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Konzertierte Aktion Pflege

Höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen

Bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen für Pflegekräfte, das ist das Ziel der Konzertierten Aktion Pflege. Die Bundesminister Giffey, Heil und Spahn hatten sie vor einem Jahr ins Leben gerufen. Jetzt liegen konkrete Ergebnisse vor.

Infografik mit folgendem Text: Konzertierte Aktion Pflege. Ziel: Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte verbessern durch mehr Personal, mehr Geld, mehr Ausbildung, mehr Verantwortung, mehr Digitales.

Mehr Ausbildung, mehr Personal, mehr Geld – das bringt die Konzertierte Aktion Pflege.

Foto: Bundesregierung

Die Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege können sich sehen lassen. Da sind sich Bundesfamilienministern Giffey, Bundesgesundheitsminister Spahn und Bundesarbeitsminister Heil sicher: Steigerung der Ausbildungszahlen, höhere Löhne für Pflegekräfte, eine verbesserte und am Bedarf ausgerichtete Personalausstattung in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Außerdem mehr Fachkräfte aus dem Ausland, mehr Gesundheitsförderung, mehr Entlastung durch Digitalisierung und mehr Verantwortung für Pflegefachkräfte. 

Um diese Ziele zu erreichen, hat die Konzertierte Aktion Pflege ein Bündel verschiedener Maßnahmen verabredet.

Entlastung durch mehr Personal

Wichtigste Entlastung für Pflegekräfte: genug Kolleginnen und Kollegen.

Offene, voll finanzierte Stellen sind genügend da, aber sie sind schwer zu besetzen. Daher haben die Arbeitgeber, die Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser sich dazu verpflichtet, die Arbeitsbedingungen zu verbessern. Dazu gehören beispielsweise verlässliche Dienstpläne, eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie und ein hoher Arbeitsschutzstandard.

Zudem wird ein Pflegepersonalschlüssel entwickelt. Denn künftig sollen ausreichend Pflegekräfte auf den Stationen der Pflegeheime und Krankenhäuser arbeiten. Ergänzend zu den Anstrengungen, einheimische Pflegekräfte zu gewinnen, sollen ausländische qualifizierte Pflegekräfte in Deutschland arbeiten können. Daher wurden konkrete Maßnahmen verabredet, um die Verfahren für die Visavergabe und die Qualifikationsanerkennung zu verbessern.

Höhere Löhne

Der Mindestlohn für Pflege-Fachkräfte muss deutlich erhöht werden. Darüber ist man sich einig. Bisher gibt es nur einen allgemeinen Pflegemindestlohn. Er liegt derzeit bei 11,05 Euro pro Stunde im Westen und 10,55 Euro im Osten Deutschlands. Einig ist man sich auch: Eine Verbesserung der Entlohnung muss durch eine verbesserte Finanzausstattung der Pflegeversicherung sichergestellt werden.

Ein anderer Weg für bessere Löhne wäre, künftig einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag vor allem für die Altenpflege zu erzielen. Die drei Minister wollen daher im Sommer ein Gesetz zur Verbesserung der Löhne in der Pflege auf den Weg bringen. Ziel ist, Tarifverträge leichter allgemeinverbindlich erklären zu können. Vorausgehen aber muss eine Einigung über einen Tarifvertrag der Tarifpartner, also der Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sieht die Bereitschaft dazu durch die Konzertierte Aktion Pflege gewachsen.

Moderne Pflegeausbildung ab 2020

Bereits im Januar hatte die Konzertierte Aktion Pflege erste Ergebnisse vorgelegt: Bis zum Jahr 2023 soll die Zahl der Auszubildenden in der Pflege um zehn Prozent steigen. Mehr Ausbildungs-, Weiterbildungs-, Schul- und Studienplätze werden geschaffen.

Die Weiterbildung von Pflegehelferinnen und -helfern zu Pflegefachpersonen wird besser gefördert. Mindestens 5.000 Weiterbildungsplätze zur Nachqualifizierung werden eingerichtet. 2020 startet die neue generalistische Pflegeausbildung – mit Ausbildungsvergütung statt mit Schulgeld.

Mehr Zeit dank Digitalisierung

Dokumentation und Abrechnung, Kontroll-, Routine- und logistische Tätigkeiten: Hier können Pflegekräfte durch Digitalisierung entlastet werden. Technische Systeme und digitale Anwendungen können Pflegekräfte nie ersetzen. Aber sie können Pflegekräfte unterstützen. Das schafft mehr Zeit für die Betreuung der Pflegebedürftigen.

Verantwortung stärken

Pflegefachkräfte sollen eigenverantwortlicher arbeiten können und mehr entscheiden dürfen. Dazu werden Standards für die Zusammenarbeit mit anderen Gesundheitsberufen wie beispielsweise den Ärzten entwickelt. Auch bereits bestehende Möglichkeiten sollen künftig besser genutzt werden.

An der Konzertierten Aktion Pflege sind neben Bund und Ländern zahlreiche weitere Partner beteiligt: die Pflegeberufs- und -Ausbildungsverbände, die Verbände der Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, die Kirchen, Pflege- und Krankenkassen, Betroffenenverbände, die Berufsgenossenschaft, die Bundesagentur für Arbeit und die Sozialpartner. Gemeinsam wurde eine Vielzahl von Vereinbarungen getroffen, die jetzt nach und nach umgesetzt werden sollen.