Rezession erfordert "gemeinsames, abgestimmtes Handeln"

Internationale Zusammenarbeit Rezession erfordert "gemeinsames, abgestimmtes Handeln"

"Wir sind in einer tiefen, globalen Rezession", betonte Kanzlerin Merkel nach einer Videokonferenz mit den Vorsitzenden von fünf internationalen Wirtschafts- und Finanzorganisationen. Der Austausch stand "ganz im Zeichen der Pandemie". Nötig sei jetzt "gemeinsames, abgestimmtes Handeln – und nicht unilaterales Handeln".

Bundeskanzlerin Angela Merkel bei einer gemeinsamen Videokonferenz mit den Vorsitzenden von internationalen Wirtschafts- und Finanzorganisationen.

In einer Videokonferenz tauschte sich die Kanzlerin mit den Vorsitzenden von fünf internationalen Wirtschafts- und Finanzorganisationen aus.

Foto: Bundesregierung/Steins

Gemeinsam mit dem Generaldirektor der ILO, Guy Ryder, der Direktorin des IWF Kristalina Georgiewa, dem Generalsekretär der OECD, José Ángel Gurría, dem Präsident der Weltbankgruppe David Malpass und dem Generalsekretär der WTO Roberto Azevêdo warb die Kanzlerin dafür, "möglichst schnell wieder auf einen nachhaltigen Entwicklungspfad zurückzukommen". 
Nötig sei ein "gemeinsames, abgestimmtes Handeln - und nicht unilaterales Handeln", so Merkel.

In der Videokonferenz standen vier Themen im Fokus. 

1) Die Gesprächspartner waren sich einig: Die Pandemie ist erst beendet, wenn es einen Impfstoff oder ein gutes Medikament gegen Covid-19 gibt. Entsprechende Mittel seien als "gemeinschaftliche globale Güter" zu verstehen - "sie müssen allen zur Verfügung gestellt werden", so Merkel.

2)  Statt Lieferketten zu renationalisieren, müsse das internationale Handelssystem jetzt gestärkt werden. Sonst würden "alle einen sehr hohen Preis bezahlen", so die Kanzlerin. Protektionistischen Tendenzen machten ihr Sorge - insbesondere Exportbeschränkungen im Lebensmittelbereich.

3) Global sind bereits neun Billionen Dollar in Stützungsmaßnahmen geflossen. Der wirtschaftliche Erholungsprozess müsse durch Konjunkturprogramm begeleitet werden, "und nicht etwa durch höhere Steuern", betonte Merkel. 

4) Die Entwicklungshilfe dürfe nicht gekürzt werden. Vielmehr müssten die Finanzierungserfordernisse der Entwicklungsländer gesehen werden. Das Schuldenmoratorium der G20 und des Pariser Clubs waren "ein richtiger Schritt" - aber vielleicht "ist das noch nicht der letzte Schritt", so die Kanzlerin. 

Einen ausführlichen Bericht finden Sie hier.