„Gute Schulen sichtbar machen“

Verleihung des Deutschen Schulpreises „Gute Schulen sichtbar machen“

Mit innovativen Ideen guten Unterricht gestalten: Dafür stehen die fünf Sieger des Deutschen Schulpreises. Den mit 100.000 Euro dotierten Hauptpreis überreichte Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger an ein berufliches Bildungszentrum in Mecklenburg-Vorpommern.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger mit Preisträgern des Schulpreises.

Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger mit den Vertretern der Gewinner-Schule, das Regionale Berufliche Bildungszentrum Müritz in Waren.

Foto: picture alliance/dpa

In einem Simulationslabor bereiten sich Pflegeschülerinnen und -schüler auf den Praxiseinsatz vor. In einer Holzwerkstatt testen angehende Tischlerinnen und Tischler ihre Fertigkeiten. Und in der Lehrküche oder dem Lehrrestaurant stehen den Schülerinnen und Schülern modernere Geräte als in den Betrieben zur Verfügung: Das Regionale Berufliche Bildungszentrum Müritz in Mecklenburg-Vorpommern ist Hauptsieger des Deutschen Schulpreises 2022. Vom Koch bis zur Mediengestalterin lernen hier insgesamt 1.400 Jugendliche und bereiten sich auf den Arbeitsmarkt vor.

Wie in einer Hochschule

Die Jury des Schulpreises würdigte vor allem das konzentrierte Arbeiten am Bildungszentrum: Man habe das Gefühl, in einer Hochschule zu sein. Bei der Preisverleihung in Berlin hob Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger die weitere Begründung der Jury hervor: Die Schule werde dem Anspruch auf beeindruckende Weise gerecht, für den Arbeitsmarkt der Zukunft auszubilden. Zudem sorge sie für ein wertschätzendes und anregendes Lernklima.

Auch persönlich zeigte sich die Bundesbildungsministerin von dem Engagement des Bildungszentrums und der anderen Schulen angetan: „Wir haben heute so viele tolle Beispiele gesehen. Wenn man das sieht, das sollte überall so sein.“ Für besonders wichtig halte sie es, gute Schulen und ihre innovativen Konzepte sichtbar zu machen und zu würdigen. Und dies leiste der Deutsche Schulpreis.

Olaf Scholz: „Gute Bildung braucht Wertschätzung“

Stark-Watzinger überreichte den Hauptpreis in Vertretung des Bundeskanzlers, der wegen seiner Corona-Erkrankung nicht vor Ort sein konnte. Der Kanzler ließ jedoch ausrichten, dass gute Bildung Wertschätzung brauche. „Die heute gekürten Preisträger-Schulen sind auch Vorbild für andere Schulen. Sie zeigen, wie Schule in all ihrer Vielfalt gelingen kann und wie mit gutem Unterricht jede Schülerin und jeder Schüler erreicht werden kann.“

Vier weitere Preisträger

Insgesamt wurden 15 Schulen für das Finale nominiert. Das Berufliche Bildungszentrum erhält als Hauptpreisträger 100.000 Euro. Vier weitere Preise in Höhe von je 30.000 Euro bekommen eine Grundschule in Berlin, eine Integrierte Gesamtschule aus Niedersachsen, eine Berufsschule aus Nordrhein-Westfalen und die Deutsche Europäische Schule in Singapur. Sie alle stehen dafür, das Lernen und Lehren neu zu denken und damit weit über das Klassenzimmer hinaus Erfolg zu haben.

Für Ministerin Stark-Watzinger hat Bildung eine vielfältige Bedeutung. Sie sei mehr als die Vermittlung von Wissen. Es gehe auch darum, Kompetenzen zu erlernen, selbstbestimmt und selbstbewusst durchs Leben zu gehen.

Unterstützung des Bundes für 4.000 Schulen

Die Bundesregierung unterstütze die Länder mit Nachdruck beim Thema Bildung, gerade dann, „wenn der Bund einen Mehrwert schaffen kann“. Als ein Beispiel nannte Stark-Watzinger das „Startchancen-Programm“. Damit will die Bundesregierung 4.000 Schulen mit massiven Investitionen in Gebäude, Unterrichtsräume und Ausstattung unterstützen. Gelder für inner- und außerschulische Lernangebote sowie für Schulsozialarbeit sind auch vorgesehen. Ziel ist es insbesondere, Kindern und Jugendlichen bessere Bildungschancen unabhängig von der sozialen Lage ihrer Eltern zu ermöglichen.

Dem Beruflichen Bildungszentrum Müritz sollten mit Blick auf die Schulpreis-Finanzspritze nun viele Chancen offenstehen. Wofür das Geld genau eingesetzt wird, ist noch unklar. Ein Schüler des Bildungszentrums gab bei der Preisverleihung aber schon einmal eine Richtung vor: „Da könnte man natürlich in jede mögliche Richtung investieren, Digitalisierung oder natürlich Inklusion.“  

Der Deutsche Schulpreis  ist der renommierteste und höchstdotierte Preis für vorbildlich arbeitende Schulen. Die Robert Bosch Stiftung vergibt die Auszeichnung seit 2006 gemeinsam mit der Heidehof Stiftung. Seit dem Start der Initiative haben sich bereits etwa 2.500 Schulen für den Preis beworben. In diesem Jahr stand der Wettbewerb unter dem Motto „Unterricht besser machen“.        

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