Seit 130 Jahren im Dienst für die Gesundheit

Aufgaben und Geschichte des RKI Seit 130 Jahren im Dienst für die Gesundheit

Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist das Robert Koch-Institut wichtiger Bestandteil der Gesundheitspolitik in Deutschland. Bereits im Jahr 1891 wurde die Einrichtung gegründet, damals wie heute ist die Gesundheit der Bevölkerung Hauptaufgabe des Instituts. Ein Grund mehr für einen genauerer Blick.

RKI

Seit seiner Gründung 1891 übernimmt das RKI wichtige Aufgaben für den Gesundheitsschutz der Bevölkerung.

Foto: imago images/Reiner Zensen

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat die Gesundheit der Bevölkerung (Public Health) im Blick und ist eine der ältesten Einrichtungen dieser Art weltweit. Wesentliche Grundlage seiner Arbeit ist die Forschung. Dadurch ist das RKI in der Lage, Gesundheitsrisiken verlässlich einordnen zu können und Empfehlungen zur Verbesserung der Gesundheit der Bevölkerung zu erarbeiten.

Im Kern lassen sich die Aufgaben des RKI in vier Bereiche aufteilen:

  • Erkennung, Verhütung und Bekämpfung von übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten,
  • epidemiologische Untersuchungen auf dem Gebiet der übertragbaren und nicht übertragbaren Krankheiten einschließlich der Erkennung und Bewertung von Risiken sowie der Dokumentation und Information,
  • Gesundheitsberichterstattung,
  • Risikoerfassung und Bewertung bei gentechnisch veränderten Organismen und Produkten und der Humangenetik

Vorreiter in Medizin und Forschung

Das Institut wurde nach seiner Gründung 1891 bis 1904 von Robert Koch geleitet, dem Arzt und Forscher, der als erster am Bei­spiel Milzbrand den Zusammenhang zwischen einem Infektionserreger und einer Krankheit herausfand, später den Erreger der Tuberkulose entdeckte und dafür 1905 mit dem Nobelpreis für Medizin aus­gezeichnet wurde. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten mussten jüdische Wissenschaftler das Institut verlassen. Nach 1933 war das RKI erheblich in die nationalsozialistische Gewaltpolitik involviert. Unter anderem waren führende Wissenschaftler an Menschenversuchen in Heilstätten und Konzentrationslagern beteiligt.

Bei Ende des Zweiten Weltkrieges waren große Teile des Instituts zerstört. Mit Hilfe der Alliierten wurde die Arbeit wiederaufgenommen. Im Jahr 1952 ging das RKI als Bestandteil des neu gegründeten Bundesgesundheitsamtes auf. In den folgenden Jahren ist das Insitut führend an wichtigen medizinischen Debatten und Forschungen beteiligt. So wurde nach dem Auftreten der ersten AIDS-Erkrankungen in Deutschland RKI ein AIDS-Fallregister eingerichtet.  Nach 1990 integrierte das Insitut verschiedene Einrichtungen des medizinischen Dienstes der DDR. Seit 15 Jahren übernimmt das Robert Koch-Insitut gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt den Auftrag, die Gesundheitsberichterstattung für Deutschland zu gewährleisten.

Das Robert Koch-Insitut hat seine Geschichte umfassend aufgearbeitet und bietet vielfältige Informationsangebote dazu an.