75 Jahre Mitgliedschaft
Europäische Einheit im Aufbau: Wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg trat Deutschland dem Europarat bei. Dies war ein wichtiger Schritt zurück in die europäische Gemeinschaft und ein Bekenntnis zu Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
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Bundeskanzler Konrad Adenauer (Mitte) und Staatssekretär Walter Hallstein (rechts) bei einer Sitzung des Ministerkomitees des Europarates in Paris im Jahr 1953.
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Der Europarat wurde 1949 gegründet. Er war die erste zwischenstaatliche Organisation, die europäische Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg wieder zusammenbringen sollte. Deutschland trat am 13. Juli 1950 als assoziiertes Mitglied bei. Seitdem setzt sich die Bundesrepublik gemeinsam mit anderen für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte ein.
Wiederaufbau im Dialog
Nach den tiefen Wunden des Zweiten Weltkriegs gründeten 1949 zehn europäische Staaten den Europarat. Angesichts von Kriegstraumata, Diktaturerfahrungen und nationalistischer Abschottung entstand so ein Raum des Dialogs und der Zusammenarbeit. Die Bundesrepublik Deutschland trat dem Europarat am 13. Juli 1950 zunächst als assoziiertes Mitglied bei.
Die Entscheidung war nicht unumstritten: Die NS-Vergangenheit Deutschlands ließ Zweifel an seiner politischen Reife für eine paneuropäische Institution aufkommen. Doch nicht alle waren skeptisch. Winston Churchill hatte schon 1946 gefordert, Deutschland einzubinden: als Maßnahme zur Kontrolle, aber auch zur Integration in ein künftiges, geeintes Europa.
Seit dem 2. Mai 1951 ist Deutschland Vollmitglied des Europarats. Seitdem entsendet die Bundesrepublik auch Vertreter ins Ministerkomitee, das politische Herzstück des Europarats. Aus dem einstigen Außenseiter wurde ein aktiver Mitgestalter, der wesentlich zum demokratischen Wiederaufbau Europas beitrug.
Zukunft in Frieden
Die Aufnahme Deutschlands in den Europarat markiert auch die Rückkehr der Bundesrepublik in die europäische Gemeinschaft. 1951 sprach Bundeskanzler Konrad Adenauer vor dem Europarat.
Er bezeichnete die Organisation als eine wichtige Plattform für den regelmäßigen Austausch europäischer Staaten. Diese sollten gemeinsam an einer friedlichen und demokratischen Zukunft Europas arbeiten. „Es bedeutet viel für die politische Entwicklung Europas, dass wir ihre Sorgen und Nöte, ihre Wünsche und Hoffnungen austauschen, gemeinsame Kriterien für die Bewertung ihrer Bedürfnisse entwickeln und überhaupt in einem Geiste der Fairness und der guten Nachbarschaft zusammenarbeiten“.
Wächter der Demokratie
Der Europarat entstand 1949, lange vor der Europäischen Union. Seine Aufgabe: die Förderung von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und der Achtung der Menschenrechte über nationale Grenzen hinweg. Heute zählt der Europarat 46 Mitgliedstaaten und repräsentiert damit nahezu den gesamten europäischen Kontinent.
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