Bezahlbarer Urlaub für alle

Gemeinnützige Familienferienstätten Bezahlbarer Urlaub für alle

Alle Familien sollen die Möglichkeit auf eine Pause vom Alltag haben - unabhängig von ihrem Einkommen. Deshalb fördert der Bund sogenannte Familienferienstätten wie das "Haus am Meer" auf der ostfriesischen Insel Spiekeroog. Neben Erholung gibt es hier Sport-, Bildungs- und Beratungsangebote für Eltern und Kinder.

Die Jugend- und Familienferienstätte Haus am Meer aus der Vogelperspektive betrachtet.

Die Jugend- und Familienferienstätte Haus am Meer auf Spiekeroog.

Foto: Diakonie Ruhr-Hellweg e.V/Axel Nickol

Das niedersächsische Wattenmeer: Am Westende der ostfriesischen Insel Spiekeroog, etwas abseits des eigentlichen Inseldorfes und direkt hinter den Dünen, liegt das "Haus am Meer". Die Einrichtung ist eine von über 80 gemeinnützigen Familienferienstätten der Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung, die vom Bundesfamilienministerium gefördert werden. 

Die  Bundesarbeitsgemeinschaft Familienerholung ist ein Zusammenschluss von Evangelischer Familienerholung, dem Katholischen Arbeitskreis Familienerholung und dem Gemeinsamen Arbeitskreis Familienerholung. 

Begegnung in der Familie und mit anderen

Axel Nickol ist zentraler Ansprechpartner für das Thema Reisen bei der Diakonie Ruhr-Hellweg, dem Träger vom "Haus am Meer". Er beschreibt das Konzept der Familienferienstätte so: Es gehe darum, "Familien den Raum zu bieten, Urlaub zu machen, mal wieder rauszukommen und Neues zu erleben". Dabei stehe die Begegnung im Vordergrund: "Bei uns gibt es viele Bereiche, in denen die Gäste wirklich zusammentreffen können und sollen", erklärt Nickol. Auch wollen die Mitarbeiter der Familienferienstätte ihren Gästen Orientierung bieten und Impulse für den Alltag zuhause mitgeben.

Wohnangebote für Menschen mit Behinderungen

160 Betten zählt das "Haus am Meer". Neben Alleinerziehenden, Familien mit geringem Einkommen und solche, die besonders kinderreich sind, sind auch Menschen mit Behinderungen oder mit pflegebedürftigen Angehörigen willkommen. Für sie stehen barrierefreie oder barrierearme Ferienwohnungen zur Verfügung. Auch der Gruppenbereich mit Mehrbettzimmern, die Gemeinschaftsräume und das gesamte Gelände sind möglichst barrierearm. Eine echte Herausforderung auf einer Insel.

Qualifizierte Kinderbetreuung

Inklusion und individuelle Förderung spielen auch bei dem pädagogischen Angebot der Familienferienstätte eine wichtige Rolle. "Das ist natürlich auch etwas anderes als ein Kids-Club, wie man das aus anderen Bereichen kennt. Unsere Mitarbeitenden sind darauf geschult, mit besonderen Situationen umzugehen", berichtet Nickol. Dabei geht es nicht nur um die Arbeit mit behinderten Kindern, sondern beispielsweise auch um den Umgang mit trauernden Menschen.

Ein besonders beliebtes Angebot ist die "Strandgutwerkstatt": Hier entdecken die Kinder spielerisch das Thema Nachhaltigkeit, indem sie gesammeltes Strandgut zum Basteln nutzen. Das macht nicht nur Spaß und ist lehrreich, sondern fördert auch die Motorik. Mit Unterstützung des Bundesfamilienministeriums entsteht nun sogar ein barrierefreies Gebäude.

Noch freie Plätze

Die Corona-Pandemie hat viele Familien vor besondere Herausforderungen gestellt. Umso größer ist der Erholungsbedarf in diesem Jahr. Gleichzeitig sind durch Kurzarbeitergeld und Jobverlust mehr Familien auf günstige Urlaubsmöglichkeiten angewiesen. Umso gefragter sind bezahlbare Familienferienstätten wie das "Haus am Meer". Das Team der Einrichtung ist bemüht, auch in Corona-Zeiten so vielen Menschen wie möglich so viel Programm wie möglich zu bieten - natürlich unter Einhaltung der Corona-bedingten Schutzmaßnahmen. 

Wer im Sommer oder Herbst im "Haus am Meer" oder einer anderen Familienferienstätte Urlaub machen möchte, dem empfiehlt Nickol einen Blick auf die Seiten der evangelischen Familienerholung und der Bundesarbeitsgemeinschaft. Noch sind Plätze frei.

Mit 25 Milliarden Euro vom Bund sollen soziale Einrichtungen wie die Familienferienstätten langfristig gesichert werden. Das Programm knüpft unmittelbar an die Soforthilfe an. Jede Einrichtung kann so bis zu 80 Prozent ihrer Fixkosten für die Monate Juli bis August erhalten. Die Höchstsumme pro Betrieb beträgt 150.000 Euro.