Psychotherapeuten

Ausbildung neu geregelt

In Zukunft wird es einen eigenen Studiengang Psychotherapie geben. Das hat das Bundeskabinett mit dem Gesetzentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung beschlossen.

Eine Gruppe von sechs Personen sitzt in einem Stuhlkreis zusammen, es sind die Körper halsabwärts zu sehen.

Nach dem Studium gilt die einheitliche Berufsbezeichnung "Psychotherapeut/in".

Foto: mauritius images

Der neue Ausbildungsweg sieht ein fünfjähriges Hochschulstudium vor. Es gliedert sich in ein dreijähriges Bachelor- und ein zweijähriges Masterstudium, das mit einer bundeseinheitlichen staatlichen Prüfung endet. Wer diese Prüfung besteht, darf als Psychotherapeut arbeiten.

Zur Zeit unterscheidet man in Deutschland Psychologische Psychotherapeut/innen von Ärztlichen Psychotherapeut/innen. Erstere haben ein Psychologiestudium und eine mindestens dreijährige Ausbildung zum Psychotherapeuten absolviert. Ärztliche Psychotherapeut/innen hingegen haben nach einem Medizinstudium ihre Approbation erhalten und und in der Regel einen Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie erworben oder eine Ausbildung zum Psychologischen Psychotherapeuten durchlaufen.

Bisher müssen Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten ein Vollstudium der Psychologie absolvieren; angehende Kinder- und Jugendpsychotherapeut/innen können auch Pädagogik studieren. An das Studium schließt sich jeweils eine Fachausbildung an. Die Kosten dafür müssen die angehenden Psychotherapeut/innen in der Regel selbst zahlen. Mit dem neuen Studiengang wird damit Schluss sein.

Weiterbildung nach Landesrecht

An das Studium soll sich eine - nach jeweiligem Landesrecht organisierte - Weiterbildung in stationären oder ambulanten Einrichtungen anschließen. Um eine vergleichbare Qualität der Ausbildung sicherzustellen, wird die Bundespsychotherapeutenkammer voraussichtlich eine Musterweiterbildungsordnung entwickeln. Die "Psychotherapeut/innen in Weiterbildung" erhalten eine Vergütung für ihre Tätigkeit.

Das Psychologiestudium wird künftig keine Voraussetzung mehr für den Zugang zum Beruf sein. Deshalb wird es eine einheitliche Berufsbezeichnung "Psychotherapeut/in" geben. Ärztinnen und Ärzte, die über eine entsprechende Qualifikation verfügen, können ergänzend "ärztlich" in ihre Berufsbezeichnung aufnehmen. Mit Abschluss der Weiterbildung können Psychotherapeutinnen und -therapeuten sich ins Arztregister eintragen lassen und sich um eine Zulassung für die Versorgung im Rahmen der Gesetzlichen Krankenkassen bewerben.

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