Ein Haustier zu Weihnachten?

Fragen und Antworten zum Haustierkauf Ein Haustier zu Weihnachten?

Es ist der Wunsch vieler Kinder zu Weihnachten: ein Meerschweinchen, ein kleiner Hund oder eine Katze. Doch Tiere gehören nicht unter den Weihnachtsbaum. Solch ein Kauf sollte gut überlegt sein. Denn mit einem Tier kommt ein großes Paket Verantwortung ins Haus.

Kleintiere ijn Käfigen in einer Zoofachhandel

Jahr für Jahr landen viele Tiere nach Weihnachten im Tierheim oder werden einfach ausgesetzt.

Foto: imago/AFLO

Warum sollte ein Haustierkauf gut überlegt sein?

Haustiere gelten als treue Begleiter und echte Familienmitglieder. Auch in diesem Jahr stehen Hamster, Hund oder Katze auf Wunschzetteln - während der Corona-Pandemie hat sich der Wunsch vieler Menschen nach einem Haustier sogar verstärkt. Doch Tiere sind in erster Linie Lebewesen und keine Spielzeuge oder Accessoires. Aus diesem Grund sollte ein Tierkauf gut überlegt sein und nicht leichtfertig getroffen werden. Denn nicht selten werden Tiere nach dem Fest wieder in Tierheime gebracht oder sogar ausgesetzt.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner: "Ein Tier eignet sich nicht als spontane Geschenkidee – die Anschaffung muss wohl überlegt und geplant sein. Denn leider ist es mit der Begeisterung oft auch schnell wieder vorbei. Weil bei aller Vorfreude nicht bedacht wurde oder weil nicht ausreichend informiert wurde, dass ein Tier natürlich Zeit, Mühe und auch Geld kostet. Die traurige Folge: Jahr für Jahr landen viele Tiere im Tierheim oder werden einfach ausgesetzt."

Welches Tier passt zu mir?

Eine Antwort darauf, welches Haustier am besten zu Ihnen passt, können Sie beispielsweise mit Hilfe des Portals Haustier-Berater des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft herausfinden. Um den Aufwand einschätzen zu können und den Bedürfnissen des Tieres auf Dauer gerecht zu werden, sollten zunächst eine Reihe von Fragen geklärt werden:

  • Passen Art, Rasse und Alter des künftigen Haustieres zu den eigenen jetzigen und zu möglicherweise kommenden Lebensverhältnissen?
  • Wie alt und groß wird das Tier?
  • Ist genug Zeit für die Pflege des Tieres übrig? Und welches Familienmitglied übernimmt dabei welche Aufgaben?
  • Können die Kosten für Futter, Tierarzt, eventuelle Versicherungen und Steuern gezahlt werden?
  • Gibt es in der Familie Allergien gegen Tierhaare?
  • Schränkt der Mietvertrag die Haustierhaltung ein?

Züchter, Tierheim oder Privatverkauf?

Steht die Wahl eines Haustieres fest, nehmen Sie sich am besten viel Zeit, um Ihren neuen Freund sorgfältig auszuwählen. 

  • Gerade bei einem Züchter findet eine professionelle Beratung statt und Käufer können nahezu sicher sein, dass die Tiere gut gehalten und geimpft wurden. Mehrmalige vorherige Besuche sind zu empfehlen. Schauen Sie sich dabei den Verkäufer und die Tiere genau an, insbesondere wie Mutter und Jungtiere gehalten werden. Zum Beispiel können Hunde, die alleine im Zwinger leben, scheu oder sogar aggressiv sein. Seriöse Züchter beantworten gerne alle Fragen rund um Herkunft ihrer Tiere und das Wesen. Lassen Sie sich genug Zeit und treffen Sie keine vorschnelle Entscheidung. Grundsätzlich gilt: Hunde- und Katzenwelpen dürfen frühestens mit acht Wochen von ihrer Mutter getrennt werden.
  • Wer sich für ein Tier aus dem Tierheim entscheidet, sollte auch hier zunächst während mehrmaliger Besuche das Tier kennenlernen. Die Pflegerinnen und Pfleger im Tierheim kennen die Geschichten und Charakter ihrer Schützlinge, so dass sie die künftigen Besitzerinnen und Besitzer auf die Eigenheiten der Tiere vorbereiten können. Wer sich für einen der Vierbeiner entscheidet, sollte diesen am besten nach Weihnachten abholen. Denn die Zeit über die Feiertage ist oftmals unruhig und der tierische Familienzuwachs benötigt gerade in der Anfangszeit viel Zuwendung und Ruhe.
  • Tiere können auch in Zoohandlungen und anderen Geschäften gekauft werden. Die Händler kennen jedoch die Tiere nicht so gut wie Züchter, Privatleute oder das Tierheim.

Woran erkenne ich einen guten Züchter?

  • Eine Art Gütesiegel für Züchter ist die Mitgliedschaft in Vereinigungen wie dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e. V. oder dem Deutschen Edelkatzenzüchter-Verband (DEKZV). Aber auch Hobbyzüchter ohne Verbandsmitgliedschaft gehen oft gut mit ihren Tieren und deren Nachwuchs um.
  • Gute Züchter haben meist nur wenige Tiere, denn sie benötigen viel Zeit, um sich mit dem Wurf zu beschäftigen.
  • Sie geben Tipps zu Ernährung und Verhalten und erkundigen sich nach den Bedingungen, unter denen das Tier später gehalten wird.
  • Gute Züchter würden Tiere niemals einem möglichen Käufer aufschwatzen.

Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: "Leider erleben wir alle Jahre wieder, dass Tiere zum Weihnachtsfest verschenkt werden. Gerade in diesem Jahr ist die Sorge groß: Der Haustierboom, den Corona ausgelöst hat, könnte vielen Vierbeinern zum Verhängnis werden. Bei vielen Menschen haben die Kontaktbeschränkungen, ein Mehr an Zeit Zuhause oder die Besinnung auf das Wesentliche den Wunsch nach einem tierischen Gefährten verstärkt."

Vorsicht bei kriminellem Welpenhandel!

Bei Internet- und Zeitungsangeboten, beim Verkauf aus dem Pappkarton oder Kofferraum ist Vorsicht geboten - es kann sich um ein unseriöses Angebot handeln. Die Tiere sind oft krank, werden gequält und wurden zu früh vom Muttertier getrennt. Wer die Tiere aus Mitleid kauft, unterstützt die kriminellen Händler. Stutzig machen sollten Käufer auch Dumpingpreise. Rassehunde aus seriöser Zucht kosten in Deutschland meist mehr als 1.000 Euro, Rassekatzen mehr als 500 Euro. Wichtige Hinweise zum Tierkauf gibt die Arbeitsgemeinschaft Wühltischwelpen.

Was tut die Bundesregierung für das Tierwohl?

Mit Tieren gut umzugehen, ihnen ein möglichst artgerechtes Leben zu ermöglichen, ist eine Frage der Haltung. Mit der Initiative "Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl" schafft die Bundesregierung zusammen mit den Beteiligten die Voraussetzungen für mehr Tierwohl.

Zudem hat die Bundeslandwirtschaftsministerin einen Verordnungs-Entwurf für mehr Tierschutz im Zoofachhandel vorgelegt, der unter anderem das Personal im Zoofachhandel verpflichtet, sich regelmäßig zu schulen und fortzubilden. Damit soll sichergestellt werden, dass potenzielle Käufer gut beraten und aufgeklärt werden, das am Ende dem Schutz der Tiere dient.

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