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Berufsweltmeisterschaften in Kasan

Junge Talente wollen den Titel

In Russland starten die Weltmeisterschaften der Berufe. Dort präsentieren junge Deutsche ihre Disziplinen und wetteifern mit den besten Talenten der Welt. Gefördert von der Bundesregierung, machen sich auch in diesem Jahr 39 Spitzenkräfte auf den Weg zur WM. Wir stellen drei von ihnen vor.

Eine Gruppe von jungen Deutschen, die nach Russland reisen um dort bei der Berufeweltmeisterschaft antreten

Bereit, den Titel zu holen: 39 junge Talente aus Deutschland.

Foto: WorldSkills Germany / Frank Erpinar

Ob Handwerk, Industrie oder Dienstleistungsbereich: Vom 22. bis zum 27. August messen sich Top-Berufsfachkräfte aus 67 Ländern im russischen Kasan. Sie alle wollen bei den "WorldSkills" 2019 Weltmeister werden. Mit dabei ist auch ein Team aus Deutschland, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

WorldSkills Germany eröffnet jungen Menschen neue Wege, um ihre Leidenschaft zum Beruf zu machen und die Besten ihres Fachs zu werden. Die Förderinitiative betreibt damit Marketing für die berufliche Bildung und steigert somit die Anerkennung dualer Ausbildungsberufe. Junge Menschen sollen dadurch animiert werden, die berufliche Bildung als Sprungbrett für ihre Karriere zu sehen.

Franz Radestock

Im Foto Franz Radestock

Franz Radestock tritt als Industriemechaniker an.

Foto: WorldSkills Germany / Frank Erpinar

Franz Radestock fiebert schon seit Monaten dem Moment entgegen, dass es endlich losgeht. Vor einem Dreivierteljahr hat ihn seine Firma freigestellt. Sie unterstützt ihn, damit er sich auf seine Disziplin - er tritt als Industriemechaniker an - gut vorbereiten kann. Zunächst hat er den nationalen Entscheid gewonnen, es folgten Vorbereitungstreffen im Nationalteam. "Wir sind auch schon von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in Berlin empfangen worden", sagt der 19-Jährige.

"Ich fühle mich gut betreut im Nationalmannschaftsteam", berichtet er. Dort ist für jedes Berufsfeld ein Experte dabei, der mit Rat und Tat zur Seite steht. So weiß er in etwa, was auf ihn zukommt: Innerhalb von 22 Stunden soll er eine ganze Maschine bauen. Dabei muss er die Teile fertigen und montieren sowie die Steuerung programmieren. Viel Schlaf wird es während dieser Zeit wohl nicht geben, ist sich Radestock sicher. Aber die Vorfreude ist riesig. Gerade die Zeit mit den anderen Teilnehmern findet er bereichernd.

Johanna Kaiser

Im Bild ist Johanna Kaiser zu sehen

Glüht für ihren Beruf: die 21-jährige Fahrzeuglackiererin Johanna Kaiser.

Foto: WorldSkills Germany / Frank Erpinar

Auch bei Johanna Kaiser ist die Vorfreude groß: "Andere Nationen kennenzulernen ist etwas Besonderes." Ihre Leidenschaft: Sie verleiht als Fahrzeuglackiererin Dingen neuen Glanz. Es mache "eine Menge Spaß", an verschiedenen Fahrzeugen oder lackierten Oberflächen zu arbeiten und aus alt neu zu machen, sagt die 21-Jährige. Und in ihrem Berufsfeld gebe es mehr Frauen, als man denke. Nur ganz am Anfang hatte sie das Gefühl, sich beweisen zu müssen. Das sei aber schon lange kein Problem mehr, bekräftigt die frischgebackene Meisterin.  

Die Vorbereitung auf die WM hat sie als zeitintensiv erlebt. "Man muss sich auf alles vorbereiten und vieles neu dazu lernen", erklärt sie. Und auch über die Zeit in Kasan macht sie sich keine Illusionen. "Das wird sicher anstrengend, aber auch schön", so Kaiser. Sie ist jedenfalls motiviert: "Mein Ziel ist es, Gold für Deutschland zu holen. Dafür werde ich mein Bestes geben."

Aljoscha Knoblich

Auf dem Foto Aljoscha Knoblich

Aljoscha Knoblich aus Hamburg ist ausgebildeter Koch.

Foto: WorldSkills Germany / Frank Erpinar

Der 20-jährige Aljoscha Knoblich ist ebenfalls im Team der Nationalmannschaft vertreten. "Ich habe jüngst meine Ausbildung als Koch erfolgreich abgeschlossen", berichtet der Jungkoch aus Hamburg stolz. Er hat sich damals ganz bewusst für den Ausbildungsberuf Koch entschieden – hingegen aller anfänglichen Kritik aus seinem Umfeld. "Kochen ist eben meine große Leidenschaft." Der Jungkoch hat schon bei vielen Wettkämpfen teilgenommen. "Zuletzt habe ich den ersten Platz der Deutschen Jugendmeisterschaften gewonnen."

Nun zeigt er sein Können bei der WM in Kasan: "Wir trainieren nun schon seit mehreren Monaten – da bleibt wenig Freizeit." Umso mehr freut sich Knoblich, dass es nun endlich soweit ist. Er weiß, die Konkurrenz ist groß, "aber zu viel Druck sollte man sich auch nicht machen  - ich weiß, was ich kann". Sein großes Ziel? Für Deutschland eine Medaille zu gewinnen.

WorldSkills ist ein Leistungsvergleich nicht-akademischer Berufe für Teilnehmer bis 23 Jahre. Aktuell werden Weltmeisterschaften in 52 Disziplinen ausgetragen – diese werden auch aufgrund der Änderungen der Ausbildungsprofile laufend aktualisiert. Schirmherrin der deutschen Berufenationalmannschaft ist Bundeskanzlerin Angela Merkel.