraft für ihr Engagement aufzubringen, damit es weitergehe und die Gesellschaft wieder zusammenwachse.   

Weitere politische Förderung

Kanzlerin Merkel hob hervor, wie wichtig die weitere politische Förderung des Ehrenamts sei. Als ein Beispiel für Aktivitäten der Bundesregierung nannte sie die Gründung der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt. Die Stiftung unterstützt ehrenamtliche Initiativen beispielsweise bei Fragen zur Digitalisierung und steht grundsätzlich als Ansprechpartnerin zur Verfügung. In der Pandemie hat die Bundesregierung die Stiftung mit weiteren 30 Millionen Euro ausgestattet. Damit sollen vor allem verstärkt ehrenamtliche Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien gefördert werden.