Bund gründet eigene Software-Entwicklungseinheit

DigitalService4Germany Bund gründet eigene Software-Entwicklungseinheit

Die Bundesregierung hat nun eine eigene Software-Entwicklungseinheit: den "DigitalService4Germany". Damit steht den Bundesbehörden ein alternativer Inhouse-Dienstleister zur Verfügung, der bedarfsorientiert und agil nutzerfreundliche Software wie zum Beispiel Apps entwickeln kann.

Eine junge Frau und ein junger Mann stehen in einem Büro vor einem Laptop.

Der Digital Service ist aus den Fellowship-Programmen Tech4Germany und Work4Germany hervorgegangen, deren Schirmherr Kanzleramtschef Helge Braun ist.

Foto: Getty Images/HinterhausProductions

"Bei der neuen Bundes-GmbH wird nicht einfach nur eingekauft, sondern Kapazitätsaufbau und Wissenstransfer in der Verwaltung gehören gleich mit dazu, denn es wird gemeinsam mit der Verwaltung am Produkt gearbeitet", so Kanzleramtschef Helge Braun.

Was ist der DigitalService4Germany?

Der DigitalService4Germany ist eine Inhouse-Software-Entwicklungseinheit des Bundes, die für die Bundesministerien und nachgeordneten Behörden bedarfsorientiert Software-Produkte entwickeln soll.

Der Digital Service entwickelt digitale Lösungen mit dem Staat, welche die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellen. Zugleich werden Kapazitätsaufbau und Wissenstransfer in der Verwaltung erzielt. Es wird also nicht "nur" eingekauft, sondern gemeinsam mit der Verwaltung am Produkt gearbeitet.

Wie ist der Digital Service organisiert?

Der DigitalService4Germany ist eine GmbH in Bundeshand, die als privatrechtlich organisierter Dienstleister gegen Entgelt Software-Entwicklung für Bundesbehörden anbietet. Dies können zum Beispiel Apps sein.

Hervorgegangen ist der Digital Service aus den Fellowship-Programmen Tech4Germany und Work4Germany, deren Schirmherr Kanzleramtschef Helge Braun ist. Die Programme werden von der neuen GmbH als ein Teilbereich fortgeführt.

Wozu bedarf es einer eigenen Bundes-GmbH?

Gerade während der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie dringend mitunter Bedarf für nutzerfreundliche digitale Lösungen entsteht - unter anderem durch die Entwicklung von Anwendungen wie der Corona-Warn-App.

Als Inhouse-Gesellschaft des Bundes kann der Digital Service kurzfristig und ohne vorherige Ausschreibungen Prototypen bis hin zu fertigen Anwendungen selbst entwickeln. Er soll dabei nicht wie eine Behörde handeln - und konkurriert damit grundsätzlich auch mit anderen Unternehmen am Markt um Aufträge und Personal. Das stärkt die digitale Handlungsfähigkeit des Staates.

Wie wird der Digital Service finanziert?

Die neue GmbH wird mit einem Startkapital in Höhe eines hohen einstelligen Millionenbetrags durch den Bund ausgestattet; anschließend soll sie sich spätestens nach vier Jahren selbst tragen durch die Entgelte, die sie für ihre Softwareprodukte von den Auftraggebern erhält. Sie soll dabei projekt- beziehungsweise auftragsbasiert arbeiten und daher konjunkturabhängig agieren können.

Die genaue Höhe des Bundesanteils ist noch Gegenstand der haushaltspolitischen Verhandlungen.

Wann startet der Digital Service?

Die neue GmbH wird direkt nach Gründung sowohl mit der Projekt- als auch mit der Personalakquise beginnen. Mit ersten operativen Tätigkeiten ist voraussichtlich bereits im Herbst zu rechnen.

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