Hilfsangebote gegen Einsamkeit im Alter

Tag der älteren Generationen Hilfsangebote gegen Einsamkeit im Alter

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Auswirkungen der Kontaktbeschränkungen führen verstärkt zu Einsamkeit. Ältere Menschen sind besonders betroffen. Der Bund unterstützt Angebote und Projekte, die zum Ziel haben, Teilhabe zu stärken und Einsamkeit zu verringern.

Foto zeigt einen älteren Herrn mit Laptop.

Die Corona-Pandemie zeigt, wie wertvoll digitale Angebote sein können – das Projekt Digitaler Engel unterstützt ältere Menschen dabei.

Foto: imago images/Westend61

Einsamkeit ist gerade in Pandemie-Zeiten zu einem Thema geworden. Besonders betroffen sind ältere Menschen, da ihr soziales Netz meist recht klein ist und während der Pandemie die Kontakte und Begegnungsmöglichkeiten vor Ort extrem eingeschränkt sind. Das Bundesseniorenministerium fördert deshalb – auch schon vor der Pandemie - verschiedene Angebote, die helfen, Einsamkeit vorzubeugen und zu bekämpfen. Darunter beispielsweise:

Mehrgenerationenhäuser: Sie sind Begegnungsorte, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. In ganz Deutschland gibt es rund 530 Häuser. Sie bieten Raum für gemeinsame Aktivitäten und schaffen ein nachbarschaftliches Füreinander in der Kommune. In Corona-Zeiten mussten auch sie neue Formate entwickeln, so unterstützen sie mit Informations-, Beratungs- und Begegnungsangeboten wie beispielsweise die Organisation von Lebensmitteleinkäufen für ältere Menschen an.

Digitale Engel: Chatten mit der Familie, sicheres Einkaufen im Netz: Die Corona-Pandemie zeigt, wie wertvoll digitale Angebote sein können – gerade auch für ältere Menschen. Das Projekt Digitaler Engel unterstützt sie deshalb bei der Nutzung digitaler Angebote. Ziel ist es, Seniorinnen und Senioren mehr Teilhabe durch Digitalisierung und damit eine selbstbestimmtere Lebensgestaltung zu ermöglichen sowie Ängste und Vorbehalte abzubauen.

Hilfetelefone: Die Corona-Pandemie selbst und die damit verbundenen Kontaktbeschränkungen können bereits belastete persönliche Situationen leicht überstrapazieren. Hilfs- und Krisentelefone bieten dann – wie auch in anderen schwierigen Zeiten – Rat und Unterstützung. Ältere Menschen können sich beispielsweise an die Telefonseelsorge wenden, wenn sie von Einsamkeit betroffen sind oder einfach mal ein offenes Ohr zum Zuhören benötigen. Das Angebot ist kostenfrei, anonym und rund um die Uhr erreichbar. Darüber hinaus gibt es auch das Hilfetelefon Silbernetz. Es ist ein Gesprächsangebot speziell für Menschen ab 60 Jahren und will älteren Menschen mit Einsamkeitsgefühlen einen Weg aus der Isolation bahnen.

Bundesmodellprogramm "Stärkung der Teilhabe Älterer": Zielgruppe des Programms sind die jüngeren Älteren, die bisher weniger im Fokus kommunaler Altenhilfestrukturen standen. Die EU unterstützt Projektträger mit Zuwendungen aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF). Die ESF-Projekte bauen unter anderem freiwilliges Engagement aus und bieten Beratung beim Übergang in die nachberufliche Phase an.

Modellprojekt "Miteinander - Füreinander: Kontakt und Gemeinschaft im Alter": Zielgruppe des Malteser-Projekt – das vom Bundeseniorenministerium gefördert wird - sind vorwiegend die Hochbetagten. Ihre Angebote umfassen zum Beispiel telefonische und persönliche Begleitung sowie Hausbesuche in Zusammenarbeit mit Städten und Gemeinden. Insgesamt werden 112 Standorte in ganz Deutschland gefördert, um möglichst viele von Einsamkeit im Alter bedrohte Menschen zu erreichen.

Bereits im Sommer 2020 litten mehr Menschen an Einsamkeit als in den Vorjahren. Das geht aus einer Studie im Auftrag des Bundesseniorenministeriums hervor. Demnach lag der Anteil sehr einsamer Menschen im Alter von 46 bis 90 Jahren bei knapp 14 Prozent und damit 1,5-mal höher als in den Vorjahren.

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