Bundesregierung richtet Krisenstab ein

Pressekonferenz von Spahn und Seehofer Bundesregierung richtet Krisenstab ein

Die Bundesregierung hat einen Krisenstab zum Coronavirus eingerichtet. Ziel ist es, "die Bevölkerung so gut wie möglich zu schützen und die Epidemie soweit wie möglich einzudämmen", sagte Bundesgesundheitsminister Spahn. Gemeinsam mit Bundesinnenminister Seehofer informierte er über die aktuelle Lage.

Bundesgesundheitsminister Spahn und Bundesinnenminister Seehofer

Bundesgesundheitsminister Spahn (l.), Bundesinnenminister Seehofer: Die Bundesregierung trifft Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung der Viruserkrankung.

Foto: Tobias SCHWARZ / AFP via Getty Images

Um den Ausbruch des neuartigen Coronavirus wirksam zu bekämpfen, haben Bundesgesundheits- und Bundesinnenministerium einen Krisenstab eingerichtet. "Wir reagieren damit auf die neue Lage, in der sich Deutschland, Europa und die Welt befinden", so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Es müsse damit gerechnet werden, dass sich die Epidemie auch in Deutschland weiter ausbreite, erklärte er.

Der gemeinsame Krisenstab soll unter Beteiligung weiterer Ressorts die Krisenvorsorge in Deutschland weiter stärken. Bundesinnenminister Horst Seehofer hob bei der gemeinsamen Pressekonferenz die zentralen Aufgaben des Krisenstabes hervor, um den Schutz der Bevölkerung sicherzustellen:

1.    Infektionsketten in Deutschland unterbinden sowie
2.    Infektionsketten nach Deutschland eindämmen.

"Bürgerinnen und Bürger bestmöglich schützen"

Bei den neuesten Infektionsfällen in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg sei es gelungen, die Infektionen frühzeitig zu erkennen, die betroffenen Personen zu isolieren und klinisch zu behandeln, so Bundesgesundheitsminister Spahn. "Die Erstinfektion in Nordrhein-Westfalen konnte allerdings noch nicht ausfindig gemacht werden." In dieser Lage sei es wichtig, alles zu tun, um die Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu schützen. Weiterhin gehe es darum, das Ausbruchsgeschehen einzudämmen und zu verlangsamen.

Unsicherheiten begegnen

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA), das Robert Koch-Institut (RKI) sowie das Bundesgesundheitsministerium informieren auf ihren Internetseiten stetig über den aktuellen Stand der Entwicklungen. Über die Rufnummer 116 117 des Patientenservices der Kassenärztlichen Bundesvereinigung werden zusätzlich Informationen zum Coronavirus bereitgestellt.

"Unsicherheiten kann man am besten begegnen, wenn vor Ort fundiert Auskunft gegeben werden kann", sagte Spahn. Dazu werden Bus- und Bahnunternehmen aufgefordert, ihre Kunden ausführlich zu informieren. Arztpraxen, Krankhäuser und Pflegeeinrichtungen werden darüber hinaus kontinuierlich mit Informationsmaterial ausgestattet.

"Lieber ein Stück mehr an Schutz für die Menschen"

Zur Sicherstellung des Gesundheitsschutzes und um die Weiterverbreitung der Viruserkrankung aus anderen Ländern einzudämmen, wurden verschiedene Maßnahmen getroffen. So wird die Bundesregierung unter anderem für Flug- und Schiffsreisen anordnen, dass Reisende auf so genannten Aussteigekarten Angaben zu ihrer Reise und zu ihrem Aufenthaltsort machen. So können mögliche Infektionsketten zurückverfolgt und betroffene Personen kontaktiert werden. Die Aussteigekarten sollen durch eine Selbstverpflichtungserklärung der Verkehrsunternehmen auch beim grenzüberschreitenden Bus- und Bahnverkehr eingesetzt werden. Darüber hinaus sollen die Verkehrsunternehmen Reisende über aktuelle Entwicklungen informieren und Handlungshinweise für den Fall geben, dass sie Symptome bemerken.

Inwieweit der grenzüberschreitende Warenverkehr weiteren Maßnahmen unterliegt, soll der eingerichtete Krisenstab prüfen. Das oberste Interesse gilt dabei dem Gesundheitsschutz vor kommerziellen Interessen. Maßnahmen sollten dabei wirksam sein und einen Mehrwert bieten, so der Bundesinnenminister.

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