Equal Pay Day

Gleiche Arbeit verdient gleichen Lohn

In Deutschland erhalten Frauen für den gleichen Job immer noch weniger Geld als Männer. An diese Tatsache erinnert der Equal Pay Day. Bundesfrauenministerin Schwesig fordert auf einer Kundgebung gerechtere Bezahlung und kündigt ein Gesetz für mehr Lohntransparenz an.

Triebwerk-Mechanikerin bei Instandhaltungsarbeieten an Flugzeugturbinen

Ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit soll für Transparenz bei Löhnen sorgen.

Foto: MTU

In Deutschland verdienen Frauen fast ein Viertel weniger als ihre männlichen Kollegen. Die Lohnlücke liegt seit Jahren unverändert bei rund 22 Prozent. Das liegt daran, dass Frauen öfter in Teilzeit arbeiten und häufiger Berufe ergreifen, die schlechter bezahlt werden als typisch männliche Berufe. 

Um das Einkommen zu erzielen, das Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres hatten, müssen Frauen bis zum sogenannten Equal Pay Day des Folgejahres arbeiten. In diesem Jahr ist das der 20. März. Bundesweit finden Veranstaltungen statt, die auf die Ursachen der Lohnlücke hinweisen. In diesem Jahr ist Transparenz das Schwerpunktthema des Aktionstages.

Kundgebung für gerechte Gehälter

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig äußerte sich in Berlin: "Obwohl Frauen heute so gut ausgebildet sind wie nie zuvor, stagniert die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen bei 22 Prozent. Die Gründe dafür sind bekannt – doch nur, weil die Lohnlücke zu erklären ist, ist sie noch lange nicht gerecht. Es bringt uns nicht weiter, diese 22 Prozent klein zu rechnen."

Die Ministerin nahm an einer Kundgebung teil, zu der Parteien, Gewerkschaften, Frauen- und Sozialverbände aufgerufen hatten. Anlässlich des Equal Pay Day forderten sie gerechte Gehälter für Frauen in Deutschland.

Ost-West-Unterschiede

Sowohl die Höhe als auch die Entwicklung der Lohnunterschiede variieren deutlich zwischen den alten und den neuen Bundesländern. So liegt der Gender Pay Gap in Ostdeutschland derzeit bei neun Prozent, im Westen der Bundesrepublik hingegen bei 23 Prozent.

Auffallend ist, dass die Lohnlücke in den neuen Bundesländern während der letzten fünf Jahre um drei Prozent gestiegen ist. In Westdeutschland hingegen nahm sie leicht ab.

Gesetz soll Transparenz fördern

CDU und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag darauf verständigt, dass die bestehende Lücke überwunden werden muss. "Es macht mich wütend, wenn ich lese, die Frauen seien selber Schuld an der Lohnlücke", erklärte Schwesig. Frauen erführen meist zufällig, dass ihr Gehalt niedriger sei als das der Männer. Um Gerechtigkeit einfordern zu können, müsse es einen gesetzlichen Auskunftsanspruch geben, so Schwesig.

Frauen könnten nur überprüfen, ob der Grundsatz "gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit" eingehalten werde, wenn Lohnstrukturen transparent seien. Mit einem Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit wolle die Koalition mehr Transparenz schaffen. "Dazu werden wir in diesem Jahr gesetzliche Regelungen auf den Weg bringen", kündigte Schwesig an.

Man unterscheidet zwischen der bereinigten und der unbereinigten Lohnlücke:

Die unbereinigte Lohnlücke kann auf unterschiedliche Gründe zurückgeführt werden. So arbeiten Frauen in Branchen mit geringeren Einkünften, sie arbeiten häufiger Teilzeit und sind seltener in Führungspositionen anzutreffen. Zwei Drittel der Verdienstunterschiede können so erklärt werden.

Das verbleibende Drittel entspricht der bereinigten Lohnlücke. Demnach verdienten Frauen im Durchschnitt auch unter der Voraussetzung vergleichbarer Tätigkeit und äquivalenter Qualifikation im Jahr 2010 pro Stunde sieben Prozent weniger als Männer.

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