tagesbefehl an die bundeswehr

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der bundesminister der verteidigung erliess am 12. maerz
1987 folgenden tagesbefehl an die bundeswehr:

der herr bundespraesident hat mich auf vorschlag des herrn
bundeskanzlers erneut zum bundesminister der
verteidigung ernannt.
mein erstes wort gilt ihnen, den soldaten und zivilen
mitarbeitern der bundeswehr.
ihr dienst ist nicht nur wichtig fuer unser volk und seine
freiheit. ohne ihren dienst waere es nicht moeglich, europa
den frieden zu erhalten. die bundeswehr bleibt - seite an
seite mit den uns verbuendeten streitkraeften - das wichtigste
unterpfand unserer sicherheit. sie bestimmt unseren
politischen einfluss im buendnis wie unsere gespraechsfaehigkeit
nach osten wesentlich mit.
daher duerfen sie ihren dienst mit stolz verrichten und sich
auch nach aussen selbstbewusst als soldaten und zivile
mitarbeiter der bundeswehr bekennen.
den wehrpflichtigen sage ich: ich weiss, dass ihr dienst hin
und wieder beschwerlich ist und da und dort wie in anderen
berufsfeldern auch von der routine des alltags gepraegt
wird. verstehen sie diesen dienst als ein opfer zugunsten
einer sicheren und freien zukunft unserer rechtsstaatlichen
demokratie, die auch ihnen selbst wie ihren familien nuetzt.
die vorgesetzten bitte ich: kuemmern sie sich um die ihnen
anvertrauten soldaten und schaffen sie vertrauen und
kameradschaft, indem sie vertrauen und kameradschaft
schenken. darin besteht die vornehmste aufgabe
soldatischer erziehung.
sie alle koennen und duerfen von mir erwarten, dass ich mich
auch kuenftig fuer ihre belange mit aller kraft einsetze und dass
ich mich bemuehe, die bedingungen ihres dienstes wie auch
ihre soziale lage schritt fuer schritt weiter zu verbessern.
unsere wichtigste gemeinsame aufgabe wird es sein, die
bundeswehr trotz der jetzt zur einberufung heranstehenden
geburtenschwaecheren jahrgaenge personell wie materiell
einsatzfaehig zu halten. das wird nicht ohne aenderungen,
unbequemlichkeiten und probleme gehen.
wenn wir unser ziel erreichen wollen, dann muss der dienst
in den streitkraeften attraktiv bleiben. dazu muessen wir alle
beitragen - jeder an seiner stelle und kraft seiner
verantwortung.
der dienst in der bundeswehr hat ein festes moralisches
fundament. wir bedrohen niemanden. wir werden niemals
als erste zu den waffen greifen. aber wir wollen uns auch
nicht fremdem willen beugen. wir bleiben entschlossen,
unser land und seine freiheit zu schuetzen. daher duerfen
sie ihren dienst guten gewissens erfuellen.

bundesminister der verteidigung
dr. manfred woerner