Jeder kann Bienen füttern!

Weltbienentag 2022 Jeder kann Bienen füttern!

Bienen sind besonders wichtig für das Gleichgewicht der Natur. Sie tragen zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei und sorgen zugleich für eine große Auswahl an Obst, Gemüse und Blumen. Jeder kann etwas für Bienen tun – ob auf dem Balkon oder im Garten. Hier gibt‘s Fragen und Antworten zum Thema.

Biene bei der Bestäubung auf einer Blüte

Ohne die Bestäubung durch Bienen ist die Ernte von vielen Nutzpflanzen nicht möglich.

Foto: picture alliance/WILDLIFE

Warum ist es so wichtig, Bienen zu schützen? 

Bienen sind wahre Alleskönner: Sie liefern nicht nur Honig, sondern sie sind insbesondere für die Bestäubung der Pflanzen wichtig. Einige Zahlen dazu: 

  • Rund 80 Prozent der heimischen Pflanzen müssen von Bienen und anderen Insekten wie Schmetterlingen bestäubt werden. 
  • Rund 85 Prozent der landwirtschaftlichen Erträge im Pflanzen- und Obstbau hängen in Deutschland von der Bestäubung ab.
  • Für 500 Gramm Honig werden circa 75.000.000 Blüten bestäubt. 

Nach Schätzungen der Universität Hohenheim beträgt der ökonomische Wert der Bestäubung in Deutschland etwa 2,5 Milliarden Euro.

Was können Hobbygärtnerinnen und -gärtner zum Schutz der Bienen tun? 

Durch die gezielte Anpflanzung oder Aussaat von bienenfreundlichen und insbesondere heimischen Blühpflanzen auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten können Interessierte für ein reichhaltiges Nahrungsangebot für Bienen sorgen. Dazu gibt der Deutsche Imkerbund Hinweise

Achten Sie darauf, dass Sie

  • Pflanzen mit verschiedenen Blühterminen pflanzen, damit das Nahrungsangebot ständig gewährleistet ist,
  • gute Nektar- und Pollenlieferanten wählen (Infos dazu gibt es hier),
  • statt einer Wechsel- eine Dauerbepflanzung anlegen, zum Beispiel Stauden und Gehölze,
  • für eine dichte Bepflanzung sorgen (eventuell kombiniert mit mineralischer oder organischer Mulchdecke) um unerwünschten Aufwuchs zu verhindern,
  • eine standortgerechte Pflanzenauswahl treffen (sonnig - schattig, Bodenart),
  • robuste Sorten wählen (z. B. pilzfeste Rosensorten),
  • das Beet möglichst erst jetzt, im Frühjahr zurückschneiden, damit die Samenstände Insekten Überwinterungsmöglichkeiten und Vögeln Winterfutter bieten,
  • blüten- und krautreiche Wiesen anlegen statt englischem Rasen,
  • auf Steingärten, Schotter und Kies verzichten, da diese keinen Lebensraum für Insekten bieten.

Weitere Unterstützung und Informationen finden Sie bei „Bienen füttern!“, einer Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

In einem „Pflanzenlexikon“ hat das Bundeslandwirtschaftsministerium zudem eine Auswahl von mehr als 100 bienenfreundlichen Pflanzen zusammengestellt. Die Broschüre steht zum Download bereit. Interessierte erhalten außerdem Informationen über verschiedene Merkmale wie Blühzeit oder den besten Standort. 

Was tut die Bundesregierung für den Insektenschutz?

Mit dem „Aktionsprogramm Insektenschutz“ wird dem Insektenrückgang und der Reduzierung der Artenvielfalt gezielt entgegengewirkt. Um dieses Ziel zu erreichen hat es konkrete Änderungen im Bundesnaturschutzgesetz und der Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung gegeben. Durch mehr Rückzugsgebiete für Insekten und durch weniger Lichtverschmutzung werden die Lebensbedingungen für Insekten verbessert. Ebenso gibt zahlreiche Einschränkungen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. Unter anderem ist die Anwendung von glyphosathaltigen Pflanzenschutzmitteln durch private Nutzer verboten.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat außerdem eine Vielzahl von Maßnahmen für den Schutz der Bienen ergriffen. Es unterstützt Projekte für mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und es finanziert gemeinsam mit den Ländern das Deutsche Bienen Monitoring, um die periodisch auftretenden Winterverluste von Honigbienenvölkern zu klären. Das Ministerium fördert außerdem Anbaumethoden und Technologien, die helfen, die biologische Vielfalt auf landwirtschaftlichen Flächen zu erhöhen. Dazu gehört unter anderem, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln weiter zu reduzieren und den Anteil des ökologischen Landbaus weiter zu steigern.

Wie gelingt bienenfreundlicher Pflanzenschutz ? 

Viele Gartenfreunde verzichten bereits ganz bewusst auf die Anwendung von Pestiziden, da eine Vielzahl biologischer Alternativen zur Verfügung stehen. So etwa wirken Pflanzenjauchen und -brühen schnell und auf natürliche Weise, indem sie die Abwehrkräfte der Pflanzen gegen Insekten, Pilze und andere Organismen stärken. Kartoffeln (Brühe aus den Schalen) helfen genauso zur Abwehr von Blattläusen wie Brennnesseln (Brühe aus ganzen Pflanzen) und Zwiebeln (Tee aus den Schalen). Hinweise zu den wirksamsten alternativen Pflanzenschutzmaßnahmen gibt es unter anderem beim Umweltbundesamt.

Entscheiden sich Gärtner für die Anwendung von Pestiziden im heimischen Garten sollten sie stets darauf achten, dass sie diese Produkte ordnungsgemäß handhaben. Die vertretbaren Auswirkungen für Umwelt und Gesundheit, die den zugelassenen Mitteln im Rahmen des gesetzlichen Zulassungsverfahrens bescheinigt wurden, werden nämlich nur dann sicher eingehalten.