Frankfurter Buchmesse startet digital

Corona-bedingte Sonderausgabe Frankfurter Buchmesse startet digital

Corona-bedingt findet die Frankfurter Buchmesse in diesem Jahr ohne Hallenausstellung und Veranstaltungen mit Publikum statt. Das gilt auch für die Eröffnung. Ihrem Anspruch als weltgrößte Bücherschau will die Messe in ihrer diesjährigen digitalen Sonderausgabe dennoch gerecht werden.

Motiv in der Messehalle der Frankfurter Buchmesse, die in diesem Jahr weitgehend digital stattfindet

Frankfurt lädt vom 14. bis 18. Oktober zur weltgrößten Bücherschau ein.

Foto: Marc Jacquemin/Frankfurter Buchmesse

Anspruch der Frankfurter Buchmesse ist es auch in dieser Sonderausgabe, der weltweit wichtigste Handelsplatz für Inhalte der Buch- und Verlagsbranche zu sein – und ein großes Fest der Literatur und Kultur.

In diesem Jahr ist das Corona-bedingt eine besondere Herausforderung: Nachdem zuletzt auch die Publikumsveranstaltungen auf der ARD-Buchmessenbühne abgesagt werden mussten, findet die Messe mit wenigen Ausnahmen virtuell statt.

Signale der Hoffnung

Das galt auch für die Eröffnungsfeier am Dienstag in der Festhalle auf dem Messegelände, die Interessierte und Buchfans in aller Welt nur via Livestream verfolgen konnten.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters nutzte die Gelegenheit, um zunächst dem Buchmessen-Team zu danken: "Für das Engagement, für die Beharrlichkeit und die Nervenstärke, die es braucht, um eine pandemiebedingte Sonderausgabe der Buchmesse zu einem virtuellen Fest der Vielfalt zu machen und damit Signale der Hoffnung und des Aufbruchs in die literarische Welt zu senden."

Grütters: Bedeutung literarischer Vielfalt

Mit dem Blick auf das diesjährige Buchmessen-Motto des Ehrengastes Kanada "Singular Plurality" ging die Kulturstaatsministerin anschließend auf die Vielfalt ein, mit der Literatur so facettenreich und vielschichtig wie keine andere Kunstform die Vielfalt des Menschlichen ergründe. Sie sei damit eine Quelle für Verständnis und Mitgefühl und als solche bitter notwendig in einer Welt, in der die Sehnsucht nach Eindeutigkeit Ideologen und Autokraten Zulauf beschere.

Allerdings gerieten Literatur und Kunst immer wieder zwischen die Fronten, wo einzelne gesellschaftliche Gruppen sich zu Richtern aufschwingen würden. Es gehöre aber zum Wesen eines Kunstwerks, dass es verschiedene Interpretationen zulasse, erklärte Grütters weiter. "Missverständnisse, Unklarheiten und Mehrdeutigkeiten sind der Preis für die Freiheit der Kunst und die Freiheit des Wortes. Dafür muss Raum sein in einer demokratischen Gesellschaft."

Buchmesse digital

Die 72. Frankfurter Buchmesse hat für die diesjährige "Special Edition“ ein umfangreiches virtuelles Angebot auf die Beine gestellt. Den dafür erforderlichen Ausbau digitaler Formate der Messe förderte der Bund in diesem Jahr mit zwei Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm NEUSTART KULTUR. Weitere zwei Millionen Euro sind für eine deutliche Reduzierung der Standgebühren bei der Frankfurter Buchmesse 2021 vorgesehen.

In den letzten Monaten habe die Buchmesse ihre zahlreichen, bereits vorhandenen Services zu einem stimmigen digitalen Gesamtkonzept ausgebaut. "So treffen internationale Publishing Professionals auf bekannte und auch neue Digitalformate, mit denen sie auch in Zeiten von Corona ihr Geschäft vorantreiben können", erklärt der Direktor der Buchmesse, Jürgen Boos.

Aber auch die vielen Buchfans werden nicht zu kurz kommen. Ein Highlight für sie ist das BOOKFEST digital - ein virtuelles Kulturfestival mit Lesungen, Performances und Talk-Runden, das am Messesamstag weltweit live miterlebt werden kann. 

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