Helene Banner ist Beamtin bei der EU-Kommission. Um das zu werden, musste sie sich dem schwierigen Concours-Verfahren stellen. Im ersten Teil unseres Beitrags gibt sie Tipps, wie dieser Concours erfolgreich gemeistert werden kann. Im zweiten Teil erfahren Sie mehr über ihre Karriere in Brüssel.
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Die Europafahne - das Symbol der Europäischen Union.
Foto: Colourbox/Salaverria
Heute möchten wir Ihnen Helene Banner vorstellen. Sie ist Leiterin der Kommunikationsabteilung bei der Vertretung der EU-Kommission in Berlin. Ihr Anliegen ist es, Europa einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen. Der Weg zu dieser wie Banner selbst sagt "wunderbaren" Aufgabe an einer "wunderbaren" Arbeitsstelle war aber auch von schwierigen Etappen geprägt.
Zuerst war sie zu einem Praktikum in Brüssel und hatte zahlreiche zeitlich begrenzte Verträge bei der EU-Kommission. Danach entschied sich Helene Banner, an einem Auswahltest für eine Beamtenlaufbahn der Kommission teilzunehmen. Das war der so genannte Concours.
Wann die Auswahlverfahren stattfinden, erfährt man über die Webseiten von EPSO oder auch über den Newsletter "Karriere in Europa" des Auswärtigen Amts.
Zum Concours gehören mehrere Teile. Der erste, der schriftliche Teil der Aufnahmeprüfung, findet in einem Test-Center ausschließlich vor einem Computerbildschirm statt. Zu lösen sind Mathematikaufgaben, Tests zum logischen Verständnis oder zum Verhalten in Konfliktsituationen – alles als Multiple-Choice. Nach einer Stunde war alles vorbei, erinnert sich Frau Banner. Dann hieß es warten und sich gedulden. Denn das Ergebnis und die Einladung zur nächsten Testphase kamen erst Monate später.
Helene Banner - Beamtin bei der Europäischen Kommission.
Foto: Europäische Kommission
Helene Banners Rezept für diese Prüfung lautet: "Üben, üben, üben - anhand von Testbüchern oder auch bei einem Seminar". Anders sei der Test nicht zu schaffen. Sie empfiehlt auch, den Concours zu machen, während man sich in einem festen Arbeitsverhältnis befindet. Denn es sei nicht so wie bei einem Bewerbungsgespräch, bei dem die feste Anstellung unmittelbar folgt. "Die Beschäftigung bei der EU-Kommission sollte man eher als eine Perspektive sehen."
Bei dem Spezialisten-Concours für Kommunikation, für den sich Banner beworben hatte, ging der Computertest zu 50 Prozent in die Bewertung ein. Die anderen 50 Prozent basierten auf ihrem Lebenslauf und damit ihren bisherigen Berufserfahrungen im Bereich Presse und Kommunikation.
Die Runde zwei im Assessment-Center setzte sich aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil zusammen. Beim halbtägigen schriftlichen Test galt es, in kurzer Zeit aus einem ganzen Paket an Informationen eine Pressemitteilung zu einem europapolitischen Thema zu verfassen. In einem weiteren Test sollte ein Konzept für ein Journalistenseminar erarbeitet werden. Zum Abschluss folgten noch themenbezogene Facebook-Posts und Tweets.
"Ziemlich praxisnah" empfand Banner dies. Schließlich arbeitete sie zu diesem Zeitpunkt bereits im Presseteam von EU-Handelskommissar Karel De Gucht, wo ähnliche Herausforderungen zur täglichen Routine gehörten.
Einen Monat später wurden Frau Banner und die anderen Bewerber zum mündlichen Assessment-Center eingeladen. Beim strukturierten Interview auf Deutsch und Englisch "sitzt man zwei Prüfern gegenüber und stellt sich nicht etwa vor, sondern beantwortet solche Fragen, wie: Nennen Sie uns mal eine Situation in Ihrer Karriere, wo Sie ein Problem mit Ihrem Chef lösen mussten." Abgefragt wurden dabei die persönlichen Kompetenzen.
"Darauf galt es, sich sehr, sehr gut vorzubereiten. Weil es eben nicht das spontane Frage-Antwort-Verfahren war. Man musste ein paar Beispiele parat haben." Für Banner war das der schwierigste Teil des Verfahrens.
Den zweiten Teil des mündlichen Tests bildete ein Rollenspiel. Dabei saßen sechs Kandidaten um einen Verhandlungstisch, ständig im Blick von vier Prüfern. "Verstecken konnte man sich dabei nicht." Gespielt wurde eine Ratssitzung, bei der jedem Kandidaten eine Rolle zugewiesen wurde. "Dominanz war nicht gefragt. Ziel war es vielmehr, einen Kompromiss zu suchen und dabei alle am Tisch einzubeziehen."
Der zweite Teil des Beitrages erscheint am Freitag, dem 14. August 2015.