Im Kabinett beschlossen
Die Bundeswehr wird sich auch künftig an der Operation EUFOR ALTHEA in Bosnien und Herzegowina beteiligen. Das Kabinett hat das Mandat bis Ende Juni 2027 verlängert. Der Deutsche Bundestag muss dem Beschluss noch zustimmen.
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Mit der Beteiligung deutscher Streitkräfte zeigt Deutschland seine Verantwortung für die Sicherheit auf dem europäischen Kontinent.
Grafik: Bundesregierung
Die Bundeswehr wird sich weiterhin an der Operation European Union Force (EUFOR) ALTHEA in Bosnien und Herzegowina beteiligen. Diese wird von der EU geführt. Insgesamt sind rund 1.500 Soldatinnen und Soldaten aus 25 Nationen für die Mission im Einsatz. Das Kabinett hat am 22. April beschlossen, dass sich Deutschland weiterhin mit bis zu 50 Einsatzkräften beteiligen wird. Die Bundesregierung unterstreicht damit ihr fortwährendes Engagement für Sicherheit und Stabilität im westlichen Balkan.
Weiter anfällig für Konflikte
Die ethnische Spaltung zwischen Bosniaken und bosnischen Kroaten auf der einen und bosnischen Serben auf der anderen Seite dominiert die Politik und erschwert Fortschritt und Reformen. Es besteht daher weiterhin Konfliktpotential.
Seit Juni 2024 haben die Autonomiebestrebungen in der Entität Republika Srpska weiter zugenommen. Sie höhlen die funktionale Integrität des Gesamtstaates zunehmend aus. Am 6. August 2025 enthoben die bosnischen Wahlbehörden den Präsidenten der Republika Srpska, Milorad Dodik, seines Amtes, nachdem ihn das Berufungsgericht zu einem Jahr Gefängnis und einem sechsjährigen Verbot des Ausübens öffentlicher Ämter verurteilt hatte. Aus den Neuwahlen zum Präsidenten der Republika Srpska im November 2025 ging Siniša Karan hervor. Er gehört der gleichen Partei wie sein Vorgänger, Milorad Dodik, an. Trotz der politisch weiter angespannten Lage ist eine kurzfristige Eskalation aktuell unwahrscheinlich.
Sichere und stabile Verhältnisse schaffen
Die Präsenz von EUFOR ALTHEA stellt einen entscheidenden Faktor dar, um sichere und stabile Verhältnisse in Bosnien und Herzegowina zu schaffen. Dies ist die notwendige Grundlage für eine positive politische Entwicklung.
Die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr unterstützen in diesem Rahmen außerdem die Ausbildung der bosnisch-herzegowinischen Streitkräfte und nehmen Beratungs- und Beobachtungsaufgaben wahr. Durch Patrouillen und dem Kontakt zu örtlichen Akteuren und staatlichen Institutionen tragen sie zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung bei.
Stabile Sicherheitslage für einen EU-Beitritt notwendig
Die Bundesregierung unterstützt weiterhin auch die Reformen von Bosnien und Herzegowina, die für eine Mitgliedschaft in der EU notwendig sind. Die Schaffung eines sicheren Umfeldes ist dafür unabdingbar.
Insbesondere 2023 waren Reformschritte in Bosnien und Herzegowina erkennbar, die am 21. März 2024 vom Europäischen Rat mit dem Beschluss zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen honoriert wurden. Das Streben nach einer EU-Mitgliedschaft genießt in der Bevölkerung weiterhin hohe Zustimmung. Jedoch sind demokratische und rechtsstaatliche Reformen notwendig. Das gespaltene politische System lähmt den politischen Prozess. Für den EU-Beitritt ist auch eine stabile Sicherheitslage notwendig.