Forum Nachhaltgkeit im Kanzleramt
2023 markiert die Halbzeit zur Erreichung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele. Deshalb ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen und sich zu fragen, was Deutschland erreicht hat und wo Nachholbedarf besteht. Darüber haben sich Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden und der Bundesregierung im Bundeskanzleramt ausgetauscht.
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Forum Nachhaltigkeit im Bundeskanzleramt: Die deutsche Nachhaltigkeitsstrategie ist der Fahrplan.
Foto: Bundesregierung/Kugler
Staatsministerin Sarah Ryglewski hat bei ihrer Begrüßung an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums Nachhaltigkeit appelliert: „Wir müssen dafür sorgen, dass Nachhaltigkeit weit oben auf der Agenda bleibt.“ Insbesondere die ökologische Transformation sollte so gestaltet werden, dass alle Menschen mitgenommen werden und der soziale Zusammenhalt gestärkt wird. Ungleichheiten müssten beseitigt oder verringert werden, ergänzte Ryglewski. Die Staatsministerin beim Bundeskanzler ist innerhalb der Bundesregierung für die Nachhaltigkeitspolitik zuständig.
Das Forum Nachhaltigkeit findet seit 2017 jährlich statt. Es dient dem Austausch der Bundesregierung mit zentralen Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft und Wissenschaft über Stand und Zukunft der Umsetzung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und der Agenda 2030.
Ängste der Menschen ernst nehmen
„Wir müssen die Ängste der Menschen, die mit dem Umbau unserer Wirtschaft und unserer Gesellschaft verbunden sind, ernst nehmen und die Bürgerinnen und Bürger befähigen, diese Transformation mitzugestalten.“
Die Staatsministerin hob die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie hervor. Sie sei ein gutes und bewährtes Instrument, das alle drei Dimensionen von Nachhaltigkeit integriert: Soziales, Ökologie, Wirtschaft. Die Strategie definiere die Umsetzung der Agenda 2030 in Deutschland.
Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie sei der Fahrplan für die Transformation zu einer nachhaltigeren Gesellschaft und zugleich Deutschlands Beitrag zur Antwort auf die weltweiten multiplen Krisen.
Offen und konstruktiv
Alle teilnehmenden Organisationen stellten ihre jeweiligen Aktivitäten und Prioritäten für eine nachhaltige Entwicklung dar. Offen und konstruktiv erörterten sie das weitere Vorgehen. In welchen Bereichen sollte die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie noch in diesem Jahr aktualisiert werden? Was sollte in die umfassende Weiterentwicklung bis 2024 aufgenommen werden?
Intensiv diskutiert hat das Forum über die sechs in der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie beschriebenen Transformationsbereichen:
- Menschliches Wohlbefinden und Fähigkeiten, soziale Gerechtigkeit
- Energiewende und Klimaschutz
- Kreislaufwirtschaft
- Nachhaltiges Bauen und Verkehrswende
- Nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme
- Schadstofffreie Umwelt
In der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie wurden sechs Transformationsbereiche identifiziert, in denen der Handlungsbedarf am größten ist. Um weitere Fortschritte zu erzielen, wurden ressortübergreifende Projektgruppen eingesetzt, die „Transformationsteams“. Die Teams schauen sich insbesondere die Ziele an, die vorraussichtlich bei dem jetzigen Umsetzungstempo bis 2030 nicht erreicht werden können. Sie schlagen entsprechende Maßnahmen vor.
Auch über diese sogenannten Hebel – Instrumente zur Erreichung der Ziele – wurde in Workshops diskutiert:
- internationale Verantwortung und Zusammenarbeit
- Indikatoren zur Messung der Ziele, die bis 2030 erreicht werden sollen
Staatsministerin Ryglewski (vorne) im Kreis der Koordinatorinnen und -koordinatoren der Ressorts.
Foto: Bundesregierung/Kugler
Pioniere des Wandels werden gebraucht
Deutschland und die Welt brauchen einen gesellschaftlichen Wandel hin zur Nachhaltigkeit. Für eine solche Nachhaltigkeitstransformation werden „Pioniere des Wandels“ gebraucht, so Ryglewski. Das sind Bürgerinitiativen, Kommunen, Kirchen, Gewerkschaften, ökologisch orientierte Unternehmen und die Wissenschaft.
Das im September ins Leben gerufene Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit ist eine wichtige Bund-Länder-Initiative, um die gesamte Gesellschaft einzubinden und die Nachhaltigkeitsinitiativen sichtbar zu machen.
Das Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit basiert auf einer offenen Web-Plattform. Es geht darum, die vielen bereits existierenden Nachhaltigkeitsaktivitäten sichtbar zu machen, zu vernetzen und neue Aktivitäten anzustoßen. Es soll beitragen, einen gesellschaftlichen Schwung für die Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele zu erzeugen. Die Plattform wird vom Rat für Nachhaltige Entwicklung betrieben.