Das Land in eine gute Zukunft führen

  • Bundesregierung | Startseite
  • Bundeskanzler

  • Schwerpunkte 

  • Bundesregierung

  • Aktuelles

  • Mediathek 

  • Service   

Abschlusspressekonferenz von Bundeskanzler Merz, Bundesminister Klingbeil und Bundesminister Dobrindt zur Kabinettsklausur Das Land in eine gute Zukunft führen

Die Bundesregierung geht „mit Tatkraft, aber auch mit großer Zuversicht“ aus der Kabinettsklausur in Neuhardenberg, sagte der Bundeskanzler in der Abschlusspressekonferenz. Die Bundesregierung arbeite entschlossen daran, das Land vorwärts zu bringen.

  • Mitschrift Pressekonferenz
  • Mittwoch, 26. August 2026
Bundeskanzler Merz steht gemeinsam mit Vizekanzler Klingbeil und Bundesinnenminister Dobrindt hinter drei Pulten bei der Abschlusspressekonferenz der Kabinettsklausur im Garten des Schlosses Neuhardenberg.

„Wir werden unser Land in eine gute Zukunft führen“, sagte Bundeskanzler Merz nach der Kabinettsklausur in Neuhardenberg, die er gemeinsam mit Vizekanzler Klingbeil und Bundesinnenminister Dobrindt abhielt.

Foto: Bundesregierung/Steffen Kugler

Bundeskanzler Friedrich Merz hat ein positives Fazit der Kabinettsklausur in Neuhardenberg in Brandenburg gezogen. Im Mittelpunkt der Beratungen habe die Frage gestanden, wie Innovationen besser genutzt werden können, um die Wettbewerbsfähigkeit und die deutsche Wirtschaft zu stärken. Dabei habe es sowohl im Kabinett als auch mit den eingeladenen Gastrednern eine offene, konstruktive und kollegiale Diskussion gegeben, sagte Merz bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vizekanzler Lars Klingbeil und Innenminister Alexander Dobrindt zum Abschluss der Klausur.

Bei den Diskussionen mit Wirtschaftsvertretern sei insbesondere Zuversicht hinsichtlich der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands deutlich geworden. Die Botschaft der Bundesregierung sei: „Wir haben große Reformen angepackt. Wir werden sie auch umsetzen, und wir werden unser Land in eine gute Zukunft führen.“ Deutschland sei bei Innovationen und Wettbewerb, Wachstum und Arbeit auf richtigem Kurs.

Herausforderungen gemeinsam bewältigen

Finanzminister Lars Klingbeil betonte, es gehe beim Aufbruch in ein Deutschland der Zukunft um „neues wirtschaftliches Wachstum und gute sichere Arbeitsplätze“. Diese Ziele gelte es, gemeinsam zu erreichen – in der Koalition, mit den Sozialpartnern und mit Ländern und Kommunen. Der eingeschlagene Kurs von Investitionen und Reformen sei richtig, aber dafür brauche es Geschlossenheit. „Alle in dieser Koalition wollen das Land voranbringen. Wir müssen dafür die Dinge, die wir auf den Weg gebracht haben, gemeinsam umsetzen“, so Klingbeil.

Laut Innenminister Alexander Dobrindt geht es in der Bundesregierung darum, die Herausforderungen gemeinsam zu bewältigen – „mit Wachstum, Wohlstand und Widerstandsfähigkeit.“ Die Entwicklung und der Einsatz von künstlicher Intelligenz seien dabei zentral. Deswegen lege die Koalition darauf einen klaren Fokus. Es gelte, daraus auch den Wohlstand der Zukunft zu generieren.

Sehen Sie hier die Pressekonferenz im Video: 

51:45

Video Pressekonferenz von Bundeskanzler Merz und den Bundesministern Klingbeil und Dobrindt nach der Kabinettsklausur

Lesen Sie hier die Mitschrift der Pressekonferenz:

Bundeskanzler Friedrich Merz:

Meine Damen und Herren, herzlich willkommen! Ich begrüße Sie herzlich zur Pressekonferenz nach unserer Kabinettsklausur und nach der heutigen Kabinettssitzung zusammen mit Vizekanzler und Finanzminister Lars Klingbeil und Innenminister Alexander Dobrindt. Wir haben uns zwei Tage Zeit genommen und intensiv beraten. Wir haben uns vor allem mit dem Thema von Innovation und Wettbewerbsfähigkeit auseinandergesetzt. Wir haben über die Aufgaben der nächsten Wochen und Monate gesprochen, über die Reformen, die wir schon vor der Sommerpause im Koalitionsausschuss beschlossen haben und die jetzt umgesetzt werden müssen, und vor allem – das war unser Schwerpunkt – darüber, wie wir Innovationen noch besser nutzen können, um unsere Wirtschaft zu stärken. Dabei haben wir sehr offen und sehr konstruktiv diskutiert und – das muss ich sagen – in einer ausgesprochen guten, kollegialen Stimmung. Dazu hat sicherlich auch das Ambiente hier beigetragen, der Abend gestern und nicht zuletzt auch der Geburtstag einer Kollegin.

Innovation und Wettbewerb sind keine Begriffe für sich allein, sondern sie sind entscheidende Faktoren für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Innovation und Wettbewerb, das beinhaltet im Grunde all das, was Deutschland modern, stark, zukunftsfähig und optimistisch werden lässt. Wir haben auf dieser Klausurtagung ein Zukunftsbild unseres Landes entworfen. Wir haben Deutschland von morgen diskutiert, und dieses Deutschland von morgen ist optimistisch und zuversichtlich. Wir müssen heraus aus dem Klima der Verdrießlichkeit und des Verdrusses. Wir müssen den weit verbreiteten Missmut gemeinsam abschütteln, der unser Land seit langer Zeit lähmt.

Seit einem Jahr bringen wir in der Bundesregierung Entscheidungen auf den Weg, um das Land besser, schneller, moderner und dynamischer zu machen. Wir legen alte Lasten ab. Wir beseitigen Zwänge. Wir begrüßen neue Technologien. Wir tun das alles in dem Bewusstsein, dass wir das Gute in Deutschland erhalten und unsere Stärken nutzen wollen: unsere Demokratie und unsere Vielfalt und natürlich auch unseren Sozialstaat und unsere guten Arbeitsplätze. – Wir haben in diesem Geist vor der Sommerpause – ich sagte es bereits – weitreichende Reformen beschlossen, vor allem für unser Rentensystem, aber auch bei Steuern, Gesundheit und vor allem beim Rückbau unserer Bürokratie. So machen wir das Leben für Handwerk, Industrie und für den Mittelstand leichter. Wir wollen für alle Wachstum und Perspektiven ermöglichen.

Ich will hinzufügen: Wir haben heute Morgen auch noch einmal ausführlich über die Lage der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und des Obst- und Gemüseanbaus gesprochen. Wir haben über die Ernährungswirtschaft gesprochen. Denn das alles zusammen ist ein großer, wichtiger Sektor unserer Wirtschaft. Vor allem dient er aber dem Zweck einer gesicherten und gesunden Ernährung unseres Landes. Wir sehen die Probleme, die nicht zuletzt durch die Dürre und die Hitze entstanden sind.

Wir haben in den letzten beiden Tagen aus den Ressorts und von den Unternehmerinnen und Unternehmern beeindruckende Beispiele gehört, von KI über Drohnentechnologie bis hin zum Wohnungsbau, zu Gesundheitsthemen und zu Fragen der nationalen Sicherheit und der internationalen Handelsbeziehungen. Überall gibt es ermutigende und, ja, auch begeisternde Signale des Aufbruchs, der Innovation und des Optimismus. Wir sind und bleiben das Land der Erfinder und der Macher. Mit modernen Werkzeugen wollen wir auch in Zukunft ein Vorbild für unsere Nachbarn in Europa und in der ganzen Welt sein.

Nehmen wir das Beispiel der KI. Ob in der Industrie oder im Handwerk, im Mittelstand, in der Rüstung, in der Medizin, in der Pharmazie, in der Medizintechnik, Deutschland hat hier ungeahnte, große Chancen. Künstliche Intelligenz ist ein Katalysator für den Aufbruch, für das moderne Deutschland. Dabei geht es nicht nur um Arbeit, Wertschöpfung und Zukunft, dabei geht es auch um Souveränität für unsere Gesellschaft, für unser Lebensmodell und nicht zuletzt für unsere Sicherheit.

Deutschland ist ein starker und handlungsfähiger Staat. Wir sind stark in der Sicherheitspolitik. Sie haben das hier gestern vermutlich auch sehen können. Wir sind stark in der Technologie. Wir sind stark bei Innovationen. Auf diesen starken Staat können die Bürgerinnen und Bürger unseres Landes vertrauen. Dieser Staat schützt seine Bürger und nimmt sie mit in eine gute Zukunft.

Die wirtschaftlichen Kerndaten untermauern diesen Optimismus. Der Geschäftsklimaindex ist im August überraschend stark gestiegen, und das schon zum vierten Mal in Folge. Die Wirtschaft wächst bereits im dritten Quartal mit guten Werten. Die Voraussagen für das Jahr 2027 werden nach oben korrigiert. Wir haben drei Jahre der Rezession hinter uns, und nun wachsen wir wieder, trotz Krieg am Golf und in der Ukraine, trotz den Handelskonflikten, die wir überall sehen und die über das vergangene Wochenende auch zwischen Amerika und Kanada noch einmal aufgeflammt sind. Wir haben beeindruckende Zahlen von Neugründungen. Junge Leute, junge Frauen, junge Männer gründen Unternehmen in Deutschland in einer so großen Zahl, wie wir es noch nie zuvor gesehen haben. Auch traditionelle Firmen trauen sich wieder etwas, übrigens auch sehr stark getrieben von künstlicher Intelligenz.

Meine Damen und Herren, diese Kabinettsklausur soll auch einen Impuls an die Koalition, an die Koalitionsfraktionen, aber vor allem an die Menschen in unserem Land senden. Unsere Botschaft ist: Wir haben große Reformen angepackt. Wir werden sie auch umsetzen, und wir werden unser Land in eine gute Zukunft führen. Dazu sind wir fest entschlossen, und dabei sind wir geschlossen und, ja, auch guter Stimmung. Das werden Sie hoffentlich gestern Abend ein bisschen mitbekommen haben. Wir wissen gleichzeitig um unsere Verantwortung. Wir lassen uns dabei nicht irritieren. Ohne Arbeit und Wachstum ist alles nichts. Deswegen: Volle Konzentration auf Wachstum, auf Arbeitsplätze und auf Innovation!

Wir haben der Klausurtagung eine reguläre Kabinettssitzung angeschlossen. In dieser regulären Kabinettssitzung heute haben wir, wie angekündigt, auch über die Folgen des Hitzesommers gesprochen. Zu diesem Punkt gibt es, wie geplant, keine Beschlüsse. Aber wir haben aus der Breite des Kollegiums der Mitglieder der Bundesregierung wichtige Impulse über den Stand der Prävention, über die Folgen der Hitze für die Menschen, für das Land und für die Verkehrswege und auch über die wirtschaftlichen Konsequenzen bekommen. Diese Erfahrungen wollen wir jetzt auf einem geordneten Weg in politische Entscheidungen überleiten.

Lassen Sie mich dazu ein paar Grundlagen vermitteln. Wir haben im Bereich des Klimaschutzes bereits eine ganze Reihe von Maßnahmen beschlossen, insgesamt 300 aus dem laufenden und aus früheren Klimaschutzprogrammen seit dem Jahr 2021, mit dem diese Bundesregierung ja fortgeschritten ist. Das betrifft alle Sektoren. Das betrifft den Verkehr, das Wohnen, die Energie, die Industrie, die Land- und Forstwirtschaft und natürlich den Bereich der Gesundheit und vieles mehr. Uns geht es um Klimaschutz, um die Erhaltung und Einhaltung der Klimaziele, aber auch um Klimaanpassung, weil wir wissen, dass Hitzesommer in Zukunft häufiger vorkommen werden. Wir müssen uns darauf einstellen. Denn wir allein in Deutschland können den Klimawandel auf der Welt nicht zurückdrängen, selbst dann nicht, wenn wir alle selbst gesteckten Ziele sofort und am heutigen Tage erreichen würden.

Ich möchte deshalb noch einmal betonen: Es mangelt uns nicht an Programmen, und es mangelt nicht an Geld. Die Länder, die nach unserer Verfassung mit der Aufgabe des Hitzeschutzes hauptsächlich beauftragt sind, haben aus dem Sondervermögen hundert Milliarden Euro erhalten, die ihnen jetzt über zwölf Jahre kontinuierlich ausgezahlt werden und die sie nach eigenem Ermessen investieren können. Aber das Programm heißt Investition und Klimaschutz, und das ist genau das, was wir damit bei dem Geld gemeint haben, das wir für den Bund zur Verfügung haben, aber auch bei dem Geld, das wir den Ländern zur Verfügung stellen. Dabei wissen Länder und Kommunen am besten, wie es vor Ort um diesen Schutz bestellt ist. Dort sollte deshalb auch entschieden werden.

Im Bund werden wir in einigen Ressorts weitere Programme zur Klimaanpassung und zum Hitzeschutz auflegen. Wir wollen nun systematisch all diese Programme prüfen, sie besser miteinander verzahnen, Hürden für Anträge und Befristungen abbauen und vor allem für deutlich mehr Transparenz sorgen, damit die Bürgerinnen und Bürger auch wissen, was wir tun.

Ich will hinzufügen, dass ich den Staatsminister im Bundeskanzleramt für die Bund-Länder-Beziehungen, Kollege Philipp Amthor, darum gebeten habe, mit den Bundesländern und den betroffenen Ressorts jetzt konkrete Vorschläge dazu zu erarbeiten und dies auch abzustimmen. Wir wollen im Übrigen auch Wissen, wo die Länder das Geld investieren, das ihnen von uns zur Verfügung gestellt worden ist, damit wir das alles miteinander abstimmen können.

Außerdem werden wir aus dem Hitzesommer 2026 Lehren ziehen und konkrete Hilfen prüfen müssen. Das betrifft vor allem die Vorsorge für Waldbrände, die Ausstattung der Feuerwehren und der weiteren Hilfsorganisationen. Sie haben in diesem Sommer bemerkenswerte Arbeit geleistet. Das betrifft aber auch die Gesundheitsprävention, die Folgen für den Verkehr und natürlich für die Landwirtschaft und die Forstwirtschaft.

Meine Damen und Herren, eine Klausurtagung soll Zeit geben, um Themen auch einmal fernab des Tagesgeschäfts in der gebotenen Tiefe zu diskutieren. Sie dient aber auch der Selbstvergewisserung und der Stärkung des inneren Zusammenhalts einer Regierung. Ich kann es aus meiner Sicht sagen, und ich denke die Kollegen werden es teilen: All diese Ziele haben wir in den letzten beiden Tagen erreicht. Wir sind uns sicher, dass wir auf dem richtigen Kurs sind. Innovation und Wettbewerb, Wachstum und Arbeit, das Land kann darauf vertrauen, dass wir mit aller Kraft daran arbeiten, unser Land in diesem Sinne voranzubringen.

Ich habe abschließend zum Ende der regulären Kabinettssitzung den Kolleginnen und Kollegen, die mit Impulsvorträgen und guter Vorbereitung beigetragen haben, noch einmal gedankt. Ich kann es aus meiner Sicht sagen: Wir gehen mit Tatkraft, aber auch mit großer Zuversicht in die verbleibenden Monate des Jahres 2026. Wir sind uns sicher, dass wir auf diesem Weg weitere Fortschritte machen und zum Jahresende eine Bilanz ziehen können, die sich sehen lassen kann, heraus aus der Rezession, heraus aus der Schwäche unserer Wirtschaft, heraus aus dem Missmut und dem Misstrauen und hinein in eine neue Zuversicht. Die Gäste, die wir heute hatten, haben uns das alle zusammen in beeindruckender Weise vermittelt. Von dieser Zuversicht und von diesem Optimismus nehmen wir in unsere tägliche Arbeit viel mit. Deswegen will ich den Kolleginnen und Kollegen des Kabinetts noch einmal herzlichen Dank sagen. Das waren zwei wirklich gute Tage hier in Schloss Neuhardenberg.

Last, but not least: Wir haben uns auch ein bisschen von der Geschichte dieses Hauses beeindrucken lassen. Wir waren heute Morgen, wie Sie vielleicht mitbekommen haben, auch in der Kirche. Staatsminister Weimer hat uns einen kurzen Abriss der Geschichte dieser Kirche, aber auch der gesamten Anlage gegeben. Den Geist dieses historisch wirklich bedeutenden Ortes nehmen wir mit in unsere Arbeit nach Berlin.

Bundesminister Lars Klingbeil:

Auch von mir ein herzliches Willkommen! Vielen Dank für Ihr Interesse! Der Bundeskanzler hat gerade die Schwerpunkte der Kabinettsklausur deutlich gemacht. Ich will es von meiner Seite aus auch noch einmal sagen: Neues wirtschaftliches Wachstum und gute, sichere Arbeitsplätze, um diese beiden Eckpfeiler geht es, wenn wir in Deutschland den Aufbruch in ein Deutschland der Zukunft schaffen wollen. Wir haben uns die Zeit genommen, darüber intensiv zu sprechen.

Klar ist, dass wir diese Ziele gemeinsam erreichen sollten. Gemeinsam zu handeln, ist eine Stärke, gemeinsam in der Koalition, gemeinsam mit Politik, mit Unternehmen, mit Beschäftigten, mit Industrie, mit Handwerk, mit Start-ups, aber auch gemeinsam, Bund, Länder und Kommunen zusammen. Wir haben im Vorfeld der letzten Sitzung des Koalitionsausschusses mit den Sozialpartnern zusammengesessen. Auch aus diesem Treffen ist vieles an Ideen für die spätere Sitzung des Koalitionsausschusses erwachsen. Deswegen haben wir uns vorgenommen, diesen Dialog zu intensivieren und weiterzuführen.

Ich und wir wollen, dass Deutschland wieder an die Spitze gebracht wird, technologisch, aber auch wirtschaftlich. Entscheidend ist, dass die Jobs der Zukunft in Deutschland entstehen. Entscheidend ist auch, dass wir unabhängiger und souveräner werden, damit nicht in Washington oder in Peking über unsere Zukunft entschieden wird, damit nicht die „tech bros“ im Silicon Valley mit ihrer gefährlichen Ideologie über die Zukunft der künstlichen Intelligenz entscheiden. In den Vorträgen ist deutlich geworden: Wir können als Europäer, als Deutschland handeln. Wir haben alle Möglichkeiten und alle Chancen, die besten Lösungen auf den Weg zu bringen.

Als Finanzminister habe ich dazu beitragen können, dass wir viel mehr in Zukunftstechnologien investieren. Wir investieren mehr in KI, mehr in Rechenzentren, mehr in Hightech. Im Sondervermögen steigern wir die Investitionen in Forschung und Entwicklung im Jahr 2027 um 60 Prozent im Vergleich zum Jahr 2026. Wir fördern also KI made in Germany und Chips made in Germany. Die Voraussetzungen in unserm Land sind gut. In unserem Land stecken riesige Potenziale und große Innovationskraft, und diese Potenziale gilt es jetzt besser zu nutzen.

Der Bundeskanzler hat es angesprochen. Wir sehen es gerade an den Gründungszahlen, die massiv steigen. Immer mehr Start-ups und junge, wachsende Unternehmen, das kann eine neue Gründerzeit werden, und wir sollten alles dafür tun, dass es eine neue Gründerzeit wird. Gleichzeitig sehen wir zum ersten Mal seit langer Zeit doch wieder positive Signale aus der Industrie. Die Aufträge nehmen zu, und wir haben eine gute Entwicklung im Wohnungsbau.

Allerdings muss man auch sagen: Der wichtigste Impuls, dass es gerade wirtschaftlich in Deutschland wieder bergauf geht, ist das 500-Milliarden-Euro-Investitionspaket. Das ist aktuell der stärkste Wachstumsimpuls. Ohne diese Investitionsoffensive wären wir in einer Rezession. – Das muss man so klar benennen.

Jahrzehntelang wurde in unserem Land vieles kaputtgespart. Das spüren wir alle im Alltag – die Unpünktlichkeit der Bahn, kaputte Straßen, marode Schulen. Der ideologische Sparkurs der letzten Jahrzehnte ist uns teuer zu stehen gekommen. Wir als Regierung beenden mit unseren Investitionen diese zukunftsfeindliche Politik.

Mir war es wichtig, dass wir einen anderen Kurs bei Investitionen einschlagen. Vor einem Jahr habe ich auf der Kabinettsklausur gesagt, die Bagger müssen rollen. Heute sehen wir die Bagger rollen. Nach knapp einem Jahr sind von den 500 Milliarden Euro bereits 50 Milliarden Euro auf den Weg gebracht.

Wir bringen also Projekte in unserem Land voran, die gut für die Menschen sind: Die Bahnstrecken werden sicherer, und die Bahn wird pünktlicher. Moderne Schulgebäude, in die man als Lehrerinnen und Lehrer und auch als Schüler wieder gerne geht und sich dort auf den Unterricht konzentrieren kann. Kitas, in die die Eltern die Kinder sehr gerne bringen. Wir modernisieren unsere Krankenhäuser, weil Ziel ist, dass wir die beste medizinische Betreuung in unserem Land anbieten können.

Ich will hier aber auch betonen: Es sind nicht nur Investitionen in Straßen, in Brücken, in Gebäude. Wir schaffen mit diesem Sondervermögen und mit den Investitionen auch die Grundlage für sichere Arbeitsplätze, für neue wirtschaftliche Stärke und für einen Alltag in unserem Land, der wieder besser funktioniert und den Zusammenhalt vor Ort stärkt. Wir bauen jetzt das Deutschland der Zukunft.

Wir – das war in der Bundesregierung auch klar – werden das Tempo hochhalten für Bund, Länder und Kommunen. Wir werden weiter Druck machen, dass schnell geplant wird, dass investiert und gebaut wird. So können wir in Deutschland für die nächsten Jahre einen kräftigen Modernisierungsschub schaffen, der unser Land dann auch positiv verändert.

Lassen Sie mich ein weiteres Thema ansprechen, das sehr wichtig ist. In der kommenden Kabinettssitzung werde ich die Reform der Einkommensteuerreform vorlegen, die wir gemeinsam im Koalitionsausschuss vereinbart haben. Ja, wir haben knappe Kassen – und ja, wir mussten priorisieren. Aber wir haben einen klaren Schwerpunkt gesetzt. Wir wollen, dass Familien entlastet werden. Deswegen sieht der Gesetzentwurf vor, dass Familien mit zwei Kindern um etwa 600 Euro im Jahr entlastet werden. Das sollte niemand kleinreden. Das ist wichtig für Familien, gerade in diesen Zeiten.

Der Bundeskanzler hat es angesprochen: Wir haben auch über den Hitzeschutz geredet. In diesem Jahr hatten wir eine Rekordhitze. Sie wissen, mir war wichtig, dass wir uns intensiv damit befassen, und das haben wir heute getan. Es sind 14 000 Hitzetote, die wir in diesem Sommer hatten. Das ist nicht nur eine dramatische Zahl; das sind viele persönliche Schicksale. Das sind Familien, die trauern. Allein das verpflichtet uns als Bundesregierung zu handeln.

Wir sehen, dass das Niedrigwasser in unseren Flüssen die Wirtschaft leiden lässt. Wir sehen die Folgen für Handel und Logistik, und wir sehen die verheerenden Waldbrände. Mein größter Respekt und mein Dank – das will ich hier noch einmal sagen – gilt allen Feuerwehrleuten, die über sich hinausgewachsen sind, um diese Brände zu bekämpfen.

Aus dem Bereich des Finanzministeriums gehört zur Bekämpfung des Klimawandels dazu, dass wir massive Investitionen in den Klimaschutz und die Klimaanpassung haben. Wir investieren in E-Autos, in klimaneutrale Wirtschaft, in den Ausbau der erneuerbaren Energien. Keine Bundesregierung hat je zuvor 100 Milliarden Euro in den Klima- und Transformationsfonds gesteckt. Die Investitionen, die an die Länder gegangen sind, hat der Bundeskanzler angesprochen. Das sind weitere 100 Milliarden Euro, die an die Länder und die Kommunen gehen. Die Mittel können auch für den Bevölkerungs- und den Hitzeschutz eingesetzt werden. Es geht jetzt also darum, dass diese Mittel schnell und effizient eingesetzt werden.

Zum Abschluss lassen Sie mich sagen: Ich traue uns zu, dass wir dieses Land aus der schwierigen wirtschaftlichen Lage der letzten Jahre herausarbeiten. Investitionen und Reformen, das ist der richtige Kurs. Aber klar muss eben auch sein: Wir brauchen eine Geschlossenheit. Alle in dieser Koalition wollen das Land voranbringen. Wir müssen dafür die Dinge, die wir auf den Weg gebracht haben, gemeinsam umsetzen.

Bundesminister Alexander Dobrindt:

Sehr geehrte Damen und Herren, als allererstes ein herzliches Dankeschön für die Begleitung dieser Kabinettsklausur.

Lassen Sie mich an der Stelle auch gleich sagen: Wir haben unsere Regierungsmannschaft hier auf der Kabinettsklausur auf die Herausforderungen des Herbstes eingeschworen. Die Herausforderungen, was Chancen und Prüfungen gleichermaßen sind, wollen wir gemeinsam bewältigen, gemeinsam in dieser Koalition mit CDU, CSU und SPD, mit unserer Regierungsmannschaft.

Es ist klar, dass sich diese Herausforderungen mit Wachstum, Wohlstand und Widerstandsfähigkeit beschreiben lassen. Das ist der Dreiklang, um den es bei unseren Beratungen geht.

Zum Thema Wachstum haben der Bundeskanzler und der Finanzminister ausgeführt, dass wir uns intensiv mit der Frage der künstlichen Intelligenz in der Zukunft unserer Wirtschaft beschäftigt haben. Die digitale Kognition und die Umsetzung dieser in der Robotik sind die Grundstruktur für eine erfolgreiche Industrie und für erfolgreiches industrielles Wachstum. Das Lernen, das Denken, das Problemlösen – ohne Kenntnisse in künstlicher Intelligenz werden wir industrielles Wachstum in der Zukunft nicht mehr sicherstellen können.

Deswegen ist es so entscheidend, dass wir selber fähig sind, künstliche Intelligenz zu entwickeln und auch einzusetzen. Das ist Auftrag und Aufgabe auch dieser Koalition, dafür zu sorgen, dass wir mit einem klaren Fokus auf Entwicklung und Anwendung und auch dem Beherrschen von künstlicher Intelligenz neue Wachstumsimpulse in der Wirtschaft setzen.

Daraus können wir auch den Wohlstand der Zukunft generieren, denn ohne Wachstum gibt es nur Verteilungskämpfe. Mit Wachstum gibt es Gestaltungsspielräume. Auch das haben wir eindrücklich besprochen, und wir wollen die Gestaltungsspielräume größer machen.

Dann geht es um die Widerstandsfähigkeit, ohne die Wachstum und Wohlstand heute auch nicht mehr denkbar sind. Anders als in vergangenen Jahrzehnten spielt dies eine deutlich größere Rolle zur Sicherung von Wachstum und Wohlstand.

Wir haben vor einigen Wochen die Gefährdungslage in Deutschland angepasst und sind von einer abstrakten Gefährdungslage auf eine hohe Gefährdungslage gegangen. Das war begründet. Heute wird das allerorts diskutiert. Deswegen gibt es auch Antworten auf diese hohe Gefährdungslage, die regulatorisch sind, die technisch sind, die aber auch mit Klarheit und Konsequenz begleitet werden – regulatorisch, weil wir im Bereich des Cybersicherheitsgesetzes bei der IP-Adressenspeicherung und automatisierten Datenanalysen vorankommen, aber weil wir auch eine zügige Umsetzung der Nachrichtendienstreform vereinbart haben. Wir wollen aus den Nachrichtendiensten echte Geheimdienste entwickeln. Das ist Teil dieser Nachrichtendienstreform, die ich vorgestellt habe.

Wir rüsten technisch weiter auf im Bereich der Drohnenabwehr, wir rüsten technisch weiter auf im Bereich des Cyberdomes, und wir schließen Sicherheitslücken durch Aufbau bei Polizeikräften und Verfassungsschutz. Es geht um Klarheit, um Konsequenz. Wer uns angreift, der muss damit rechnen, dass wir uns zur Wehr setzen. Das gilt im Cyberbereich genauso wie außerhalb des Cyberbereichs. Aber der Grundsatz bleibt bestehen. Es sind immer Klarheit und Konsequenz, die miteinander verbunden sind. Auch darüber sind wir uns einig.