Mehr Mut zu gründen

Investitionen in Start-ups Mehr Mut zu gründen

Bei „Makers of Tomorrow“ steht Gründergeist als eigenes Studienfach auf dem Lehrplan. In dem Online-Studienkurs, der zum Wintersemester startet, erzählen Gründerinnen und Gründer ihre Erfolgsgeschichten und berichten zugleich ehrlich von Fehlern und Misserfolgen. Lea-Sophie Cramer ist eine dieser erfolgreichen Unternehmerinnen. Sie sagt: „Es braucht vor allen Dingen eine Portion Mut“. Hier stellen wir sie kurz vor.

Porträtfoto der Unternehmerin Lea-Sophie Cramer.

Lea-Sophie Cramer teilt im Projekt „Makers of Tomorrow“ ihre Gründungserfahrung – und plädiert für Mut, Entscheidungsfreude und Begeisterung für die eigene Idee.

Foto: Patrycia Lukas

Die Bundesregierung will junge Menschen zum Gründen von innovativen Unternehmen begeistern. In dem vom Bundeskanzleramt initiierten Online-Studienkurs „Makers of Tomorrow“ sollen sich Studierende deutscher Hochschulen ab dem Wintersemester von erfolgreichen Vorbildern inspirieren lassen. Bundeskanzlerin Merkel sprach bei der Auftaktveranstaltung am 1. Juli 2021 mit den beteiligten Gründerinnen und Gründern aus Deutschland und dem Silicon Valley. Dabei war auch die Gründerin Lea-Sophie Cramer, die in der dritten Folge von „Makers of Tomorrow“ ihre Geschichte erzählen wird.

Mut kann man lernen

Lea-Sophie Cramer hat mit 26 Jahren den erfolgreichen Erotik-Online-Handel Amorelie gegründet. Sie sagt, zum Gründen brauche es „vor allen Dingen eine Portion Mut und Risikobereitschaft – und das Schöne daran ist, dass man beides lernen kann“. Ihre eigene Geschichte zeigt, dass man Mut nicht mit in die Wiege gelegt bekommen haben muss: Als Kind sei sie selbst unglaublich ängstlich und schüchtern gewesen. Ihre Eltern hätten sie aber immer ermutigt und dabei unterstützt, über ihre Komfortzone hinauszugehen. Mut könne man schon in kleinen Situationen üben, so Cramer – dann seien „die großen Momente auch einfacher zu meistern“.

Nach dem Studium der Betriebswirtschaft begann Lea-Sophie Cramer als Beraterin bei der Boston Consulting Group. Noch in der Probezeit kündigte sie, um beim Rabatt-Portal Groupon einzusteigen. Mit nur 23 Jahren wurde sie dort Vice President International und war für den gesamten asiatischen Markt verantwortlich. 2013 gründete Sie gemeinsam mit Sebastian Pollok mit Amorelie ihr erstes Unternehmen. Heute investiert die Mutter von zwei Kindern selber in junge Start-Ups und gibt ihre Erfahrung und Kontakte weiter, um anderen zum Gründen zu ermutigen.

„Wir Gründer sind Macher“

Da Unternehmerinnen und Unternehmer am Anfang etwas „aus dem Nichts“ kreieren, empfiehlt Lea-Sophie Cramer jungen Gründerinnen und Gründern, erst mal klein anzufangen und zu testen. Gibt es einen Markt für mein Produkt? Wer könnten meine Kunden sein? Wenn man merkt, dass es diesen Markt gibt, dann müsse man aber schnell aufspringen und in diesen Markt eintreten. Zum Gründen brauche es deshalb immer auch eine starke Entscheidungsfreudigkeit. „Wir Gründer sind Macher“, betont sie.

Die erste Staffel des Online-Kurses „Makers of Tomorrow“ erzählt zehn Gründungsgeschichten. Die Studierenden können dadurch von Vorbildern lernen und erhalten sehr persönliche Einblicke in die Start-Up-Welt. In jeder der 10 Folgen wird ein Schritt auf dem Weg zur Unternehmensgründung thematisiert. Lea-Sophie Cramer spricht über „Customer Testing“, also wie ich meine Kunden und Kundinnen und deren Bedarf finde. Der Kurs wird ab Herbst 2021 auf www.makers-of-tomorrow.de abrufbar sein.

Andere überzeugen, mitzumachen

„Gerade bei Amorelie war das Wichtige unsere Vision. Denn die Vision, Sexualität und das Bedürfnis nach einem erfüllten Liebesleben zu enttabuisieren und Love Toys als Lifestyle-Produkte in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, die hatte damals noch keiner.“ Es galt also, möglichst viele Menschen von dieser Vision zu überzeugen. Neben Mut und Entscheidungsfreudigkeit kommt es laut Cramer deshalb auch auf die Begeisterungsfähigkeit an.

„Man kann nur etwas erschaffen, wenn man es schafft, andere davon zu überzeugen, mitzumachen – Investoren, Mitarbeiter, Mitstreiter.“ Dafür ist es wichtig, selbst von der eigenen Idee überzeugt und begeistert zu sein. „Es ist einfach ein schöneres Leben, wenn wir uns von Dingen um uns herum begeistern lassen“, sagt Cramer.

Das Logo zeigt ein großes, blaues M darunter steht in blau Makers of tomorrow.

Das Projekt „Makers of Tomorrow“ bringt Studierende mit erfolgreichen Gründerinnen und Gründern zusammen.

Foto: Makers of Tomorrow