bei der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds am 26. September 2026 in Baden-Baden:
- Bulletin 91-2
- 27. September 2026
Es ist ein großes, das ist fast noch untertrieben, ein historisches Ziel, das uns hier in Baden-Baden zusammenbringt. Wir alle wollen Olympische und Paralympische Spiele, wir wollen sie endlich wieder nach Deutschland holen – und zum ersten Mal überhaupt in unsere vereinte Bundesrepublik. Ich freue mich sehr, dass wir uns heute Nachmittag so richtig auf den Weg machen, gemeinsam auf den Weg machen, um dieses Ziel zu erreichen!
Liebe Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB), Sie haben vorhin in geheimer Abstimmung entschieden, mit welcher Region sich unser Land um die Ausrichtung der Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 bewerben wird. Nachdem Berlin seine Kandidatur kurzfristig zurückgezogen hat, konnten Sie dabei nur noch zwischen zwei Kandidaten wählen: Köln Rhein-Ruhr oder München. Der Sieger steht fest, aber wir kennen ihn noch nicht, ich auch nicht. In einer halben Stunde ungefähr werden wir mehr erfahren. Viel mehr Spannung geht eigentlich nicht!
Aber wer auch immer nachher jubeln wird: Ich finde, die beiden verbliebenen Kandidaten haben großartige Bewerbungen hingelegt! Sie haben in Ihren Städten und Regionen diskutiert, Sie haben überzeugende und nachhaltige Konzepte entwickelt und viele Menschen für Ihre Idee von den Spielen begeistert. Und Sie haben sich untereinander einen fairen Wettbewerb geliefert. München oder Köln Rhein-Ruhr: Ich glaube, beide hätten es verdient, für unser Land ins internationale Rennen zu gehen. Ich danke den vielen, die sich in den vergangenen Monaten in ihrer Heimatregion für Olympia engagiert haben. Herzlichen Dank denen allen!
Wir werden gleich einen Sieger haben, aber keinen Verlierer. Denn die Bewerbung um das größte Sportfest der Welt ist nicht nur für die ausgewählte Region ein Gewinn. Sie ist eine Riesenchance für ganz Deutschland! Allein die Aussicht auf Olympische und Paralympische Heimspiele bringt uns zusammen, macht gute Laune, beflügelt uns, löst Aufbruchstimmung aus.
Nutzen wir den Schwung der Bewerbung, um noch mehr Menschen für Sport, fürs Sporttreiben zu begeistern und fürs Ehrenamt zu gewinnen. Sichern wir ein breites Sportangebot in Vereinen, Schulen und Gemeinden. Bauen wir Barrieren und Vorurteile ab. Fördern wir die Spitzenathletinnen und -athleten von morgen, aber auch Gesundheit und Zusammenhalt in unserer vielfältigen Gesellschaft.
Nutzen wir den Schwung der Bewerbung, um unser Land nach vorn zu bringen! Tun wir was für die Lebensqualität in Städten und Dörfern. Zeigen wir, dass wir ein Land der Innovationen und der Wirtschaftskraft sind, dass wir ein Land der Möglichkeiten sind.
Nutzen wir den Schwung der Bewerbung aber auch, um zu bekräftigen, wer wir sind und was wir bleiben wollen: ein weltoffenes, liberales und demokratisches Land. Freundlich, zuversichtlich und zupackend. Ein Land, das die Erinnerung wachhält und sich der Verantwortung bewusst ist, die aus der Geschichte erwächst. Ein Land, das für das geeinte Europa und für internationale Verständigung eintritt, für Begegnung, Fairness und Respekt – und immer auch für die verbindende Kraft des Sports.
Bringen wir unser Land jetzt in Bewegung, um alles zu stärken, was uns verbindet. Ich danke allen, die schon mit dabei sind, ob in Sport, Politik, Wirtschaft oder Gesellschaft. Und ich wünsche mir, dass noch viele andere hinzukommen. Und vor allem: nachher. Stellen wir uns nachher geschlossen hinter unsere Olympia-Region. Machen wir die Bewerbung zu unserer gemeinsamen Sache. Ich bin überzeugt: Wenn wir als Team Deutschland an den Start gehen, dann haben wir beste Chancen, Gastgeber der Spiele zu werden.