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Adoptionshilfe-Gesetz

Mehr Unterstützung bei Aufnahme von Kindern

Mit mehr Beratung und Hilfestellung will die Bundesregierung Familien bei der Adoption von Kindern besser unterstützen. Das sieht der Entwurf des Adoptionshilfe-Gesetzes vor, den das Kabinett am Mittwoch verabschiedet hat.

Eltern gehen mit kleinen Tochter spazieren.

Die Adoptionszahlen sind seit Jahren rückläufig. Gleichzeitig steigen die Anforderungen bei der Beratung der Familien.

Foto: imago images/Westend61

Gut 3.700 Kinder wurden im vergangenen Jahr in Deutschland adoptiert. Für sie und ihre Familien bedeutet eine Adoption einen Einschnitt, der sie ihr Leben lang begleitet. Die Bundesregierung will Adoptiv-, aber auch Herkunftsfamilien künftig stärker unterstützen. Bestehende gesetzliche Regelungen sollen dafür an die Bedürfnisse der Betroffenen sowie an die gelebte Adoptionspraxis angepasst werden.

Der Gesetzentwurf sieht im Wesentlichen Verbesserungen in vier Punkten vor:

  • Bessere Beratung und Unterstützung: Es wird ein Rechtsanspruch auf eine nachgehende Begleitung aller Beteiligten, sowie – bei Stiefkindadoptionen – eine verpflichtende Beratung eingeführt. Damit werden Adoptiv- wie Herkunftsfamilien künftig über den Adoptionsbeschluss hinaus fachlich begleitet.
  • Förderung eines offenen Umgangs mit Adoption: Ein selbstverständlicher Umgang mit der Adoption innerhalb der Adoptionsfamilie schafft Vertrauen und stärkt die ganze Familie. Die Familien werden hierbei von den Adoptionsvermittlungsstellen unterstützt. Auch ein Informationsaustausch oder Kontakt – über die Vermittlungsstellen – mit der Herkunftsfamilie kann eine stabile Persönlichkeit der betroffenen Kinder fördern. Voraussetzung hierfür ist das Einverständnis aller Beteiligten.
  • Unbegleitete Auslandsadoptionen werden untersagt: Auslandsadoptionen sollen künftig immer durch eine Adoptionsvermittlungsstelle begleitet werden. Damit wird gewährleistet, dass die internationalen Schutzstandards eingehalten werden. Außerdem soll durch die Begleitung einer fachkundigen Stelle verhindert werden, dass die Familie nicht ausreichend auf die Herausforderungen einer Auslandsadoption vorbereitet ist und eine Überprüfung des Kindeswohles erfolgt. Zusätzlich wird ein verpflichtendes Anerkennungsverfahren für ausländische Adoptionsbeschlüsse eingeführt.
  • Strukturen der Adoptionsvermittlung sollen gestärkt werden, indem Zuständigkeiten und Verfahrensfragen klarer geregelt werden.

Insgesamt sind die Adoptionszahlen seit Jahren rückläufig. Die Anforderungen an eine qualitativ hochwertige Vermittlungspraxis allerdings sind gestiegen. So werden vermehrt Kinder mit besonderen Fürsorgebedürfnissen zur Adoption freigegeben. Bei mehr als 40 Prozent der Inlandsadoptionen (und 60 Prozent der Auslandsadoptionen) lagen zum Zeitpunkt der Aufnahme des Kindes in die Familie körperliche Beeinträchtigungen, Entwicklungsauffälligkeiten oder psychische Belastungen vor. Deshalb benötigen Adoptivfamilien passgenaue Angebote, auf die sie bei Problemen zurückgreifen können.

Aber nicht nur die Adoptivfamilien auch die Herkunftseltern müssen bei der weitreichenden Entscheidung, ein Kind zur Adoption freizugeben, sensibel unterstützt werden. Sie benötigen oftmals Hilfe bei der Bewältigung dieser Entscheidung, haben aber auch Angst vor Stigmatisierungen in ihrem Umfeld oder durch die Gesellschaft.