Im Unterricht „Europa leben“

Kanzlerin virtuell zu Gast im Gymnasium Sanitz Im Unterricht „Europa leben“

Bundeskanzlerin Merkel hat zum EU-Projekttag an Schulen virtuell das Gymnasium Sanitz in Mecklenburg-Vorpommern besucht. Europa wird dort großgeschrieben. Die Schule gab spannende Einblicke in ihre zahlreichen Europa-Projekte. Die Kanzlerin zeigte sich beeindruckt vom Engagement.

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Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Nicht zufällig fiel die Wahl des virtuellen Schulbesuchs der Bundeskanzlerin auf das Gymnasium Sanitz in Mecklenburg-Vorpommern. Denn: Europa spielt hier eine besonders große Rolle.

Seit 2016 beteiligt sich die Schule an Erasmus+-Mobilitätsprojekten und organisiert einen Schüleraustausch mit einer spanischen Partnerschule in Castellón de la Plana. Außerdem führt sie eTwinning-Projekte durch. „Seit 2016 haben 200 Schüler und Lehrende an den Projekten teilgenommen“, berichtet die verantwortliche Lehrerin Rebecca Radant der Kanzlerin.

eTwinning – über Grenzen hinweg kommunizieren

Besonders interessiert zeigte sich die Kanzlerin am eTwinning-Programm, einer Online-Plattform, über die Schulen in Europa im Unterricht gemeinsam Projekte entwickeln. Von den Jugendlichen und ihrer Lehrerin wollte Merkel ganz genau wissen, wie das funktioniert.

Radant erklärt: Lehrerinnen und Lehrer können sich registrieren und mit ihrer Klasse Online-Projekte mit Partnerschulen aus einem anderen Land umsetzen. Konkret begegnen sich die jungen Leute in einem sicheren Raum, einem sogenannten Twin-Space, wo sie chatten, Profile anlegen oder sich in Videokonferenzen austauschen können. Im Unterricht arbeiten die Schülerinnen und Schüler an den verschiedensten Aufgaben zusammen. Das Programm steht allen Schulfächern und Klassenstufen offen.

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Video Im Gespräch über Europa – Kanzlerin Merkel besucht virtuell das Gymnasium Sanitz

Sprachenlernen kann beflügeln

Auf die Frage der Kanzlerin, wie die Schüler eTwinning finden, erklärt eine Schülerin: „Das Beste daran ist, dass man sich vernetzt mit Schülern aus den verschiedensten Ländern, was man sonst nicht tun würde.“ Sie selbst sei immer noch in Kontakt mit einer Schülerin aus Spanien. Auf die Vermutung von Merkel, dass dies sicher motiviere, nochmal besser eine Fremdsprache zu lernen, entgegnet die Schülerin, dass die Sprache erstmal eine Hürde sei. „Aber wenn man die überwunden hat, beflügelt es total“.

Kreative Projekte

Anschließend stellten die Schüler der Kanzlerin noch ihre Projekte vor. Wie das Projekt  "The world at your FinGertips - learning with and from each other". Die Schüler der 11. Klasse hatten während des Schuljahres gemeinsam mit finnischen Partnern an verschiedenen digitalen Aktivitäten gearbeitet – etwa an einem Blog, in dem sie selbst produzierte Videos zur US-Wahl oder dem Internationalen Frauentag austauschten.

Anlässlich des Earth Days kamen die Jugendlichen virtuell mit Partnern aus Italien, Spanien, Tschechien und Finnland in Kleingruppen zusammen und überlegten, wie sie ihren Alltag nachhaltiger gestalten können. Als Gesprächsanlass diente dabei ein Ausschnitt aus dem Film “My Stuff“, um dem Zusammenhang von Besitz und Glücklichsein auf dem Grund zu gehen.

Was wünschen Sie sich von Europa?

Nachdem sie der Bundeskanzlerin viel von ihrem europäischen Engagement berichtet haben, stand anschließend Merkel den Jugendlichen Rede und Antwort. Zu den verschiedensten Themen wollten sie die Meinung der Kanzlerin hören: zur Flüchtlingsfrage, Fusionsforschung, Rechtsstaatlichkeit, zum wirtschaftlichen Wiederaufbau nach der Pandemie oder auch, wie die Kanzlerin selbst die UN-Nachhaltigkeitsziele in ihrem Leben umsetzt.

Einige Fragen hatten sich die Schüler auch gemeinsam mit ihren eTwinning-Partnern aus den andern Ländern überlegt. Der Schülersprecher fragte stellvertretend: „Was wünschen Sie sich von Europa?“ Wie beim eTwinning-Programm wünsche sie sich, dass die Menschen zusammenkommen und sich verstehen, erklärte Merkel. Und zweitens, dass Europa eine starke Stimme in der Welt habe, dass man zusammenarbeite etwa beim Klimaschutz oder dem Schutz der biologischen Vielfalt.

In Forschung und Entwicklung vorne mit dabei sein

Und drittens wünsche sie sich, dass Europa für möglichst viele Menschen ein Kontinent des Wohlstands ist. „Das heißt, dass wir in Forschung und Entwicklung vorne mit dabei sind und nicht zu oft ansehen müssen, dass andere auf der Welt – die USA, China - weiter sind als wir.“

Auch Regierungssprecher Steffen Seibert sprach am EU-Projekttag an Schulen mit Jugendlichen über Europa. Er besuchte die Berliner Schule am Königstor.

Am EU-Projekttag an Schulen gehen jedes Jahr deutschlandweit Politikerinnen und Politiker in Schulen und diskutieren mit jungen Menschen über Europa. Der Projekttag geht auf eine Initiative der Bundeskanzlerin während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2007 zurück.

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