Ökologisches Gleichgewicht

Bienen brauchen unseren Schutz

Bienen sind immens wichtig. Ohne sie ist die Ernte von Nutzpflanzen, Obst und Gemüse nicht möglich. Doch durch Pestizide und Monokulturen in der Landwirtschaft sind die Insekten bedroht. Was jeder Einzelne tun kann, zeigt die "Bienen-App" des Landwirtschaftsministeriums.

Eine Biene fliegt eine Blüte an.

Rund 80 Prozent der Pflanzen in Deutschland müssen von Bienen bestäubt werden

Foto: picture alliance / dpa

Bienen sind wahre Alleskönner: Sie liefern nicht nur Honig, sondern sie sind auch für die Bestäubung der Pflanzen wichtig. Denn rund 80 Prozent der Pflanzen in Deutschland müssen von Bienen bestäubt werden. Diese Aufgabe übernehmen hauptsächlich Honigbienen. Sie sind deshalb besonders schutzbedürftig.

Bienen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit und zu einer nachhaltigen Landwirtschaft. Einer Studie französischer und deutscher Wissenschaftler zufolge beträgt der globale ökonomische Nutzen der Bestäubung mehr als 153 Milliarden Euro.

Gründe für das Bienensterben

Deutschlandweit gibt insgesamt 120.000 Imker mit 830.000 Bienenvölkern. Damit ist ihre Zahl seit 2008 zwar wieder angestiegen. Dennoch darf dies nicht über das Bienensterben hinwegtäuschen.

Durch Monokulturen, Pestizide und Parasiten in der Landwirtschaft wurden Bienenvölker in den vergangenen Jahren stark belastet. Weltweit führte das zu einem Rückgang von Honigbienen, Hummeln und Wildbienen. Wird zum Beispiel ein Saatgut verwendet, das bestimmte Neonikotinoide enthält, können sich die Bienen weniger zahlreich vermehren.

Neonikotinoide sind eine Gruppe von Pflanzenschutzmitteln. Wird Saatgut mit einem nicht zugelassenen Neonikotinoid behandelt, kann bei der Aussaat Staub entstehen, der für Bienen schädlich ist. Deutschland ist deshalb bei Getreide über die geltenden EU-Vorschriften hinausgegangen und hat seit Sommer 2015 die Einfuhr und die Aussaat von Getreidesaatgut verboten, das mit Neonikotinoiden behandelt wurde.

Politik hat Problem erkannt

Die Bundesregierung ergreift bereits seit Jahren Maßnahmen für die Bienengesundheit und die Imkerei. So fördert sie etwa blütenreiche Saaten - auch als Ackerrandstreifen, als Zwischenfrüchte und zur Biomassenutzung. Pflanzenschutzmittel werden bei ihrer Zulassung nach EU-einheitlichen Kriterien auf die Umwelt- und Bienenverträglichkeit geprüft. Ferner gibt es diverse Forschungsvorhaben zu aktuellen Fragen der Bienengesundheit.

Einer der Handlungs-Schwerpunkte im Koalitionsvertrag der neuen Bundesregierung ist der Insektenschutz und die biologische Vielfalt. Ein Ziel ist, die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln umwelt- und naturverträglich auszugestalten. Mit einem "Aktionsprogramm Insektenschutz" sollen die Lebensbedingungen für Insekten verbessert werden. Dabei liegt der Bundesregierung der Schutz der Bienen besonders am Herzen. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner bezeichnete die Bienen in ihrer Regierungserklärung als "systemrelevant".

Jeder kann helfen, Bienen zu schützen

Honigbienen sind auf die Hilfe des Menschen angewiesen. Jeder kann auf seinem Balkon, der Terrasse oder dem Garten Bienen mit bestimmten Blühpflanzen eine gute Nahrungsquelle bieten. Die Initiative "Bienen füttern" und die "Bienen-App" des Bundeslandwirtschaftsministeriums informieren darüber, welche Blühpflanzen besonders bienenfreundlich sind. Auf der Internetseite www.bienenfuettern.de können Bienenfreunde eintragen, an welchem Standort sie bienenfreundliche Pflanzen pflegen. Die Standorte werden online in einer Deutschlandkarte angezeigt.

Wichtig auch: Pestizide im heimischen Garten sollten nur in der empfohlenen Dosis verwendet werden. Pflanzenschutzmittel unterliegen zwar hierzulande strengen Zulassungsverfahren. Trotzdem können sie Bienen schädigen – wenn sie zu hoch dosiert sind. Wichtig ist deshalb, die Gebrauchsanweisung genau zu befolgen. Wer am Erhalt der Bienen interessiert ist, kann sich auch einem Imkerverein anschließen.

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