9 Fakten zu Frauen in der EU

Internationaler Frauentag 9 Fakten zu Frauen in der EU

Weltweit wird am 8. März auf Frauenrechte und die Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht. Wie ist es um die Frauen in der Europäischen Union bestellt – in den Institutionen und Mitgliedstaaten? Einige wissenswerte Namen und Fakten.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde, Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen

Die Französin Christine Lagarde (l.) ist Präsidentin der Europäischen Zentralbank, die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (M.) eine von fünf Regierungschefinnen in der EU und die Deutsche Ursula von der Leyen Präsidentin der EU-Kommission.

Foto: picture alliance/dpa/DAINA LE LARDIC/BELGA

  1. Der Frauenanteil im Europäischen Parlament ist stetig gestiegen. Lag er 1979 noch bei 15,2 Prozent, erreichte er bei der Wahl 2019 mit 40,4 Prozent einen neuen Höchststand. Auch den ersten Vorsitz im Euopäischen Parlament hatte eine Frau inne: Die Französin Simone Veil war Parlamentspräsidentin von 1979 bis 1982. Veil, die den Holocaust überlebte, war nicht nur glühende Europäerin, sondern setzte sich auch unermüdlich für Frauenrechte ein.
  2. In fünf der 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union stehen derzeit Frauen an der Spitze einer Regierung: in Deutschland ist es Angela Merkel, in Litauen Ingrida Šimonytė, in Finnland Sanna Marin, in Estland Kaja Kallas und in Dänemark Mette Frederiksen. Die Regierung in der EU mit dem größten Frauenanteil ist Frankreich: 17 von 31 Kabinettsmitgliedern sind weiblich. Danach folgt Schweden mit zwölf Frauen und zehn Männern in der Regierung. In Finnland sind es zehn Frauen und neun Männer.
  3. Seit Juli 2019 ist Ursula von der Leyen Präsidentin der Europäischen Kommission. Sie ist die erste Frau an der Spitze der wichtigen EU-Behörde. Unter der Deutschen ist die Kommission erstmals beinahe paritätisch besetzt: Von den 27 EU-Kommissionsmitgliedern sind 13 weiblich und 14 männlich. Die Kommission hat sich außerdem zum Ziel gesetzt, bis Ende 2024 auf allen Führungsebenen Geschlechterparität zu erreichen.
  4. Die Französin Christine Lagarde ist seit November 2019 Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Seit ihrer Gründung 1998 wurde die gemeinsame Behörde der Mitgliedstaaten der Europäischen Währungsunion ausschließlich von Männern geleitet. Im vergangenen Jahr hat sich die EZB das Ziel gesetzt, bis 2026 - und damit in der Amtszeit von Lagarde - mindestens die Hälfte der neuen und offenen Stellen auf allen Ebenen mit Frauen zu besetzen.
  5. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist in den EU-Verträgen und der Charta der Grundrechte als einer der zentralen Werte der EU verankert. Laut Artikel 3 im Vertrag über die Europäische Union zählt zu den Aufgaben der Gemeinschaft, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern - „bei allen ihren Tätigkeiten“. Ungleichheiten müssen beseitigt werden.
  6. 2019 waren im EU-Durchschnitt 34 Prozent der Führungspositionen von Frauen besetzt, so das Statistische Bundesamt. Spitzenreiter war Lettland mit einem Frauenanteil von 46 Prozent. Auch in Polen (44 Prozent) und Schweden (40 Prozent) sind relativ viele Frauen in leitenden Positionen. In Deutschland lag der Anteil bei 30 Prozent. 
  7. Frauen in der EU verdienten 2018 durchschnittlich 15 Prozent weniger als Männer. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. Zwischen den Mitgliedstaaten zeigen sich große Unterschiede: So fiel der sogenannte „Gender Pay Gap in Estland mit fast 22 Prozent deutlich höher aus als in Luxemburg mit etwa einem Prozent. In Deutschland verdienten Frauen rund 20 Prozent weniger als Männer. 
  8. Die Europäische Kommission hat im März 2020 ihre Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2020-2025 vorgestellt. Sie enthält sechs Schwerpunkte, bei denen bis 2025 Fortschritte erzielt werden sollen: Freiheit von Gewalt und Stereotypen; Geschlechtergerechte Wirtschaft; Gleichberechtigte Führungsverantwortung in der Gesellschaft; Gender Mainstreaming und eine intersektionelle Perspektive in EU-Politikmaßnahmen; Finanzierung von Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung in der EU; Förderung der Gleichstellung der Geschlechter und der Rechte der Frau weltweit.
  9. 2019 konnten Frauen in der EU ein höheres Bildungsniveau als Männer vorweisen: Das Niveau im Tertiärbereich (Hochschulen, Berufsakademien, Fachschulen) haben 34 Prozent der Frauen und 29 Prozent der Männer erreicht. Auf einem niedrigeren Bildungsniveau gab es hingegen kaum Unterschiede. In fast allen Mitgliedstaaten hatten mehr Frauen als Männer ein höheres Niveau erzielt. 
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