Verbrauchertipps

Gesund und sicher grillen

Grillen macht Spaß und ist gesellig. Doch nicht alles was schmeckt gehört auf den Grill. Das gilt für Gepökeltes wie Wiener Würstchen. Auch der Fisch in Alufolie ist nicht immer unbedenklich. Damit Grillen ein gesundes und sicheres Vergnügen ist, hier einige Tipps.

Fleisch und Gemüse auf dem Grill

Sehr beliebt: Die typischen Röst- und Aromastoffe, die beim Grillen über der Holzkohle entstehen.

Foto: Colourbox

Ob Fleisch, Fisch, Gemüse oder Obst: Beim Grillen sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Der große Vorteil dabei ist: Grillen ist fettarm. Es ist wesentlich nährstoffschonender als Kochen, Braten oder Schmoren und grundsätzlich sehr gesund. Dennoch ist manches zu beachten.

Alufolie nicht bei allen Lebensmitteln geeignet

Alufolie und Aluminiumschalen kommen beim Grillen oft zum Einsatz. Was viele nicht wissen: Sie eignen sich nicht bei säure- und salzhaltigen Speisen. Liegen etwa Tomaten, Schafskäse oder mit Zitronensaft gewürzter Fisch auf dem Grill, kann das Aluminium aus der Schale oder Folie auf die Lebensmittel übergehen. Eine hohe Aufnahme von Aluminium kann gesundheitsschädlich sein. Salzen und würzen Sie deshalb erst kurz vor dem Verzehr. Für das Auffangen von Fett sind Aluminiumschalen unbedenklich. Eine Alternative zu Aluminium sind feuerfeste Grillschalen aus Edelstahl oder emailliertem Stahlblech.

Kein gepökeltes und geräuchertes Fleisch

Aufpassen sollte man auch bei gepökelten und geräucherten Lebensmitteln. Gepökeltes Fleisch wie Leberkäse oder Bockwürste enthalten Nitritpökelsalz. Bei hohen Temperaturen reagiert das Nitrit mit den Proteinen des Fleisches. Dabei entstehen krebserregende Nitrosamine. Greifen Sie deshalb lieber zu extra dafür vorgesehenen Brat- und Grillwürsten.

Geräucherte Lebensmittel wie Räucherspeck enthalten in der Regel schon organische Verbrennungsschadstoffe durch den Rauch. Grillt man Geräuchertes, erhöht sich deren Gehalt.

Achtung Fett!

Tropfen Fett, Fleischsaft oder Marinade auf die Glut oder beim Elektrogrill auf die Heizschlange, können krebserregende Stoffe entstehen - polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK). Auch wenn die Kohle noch nicht richtig durchgeglüht ist und Flammen zum Fleisch hochschlagen, bilden sich PAKs. Um das zu vermeiden, empfiehlt sich bei fettreichen und öligen Lebensmitteln eine indirekte Grillmethode. Dabei befindet sich das Glutbett seitlich, sodass das Grillgut nicht unmittelbar über der Glut ist. Verkohlte Stellen an Fleisch, Fisch oder Gemüse sollten Sie großzügig wegschneiden und nicht essen.

Wo Krankheitserreger lauern

Gerade in warmen Jahreszeiten vermehren sich Keime in Lebensmitteln schnell. Salmonellen können neben rohen Tierprodukten auch Oberflächen, Küchengeräte oder andere Speisen verunreinigen. Achten Sie deshalb auf besondere Hygiene.

Im Sommer empfiehlt sich, auf eierhaltige Lebensmittel wie "echte" Mayonnaise und Desserts wie Tiramisu zu verzichten. Außerdem sollte das Fleisch gut durchgegart sein. Bei Geflügel sollten Sie unbedingt darauf achten, dass insbesondere das Fleisch direkt am Knochen gut durchgegrillt ist. Nach jedem Grillen unbedingt den Grillrost und das Grillbesteck von Fett und verbliebenen Speiseresten befreien und gründlich reinigen. Dann kann das nächste Grillfest kommen.

Vor- und Nachteile verschiedener Grills

Die Wahl des Grills ist Geschmackssache. Sehr beliebt ist nach wie vor der Holzkohlegrill. Der Grund sind die typischen Röst- und Aromastoffe, die beim Grillen über der Holzkohle entstehen. Allerdings dauert es einige Zeit, bis der Holzkohlegrill einsatzbereit ist. Um schwerwiegende Verletzungen zu vermeiden, sollten nur geprüfte Grillanzünder verwendet werden. Generell gilt: Holzkohlegrills gehören nicht in die Wohnung. Brennt Holzkohle ab, entsteht das geruchlose Gas Kohlenmonoxid. In geschlossenen Räumen ist es schon in kleinen Mengen lebensgefährlich.

Immer beliebter werden auch Smoker. In dem mit Kohle oder Holz befeuerten Ofen garen die Lebensmittel nicht direkt über dem Feuer, sondern im Rauch und erhalten so ein besonderes Aroma. Doch auch hier entstehen PAK, teilte das Bundesamt für Risikobewertung (BfR) mit. Jedoch liege die PAK-Belastung heißgeräucherter Lebensmittel deutlich unter der von Lebensmitteln, die über offener Flamme zubereitet werden.

Gas- und Elektrogrills sind im Handumdrehen grillbereit. Die gewünschte Temperatur lässt sich bei ihnen auch über einen längeren Zeitraum halten. Zudem entsteht weniger Rauch und es fällt keine Asche an.

Holzkohle umweltbewusst auswählen

Am umweltfreundlichsten ist Grillkohle aus heimischen Holzarten wie etwa Buche. Sie ist etwas teurer, doch dafür glüht sie sehr lange. Das Gros der in Deutschland verwendeten Grillkohle kommt aber aus dem Ausland. Eine gute Orientierung für den umweltbewussten Einkauf bietet das FSC-Siegel für nachhaltige Forstwirtschaft. Beim Abholzen der Wälder werden ökologische und soziale Regeln eingehalten. Das DIN-Zeichen (DIN EN 1860-2) auf Grillmaterialien steht für Produkte ohne Erdöl, Koks, Pech und Kunststoffe.

Und wohin mit der Asche? Diese sollte ausgekühlt in den Restmüll. Für Garten und Kompost ist sie nicht oder allenfalls in sehr kleinen Mengen geeignet.

Vorsicht mit Brandbeschleunigern

Rund 4.000 Grillunfälle gibt es pro Jahr in Deutschland, davon rund 500 mit besonders schweren Verbrennungen. Dies verzeichnet die Deutsche Gesellschaft für Verbrennungsmedizin (DGV). Schuld daran sind in drei Viertel der Fälle flüssige Brandbeschleuniger wie Spiritus oder Benzin, die Verbraucher nachgießen, wenn die Kohle nicht sofort brennt. Doch das führt oft zu einer Verpuffung mit einer bis zu drei Meter hohen Stichflamme. Deshalb: am besten auf Brandbeschleuniger verzichten und immer unter freiem Himmel grillen.

Viele weitere Tipps sowie leckere Grillrezepte finden Sie auf den Webseiten des Bundesumweltamtes und des Bundesamtes für Risikobewertung.

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