Pressestatements nach dem Besuch des Kanzlers bei Berlin Space Technologies
Im Rahmen seines Antrittsbesuchs in Berlin informierte sich Bundeskanzler Friedrich Merz gemeinsam mit dem Regierenden Bürgermeister Kai Wegner beim Unternehmen Berlin Space Technologies (BST) über den Bau von Kleinsatelliten.
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- Mitschrift Pressekonferenz
- Mittwoch, 3. Dezember 2025
Bundeskanzler Merz ließ sich bei BST die Technologie von Kleinsatelliten demonstrieren.
Foto: Bundesregierung/Jesco Denzel
Beim Besuch von Berlin Space Technologies (BST) zeigte sich Bundeskanzler Merz von den bisherigen Leistungen des Unternehmens beeindruckt. Mit der Produktion von kleinen Satelliten und Komponenten für die Raumfahrt leiste BST einen wichtigen Beitrag zur Weltraumsicherheitsstrategie Deutschlands .
Die Raumfahrt gewinne eine immer größere Bedeutung für zivile und militärische Zwecke wie Navigation, Kommunikation und Erdbeobachtung, so der Kanzler. Deshalb gebe es in der neuen Bundesregierung nun ein eigenes Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt, das die Kompetenzen in diesem Bereich bündele. Er kündigte an, dass die Bundesregierung in den kommenden Jahren über 35 Milliarden Euro in die Weltraumsicherheitsarchitektur investieren werde – für Verteidigung, Innovation und mehr Kompetenzen in den Technologien.
BST ist ein hoch wettbewerbsfähiger Hersteller von Kleinsatelliten, der auf industrielle Fertigung setzt. Er hat damit gute Chancen, in einem sich neu ausrichtenden Satellitenmarkt eine maßgebliche Rolle in dem Aufbau von Konstellationen aus Europa zu übernehmen. BST wurde 2010 von seinen heutigen Vorständen – damals Absolventen der TU Berlin – gegründet. Die Bundesförderung in der Raumfahrttechnik der Hochschulen gilt als mitentscheidend dafür, dass sich bis 2020 insgesamt 25 Unternehmen in Deutschland ausgründen konnten – so auch BST.
Lesen Sie hier die Pressestatements:
Tom Segert, Geschäftsführer BST:
Vielen Dank den Vertretern der Presse! Vielen Dank, Herr Bundeskanzler und Herr Regierender Bürgermeister, dass Sie heute hier waren! Wir denken, dass Ihr Besuch die Wichtigkeit, die Hochtechnologie und insbesondere auch Raumfahrt für Deutschland und den Standort Berlin haben, ganz deutlich unterstreicht. Für die Raumfahrt ungewöhnlich kam BST erst im Exportmarkt zum Erfolg und dann in der Heimat. Das ist nicht die normale Vorgehensweise. Insofern sind Wettbewerb, Agilität und Industrialisierung seit 15 Jahren Teil unserer DNA. BST hat im nachhaltigen, auftragsgetriebenen Wachstum die Anzahl der Mitarbeiter in diesem Jahr verdoppelt. Wir haben die Flächen und den Umsatz verdreifacht und werden im nächsten Jahr noch 100 bis 150 weitere Personen einstellen, um dann unsere Fabrik, die jetzt gerade im Aufbau ist und deren erste Stufe im übernächsten Monat eröffnet werden wird, zu bestücken und ab Ende des nächsten Jahres die Vollkapazität von mehr als 200 Satelliten pro Jahr oder fünf Satelliten pro Woche zu erreichen.
Wir konnten, denke ich, gut zeigen, dass die deutsche Weltraumsicherheitsstrategie nur gemeinsam auf allen Schultern, auf den Schultern großer und kleiner Unternehmen, zu schaffen ist und wollen noch einmal versichern, dass BST ein stolzer Vertreter des „New Space Ecosystem“ ist und dass wir gern bereit sind, zum Erreichen der Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesregierung beizutragen.
Vielen Dank.
Bundeskanzler Friedrich Merz:
Herr Segert, herzlichen Dank für Ihre Einladung, zusammen mit dem Regierenden Bürgermeister heute in Ihrem Unternehmen zu Gast zu sein! Ich muss sagen, ich finde es ausgesprochen spannend und interessant, was Sie hier tun, mit kleineren Satelliten und mit Komponenten für die Raumfahrt zur Weltraumsicherheitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland beizutragen. Wir haben darüber auch gerade noch einmal im persönlichen Gespräch lange gesprochen.
Diese Technologien sind nicht nur Ausdruck von Wettbewerbsfähigkeit unserer Volkswirtschaft, sondern es ist auch eine Frage unserer digitalen und technologischen Souveränität. Wir hatten in der vorletzten Woche zusammen mit der französischen Regierung in Berlin einen Gipfel zur digitalen Souveränität. Wir sprechen mit Ihnen heute über technologische Souveränität im Weltraum. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass wir einmal in dieser Intensität in Deutschland über solche Technologien sprechen.
Die Antwort der Bundesregierung, die Antwort der Koalition war – ich habe es gleich zu Beginn meines Besuches hier schon gesagt –: Wir haben ein Ministerium mit danach benannt, das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt. Die Raumfahrt bekommt eine immer größere Bedeutung sowohl für die zivile als auch für die militärische Anwendung, zum Beispiel bei Navigation, bei Kommunikation, bei Erdbeobachtung. Wir haben es uns in Ihrem Unternehmen angesehen. Es ist beeindruckend, was auch die jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hier leisten. Deswegen noch einmal auch Ihnen persönlich herzlichen Dank, aber auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Ihres Unternehmens!
Ich will auch dies sagen: Dieser Innovationscampus hier in Berlin zeigt, was wir in der Hauptstadt hinbekommen können. Den Werbeblock übernimmt gleich der Regierende Bürgermeister, aber ich will ganz ausdrücklich sagen: Ein Standort für Start-ups und mittlerweile auch ein Standort für wirklich gelingende Industrieansiedlungen im Bereich dieser Industrie, das ist eine erfreuliche Entwicklung in Berlin. Diese Industrie steht eben auch für die Zukunftsfähigkeit unserer Innovationen, des Innovationspotenzials unseres Landes.
Wir wollen das nach Kräften fördern. Wir haben deswegen die Kompetenzen für die Raumfahrtpolitik in Deutschland gebündelt. Wir haben dieses Ministerium, und wir haben auch den Kontakt zu den Industrien, zu den Branchen, zu den einzelnen Unternehmen aufgenommen. Wir werden auch selber durch staatliche Mittel in die Zukunftstechnologie Raumfahrt investieren. Die ESA-Konferenz habe ich eben schon genannt. Es gibt jetzt Projektzusagen von über fünf Milliarden Euro für die nächste Etappe, und das zeigt, dass wir dieses Programm außerordentlich ernst nehmen und dass wir Handlungsfähigkeit in Sicherheit und Verteidigung eben auch in dieser Dimension denken.
Der Bund wird über die nächsten Jahre insgesamt 35 Milliarden Euro in den Aufbau einer Weltraumsicherheitsarchitektur investieren. Dabei geht es nicht allein um Verteidigung, sondern eben auch um Innovation und um unsere Kompetenzen in diesen Technologien. Dass wir da nicht so ganz falsch liegen, haben Sie uns gerade bestätigt. Herzlichen Dank dafür!
Ich kann nur sagen: Viel Erfolg und auf weiter gute Zusammenarbeit. Es hat mir große Freude gemacht zu sehen, wie ein so start-up-mäßig arbeitendes Unternehmen – obwohl Sie eigentlich schon im Markt etabliert sind – arbeitet. Wie Sie arbeiten, das gefällt mir richtig gut. Ich kann Ihnen nur sagen: Herzlichen Glückwunsch zu dem, was Sie bisher erreicht haben, und viel Erfolg bei dem, was Sie noch erreichen wollen. Sie haben uns dabei an Ihrer Seite.
Regierender Bürgermeister Kai Wegner:
Auch von mir ein herzliches Dankeschön. Das war wirklich spannend. Ich habe zu Beginn gesagt: Ich bin immer stolz, wenn ich in Adlershof bin, weil ich immer wieder etwas Neues lerne. Das war auch heute der Fall.
Berlin ist stark – nicht nur in Adlershof, sondern insbesondere beim Thema Raumfahrt. Das glaubt man immer gar nicht, aber wir haben viele Unternehmen und auch viele Forschungs- und Wissenschaftseinrichtungen in dieser Stadt, die sich mit Raumfahrt beschäftigen, und das wird immer stärker gebündelt. Deswegen ist Berlin eine führende Region, ein führendes Bundesland in diesen Bereichen. Dafür sind wir sehr dankbar und darauf sind wir auch ein Stück weit stolz; denn der Bedarf – das hat der Bundeskanzler hier noch einmal sehr klar gemacht – ist groß, und die Bundesregierung will hier, wie wir gerade noch einmal gehört haben, viel Geld in die Hand nehmen, weil der Bedarf und die Bedeutung so groß sind. Davon wird natürlich auch die Hauptstadtregion profitieren. Das freut mich; denn gerade Ihr Unternehmen, BST, steht natürlich für genau das, was Berlin ausmacht: für Innovation, für Gründergeist, für Wachstum und für Zukunft „made in Berlin“. Das macht mich als Regierenden Bürgermeister stolz und dafür bin ich dankbar.
Wir haben nicht nur tolle Unternehmen und tolle Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen in dieser Stadt, sondern wir haben in Berlin, in der Hauptstadtregion, auch die ILA, die von extrem großer Bedeutung auch für diese Unternehmen ist und auch als Schaufenster in die Welt gilt. Deswegen ist es für Dietmar Woidke und mich auch so wichtig, dass die ILA an diesem Standort ein starker Partner ist. Da bin ich der Bundesregierung auch dankbar für die gute Zusammenarbeit.
Ihnen weiterhin viel Erfolg und vielen Dank für die tollen Einblicke!
Bundeskanzler Merz:
Vielleicht noch ein Satz zur ILA: Die nächste ILA wird, wenn ich es richtig im Kopf habe, am 10. Juni eröffnet. Ich habe dem Regierenden Bürgermeister und auch den beteiligten Unternehmen zugesagt, dass ich diese Messe eröffnen werde, auch um noch einmal die Bedeutung der Luft- und Raumfahrt zu unterstreichen und auch den Messestandort Berlin damit zu stärken. Das ist die wichtigste Ausstellung, die wir in diesem Bereich in Deutschland haben. Deswegen will ich sie auch unterstützen; denn ich bin in der Sache fest davon überzeugt, dass das eine gute Gelegenheit ist, um auch zu zeigen, was wir können.
Regierender Bürgermeister Wegner:
Meine Damen und Herren, Herr Bundeskanzler, das ist ein ganz starkes Signal. Dafür möchte ich mich im Namen der Messe, aber auch im Namen von Dietmar Woidke und von den Ausstellerinnen und Ausstellern ganz herzlich bedanken. Die ILA ist eine bedeutende Leitmesse für den Messestandort Berlin, für die Metropolregion, und sie ist entscheidend für die Luft- und Raumfahrt. Deswegen freuen wir uns wirklich sehr, dass Sie als Bundeskanzler diese Messe eröffnen werden.
Bundeskanzler Merz:
Vielen Dank! Frohes Schaffen allerseits! Vielen Dank, dass Sie uns begleitet haben.