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Mobilität der Zukunft

Computer übernehmen das Steuer

Einsteigen, zurücklehnen und entspannen – der Fahrzeugfahrer wird zum Passagier, das Auto zum Chauffeur. Das ist zwar noch nicht Realität – aber auch schon längst nicht mehr reine Utopie. Die Bedeutung des autonomen Fahrens wächst stetig. Damit Deutschland bei der "Mobilität der Zukunft" Schritt hält, bündelt die Bundesregierung ihre Förderschwerpunkte.

Ein Mann sitzt auf dem Fahrersitz und hält die Hände auf dem Schoß. Sein Beifahrer hat einen Laptop vor sich.

Die Bundesregierung will Deutschland zum führenden Technologiestandort beim Thema autonomes Fahren machen.

Foto: picture alliance / Sebastian Gol

Das Bundesforschungsministerium, das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur haben dazu den Aktionsplan "Forschung für autonomes Fahren" verabschiedet.

Ziel ist es, den Bürgern eine sichere und zuverlässige Technik anzubieten und zugleich den Automobilstandort Deutschland zu stärken. Um das zu erreichen, müssen bestehende Stärken im Fahrzeugbau mit einem Ausbau der Kompetenzen bei digitalen Technologien kombiniert werden.

Der Aktionsplan ist Teil der Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung. 

Erreichtes ausbauen - ungenutzte Potenziale ausschöpfen

"Autonomes Fahren muss Mobilität, Sicherheit und Datenschutz vereinen", betont Christian Luft, Staatssekretär im Bundesforschungsministerium. Bislang fehlen noch verlässliche Technologien, die mit der Initiative vor allem in den Bereichen Sensorik, Elektronik, Künstliche Intelligenz (KI) und Big Data vorangetrieben werden sollten. Hier setze der Aktionsplan an, so Luft. Man könne auf das Erreichte aufbauen und bisher noch ungenutzte Potenziale für sicheres autonomes Fahren "Made in Germany" ausschöpfen.

"Der Automobilsektor gehört zu den Grundpfeilern unserer Wirtschaft und autonomes Fahren ist – neben der Elektromobilität – das Zukunftsthema der Branche", sagt Ulrich Nussbaum, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium. Das Ministerium unterstützt die deutschen Autobauer daher schon seit Jahren mit Leuchtturmprojekten. Der künftige Förderschwerpunkt werde auf KI für das autonome Fahren liegen, so Nussbaum.

"Das automatisierte und vernetzte Fahren wird eine der prägenden Technologien der kommenden Jahrzehnte sein", unterstreicht Guido Beermann, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. "Mit dem Aktionsplan bringen wir die Forschung und Entwicklung auf diesem Gebiet nun noch weiter voran." Die Kernkompetenzen für den Autobau des 21. Jahrhunderts sollen weiterhin gestärkt und Deutschlands Status als führender Technologiestandort gesichert werden, betont Beermann.

Konkrete Maßnahmen werden die beteiligten Ministerien den Plan in den nächsten Monaten auf den Weg bringen und zugleich einen intensiven Austausch mit weiteren Akteuren aus Wissenschaft und Wirtschaft suchen.

Fünf Level des autonomen Fahrens

Selbstfahrende Autos bieten vielfältige Chancen – von einem Plus an Sicherheit und Effizienz im Straßenverkehr bis hin zu Konzepten für eine emissionsfreie, intelligente und innovative Mobilität.

Fahrzeuge des "Level 1" sind auf den Straßen längst Realität: Immer mehr Pkw und Lkw werden mit einem automatisierten Bremssystem oder Abstandsregelung ausgeliefert. "Level 2"-Fahrzeuge bieten die Möglichkeit des automatischen Einparkens und Spurhaltens. Hier muss der Fahrer nicht durchgehend zum Lenkrad greifen.

Ab "Level 3" übernimmt der Wagen in bestimmten Situationen alle Aufgaben, allerdings muss der Fahrer oder die Fahrerin bereit sein, das Steuer zu übernehmen. Ab "Level 4" fährt das Auto komplett selbstständig, zum Beispiel auf bestimmten Autobahnabschnitten. Der Lenker übernimmt das Steuer erst wieder bei der Autobahnausfahrt.

Bei den "Level 5"-Fahrzeugen handelt es sich um echte "Roboterautos", die jede Strecke autonom zurücklegen können, selbst ein Lenkrad ist nicht mehr zwingend notwendig. 

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