Expertenkommission übergibt Konzept für ein nationales Institut für Fotografie – Grütters: „Seriöse Basis für weitere Planungen“

„Die große Resonanz auf meinen Vorschlag, ein nationales Fotoinstitut zu gründen, zeigt: Die Fotografie hat sich als Kunstgattung fest etabliert und prägt das Gedächtnis unserer Gesellschaft. Mit dem Konzept liegt nun eine seriöse Grundlage für die Errichtung eines deutschen Instituts für Fotografie vor“, sagte die Kulturstaatsministerin. „Das Papier basiert nicht nur auf der hervorragenden Expertise der Kommission selbst, sondern auch auf zahlreichen Gesprächen mit Sachverständigen im In- und Ausland.“

Sie werde das Konzept zunächst auswerten und dann weitere Schritte zur Umsetzung eines Fotoinstituts einleiten, sagte Grütters. „Denn eines ist klar: Nur durch ein nationales Institut für Fotografie wird es gelingen, der Fotografie in und aus Deutschland den hohen Rang einzuräumen, der diesem Medium neben den anderen Kunstsparten weltweit gebührt.“

Die Kulturstaatsministerin dankte den Kommissionsmitgliedern für ihr engagiertes Mitwirken. „Mit ihrem Konzept haben sie eine entscheidende Voraussetzung geschaffen, um unser großes und weltberühmtes fotografisches Kulturerbe auf Dauer zu bewahren, aufzuarbeiten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“

Zum Inhalt:
Als Hauptaufgaben des neu zu gründenden Fotoinstituts nennt das Konzept die Sicherung, Bewahrung und Aufarbeitung von Vor- und Nachlässen herausragender deutscher Fotografinnen und Fotografen. Außerdem soll dort die notwendige Forschung zu Fragen der Restaurierung und Konservierung geleistet werden, deren Ergebnisse auch anderen bereits bestehenden Einrichtungen zugutekommen sollen. Weiter ist vorgesehen, die Arbeitsergebnisse durch Ausstellungen, Publikationen und Veranstaltungen zu vermitteln.

Der Leiter der Kommission, Thomas Weski, sagte: „Unser Umgang mit den historischen und gegenwärtigen Beständen fotografischer Bildproduktion wird entscheidend mitbestimmen, was in Zukunft vergessen oder aber in Erinnerung bleiben wird. Unsere Wunschvorstellung ist ein Institut, das der Sichtbarkeit, der Forschung und der Vermittlung der Fotografie als Medium in der ganzen Bandbreite ihrer Anwendungen und den Leistungen herausragender zeitgenössischer deutscher Fotografinnen und Fotografen im nationalen und internationalen Rahmen dient. Wir versprechen uns von einem Bundesinstitut, dass es Wissen und Exzellenz produziert, Standards setzt, die Zusammenarbeit fördert und so Leuchtturmfunktion hat.“

Weiterhin erläutert Thomas Weski: „Als Standort für ein künftiges Bundesinstitut empfiehlt die Expertenkommission die Stadt Essen. Mit der Folkwang-Universität, dem Museum Folkwang, der Zeche Zollverein und dem Engagement der Krupp-Stiftung sieht sie hier eine hervorragende Konzentration von Einrichtungen und vorhandener Sachkompetenz zum Schwerpunkt Fotografie. In einer Stadt mit langer Tradition in der Förderung des Mediums Fotografie könnte so ein zukunftsfähiges, lebendiges und forschungsstarkes Kraftzentrum mit nationaler und internationaler Ausstrahlung entstehen“.

Der Expertenkommission gehören an:
Prof. Thomas Weski, Stiftung für Fotografie und Medienkunst mit Archiv Michael Schmidt (Leitung),
Prof. Dr. Thomas W. Gaehtgens, Direktor Emeritus des Getty Research Institute, Los Angeles,
Prof. Ute Eskildsen, Fotografin, Kuratorin und Fotohistorikerin, sowie Katrin Pietsch, Dozentin am internationalen Studiengang Conservation and Restoration of Cultural Heritage mit der Spezialisierung Fotorestaurierung an der Universität von Amsterdam.

Das Konzept ist abrufbar unter www.kulturstaatsministerin.de