Wegweiser für nachhaltige Innovationen

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Deutscher Nachhaltigkeitspreis 2023 Wegweiser für nachhaltige Innovationen

Vorreiter für eine nachhaltige Zukunft: Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis würdigt Spitzenleistungen in Wirtschaft, Kommunen und Forschung. Erstmals ist er auch in der Kategorie Sport verliehen worden.

4 Min. Lesedauer

Bundesinnenministerin Faeser verleiht gemeinsam mit DFB-Vizepräsidentin für Gleichstellung Célia Šašić den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Sport an Special Olympics Deutschland e.V.

Bundesinnenministerin Faeser und DFB-Vizepräsidentin für Gleichstellung Célia Šašić (2. von l.) verleihen den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Sport an den Special Olympics Deutschland e.V.

Foto: picture alliance/dpa/Revierfoto

Die Glasindustrie ist eine der energieintensivsten Branchen in Deutschland: Für die Glasherstellung nutzen Unternehmen hauptsächlich fossile Energieträger wie Erdgas; der Schmelzprozess setzt zusätzlich große Menschen an CO2 frei. Dass dies nicht zwangsläufig so sein muss, zeigt der Technologiekonzern Schott AG. Technologiewandel und der Einsatz von grünem Wasserstoff sollen das Unternehmen bis 2030 klimaneutral machen.

Für diesen Einsatz hat die Schott AG in der vergangenen Woche den Deutschen Nachhaltigkeitspreis (DNP) erhalten. Seit 2008 zeichnet der Preis wegweisende Initiativen für eine nachhaltige Transformation der Gesellschaft aus. Sein Ziel ist es, Aktivitäten zu vernetzen, Partnerschaften anzuregen und Beispiele guter Praxis sichtbar zu machen. 2023 wurden in insgesamt acht Wettbewerben aus mehr als 1.200 Bewerberinnen und Bewerbern die Preisträger ermittelt. Die Verleihung fand bei den Deutschen Nachhaltigkeitstagen in Düsseldorf statt.

Mit Ehrenpreisen wurden CNN Anchor Christiane Amanpour, die US-amerikanische Grammy-Preisträgerin Macy Gray, Professor Klaus Töpfer, die Berliner Kultband Culcha Candela, Popstar Zoe Wees und Formel-1-Legende Sebastian Vettel geehrt.

Die Auszeichnung wird vergeben von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e.V. in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung, kommunalen Spitzenverbänden, Wirtschaftsvereinigungen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Forschungseinrichtungen.

Leuchttürme der Transformation

Einhundert Unternehmen aus allen Branchen wurden dieses Jahr mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet. Sie stehen für besonders wirksame, erfolgreiche und beispielhafte Beiträge für eine nachhaltige Transformation. Nun gilt es, ihre Lösungen in die Breite zu tragen.

Schott AG – Sieger im Bereich Glas- und Keramikindustrie

Um ihre ehrgeizigen Ziele zu erreichen, hat die Firma Schott einen Aktionsplan entwickelt, der vier Hauptbereiche umfasst: einen Technologiewandel, den Übergang zu 100 Prozent Grünstrom, die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz und die Kompensation verbleibender Emissionen. Seit 2020 konnte der Konzern seine klimaschädlichen Emissionen bereits um 60 Prozent senken.

Der Schwerpunkt liegt auf dem Technologiewandel - insbesondere in Bezug auf die sehr energieintensive Glasschmelze. Hier setzt Schott auf Elektrifizierung der Schmelzwannen mittels Grünstrom und den Einsatz von grünem Wasserstoff.

Ende 2022 wurde in Tests einer bisher ausschließlich mit Erdgas betriebenen großindustriellen Schmelzwanne bis zu 35 Volumenprozent Wasserstoff über mehre Wochen beigemischt. Im Labor gelang 2023 eine Testschmelze mit 100 Prozent Wasserstoff. Erste Ergebnisse zeigen, dass eine Umstellung der Schmelztechnologie weg von Erdgas möglich ist.

Schott wurde außer mit dem Unternehmenspreis auch mit dem Sonderpreis für besondere Leistungen in dem Transformationsfeld Klima gewürdigt. Dieser Sonderpreis wurde in insgesamt fünf Kategorien verliehen - Klima, Ressourcen, Natur, Lieferkette und Gesellschaft.

Acker e.V. – Sieger im Bereich Aus- und Weiterbildung

Ein weiterer Gewinner des Abends ist der Verein Acker. Der eingetragene Verein entwickelt bereits seit 2013 praktische Bildungsprogramme für Schulen und Kitas sowie Privathaushalte mit Fokus auf dem Anbau von Gemüse. Ziel der Programme ist es, dass Kinder und Jugendliche natürliche Zusammenhänge besser verstehen und ihr eigenes Verhalten reflektieren, Wertschätzung für Lebensmittel entwickeln sowie sich gesünder und nachhaltiger ernähren.

Mit den Programmen GemüseAckerdemie und GemüseKlasse für Schulen und AckerRacker für Kitas hat Acker e.V. ein erfolgreiches Train-the-Trainer-Konzept entwickelt, welches Lehrer und Erzieher befähigt, Kinder beim Gemüseanbau anzuleiten. Die Programme sind sehr erfolgreich: 2023 wurden mehr als 1.600 Schulen und Kindergärten sowie 15 Universitäten, Hochschulen und Fachschulen erreicht.

„Nachhaltigkeit und die Wertschätzung von Natur und Lebensmitteln müssen einen festen Platz in unserer Bildung haben“, so Geschäftsführender Vorstand Christoph Schmitz. „Bis 2030 wollen wir die Voraussetzung schaffen, dass jedes Kind in Deutschland im Laufe seiner Kindergarten- oder Schulzeit die natürlichen Kreisläufe und Nachhaltigkeit auf dem Acker mit allen Sinnen erleben kann. Die Auszeichnung mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis zeigt uns, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“  

Erstmalig 2023: Nachhaltigkeitspreis Sport

Gerade der Sport hat das Potential, Ideen und Lösungen für mehr Nachhaltigkeit einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und in andere Lebensbereiche zu übertragen. Mit dem nun erstmals verliehenen Deutschen Nachhaltigkeitspreis Sport wurden vorbildliche soziale und ökologische Leistungen aus der Sportwelt ausgezeichnet. 

Die Preisträger, die von Bundesinnenministerin Nancy Faeser und DFB-Vizepräsidentin Celia Šašić gewürdigt wurden, waren der Sportvereinigung Feuerbach 1883 aus Stuttgart, der Landessportbund Hessen und die Khulula AG – ein Hersteller nachhaltiger Produkte im Outdoor- vor allem im Wassersport.

In der Kategorie „Groß-Veranstaltungen, Spieltage und Sportfeste“ wurde Special Olympics Deutschland e.V. // LOC Special Olympics World Games Berlin 2023 augezeichnet. Diese inklusive Sportveranstaltung – die größte dieser Art weltweit – stand ganz im Zeichen der Bedürfnisse der Athletinnen und Athleten, der Implementierung der UN-Behindertenrechtskonvention sowie der UN-Nachhaltigkeitsziele.

Es ist den Veranstaltern gelungen, ein Bewusstsein für die Lebenssituation von Menschen mit geistiger Beeinträchtigung zu schaffen sowie über vielfältige Begegnungen Vorurteile abzubauen, heißt es in der Begründung. Von Beginn an war es erklärtes Ziel, das gesamte Land einzubinden und neue Wege in der Berichterstattung zu gehen. Dementspechend waren auch Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung in die Planung und Durchführung der Weltspiele eingebunden.