Rede des Bundesministers der Verteidigung, Boris Pistorius,

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Sehr geehrte Frau Präsidentin! 
Meine sehr geehrten Kolleginnen und Kollegen! 

Unsere Sicherheit ist kostbar. Sie ist Voraussetzung für unser Leben in Sicherheit und in Freiheit. Aber diese Sicherheit ist in Gefahr, und zwar so sehr wie schon seit Langem nicht.

Die Bedrohung durch Russland hat sich über die letzten Wochen weiter zugespitzt. Die sprengstoffbeladene Drohne über Litauen, die von Nato-Jets abgeschossen wurde, der russische Angriff auf den polnisch-ukrainischen Grenzübergang vor zehn Tagen und nicht zuletzt der Anschlagsversuch in Leipzig Ende August sind Eskalationsstufen, die wir so bisher nicht erlebt haben. Sie zeigen: Die Bedrohung wird konkreter. Sie ist ernst, sie ist akut, und sie wird immer sichtbarer. Das ist genau das, was der russische Präsident will. Moskau testet unsere Reaktion, Putin will den Menschen bei uns Angst machen. Aber er verkalkuliert sich auch hier einmal mehr. Deutschland hat nach den Vorfällen in Leipzig entschlossen, aber besonnen und nicht eskalierend reagiert. Auch bei der Ukraineunterstützung lassen wir nicht nach. Das ist und bleibt Leitlinie unseres Handelns.

Die Bedrohungslage macht sehr deutlich: Wir haben keine Zeit zu verlieren, um unsere Verteidigungsfähigkeit schnellstmöglich weiter zu stärken. Genau daran arbeiten wir, und zwar mit Hochdruck und in allen Bereichen. Wir investieren in modernes Gerät, das schnellstmöglich bei der Truppe ankommt. Wir verschlanken unsere Beschaffungswege noch weiter und gestalten sie effizienter. Wir nehmen deutlich mehr Geld für Forschung, Technologie und Entwicklung in die Hand. Die Ausgaben hierfür steigen im Jahr 2027 auf 6,25 Milliarden Euro. Das ist ein enormer Aufwuchs um fast das Dreifache im Vergleich zu den rund 2,3 Milliarden Euro im Jahr 2022.

Wir fördern Innovationen stärker. Bereits heute geben wir knapp die Hälfte unserer Investitionen für modernste Zukunftstechnologien aus. Darauf bauen wir auf und bringen unter anderem mit unseren Innovationszentren neue Produkte schneller in die Truppe.

Unsere Bundeswehr wächst auf. Die Bewerber- und Einstellungszahlen zeigen, wie attraktiv die Streitkräfte geworden sind. Schon 2025 haben wir rund 25.000 neue Soldatinnen und Soldaten eingestellt, so viele wie nie zuvor seit Aussetzung der Wehrpflicht.

Dieser positive Trend setzt sich fort. Bis Ende August dieses Jahres hatten wir bereits rund 17.000 Neueinstellungen zu verzeichnen. Das sind noch einmal 13 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Bei den Bewerbungen beträgt das Plus im Vergleich sogar fast 30 Prozent.

Unsere Arbeit trägt Früchte, und sie wird geschätzt von unseren Partnern in Europa und auf der anderen Seite des Atlantiks. Das wurde mir auch vergangene Woche bei meinem Besuch in den Vereinigten Staaten immer wieder gesagt. Gleichzeitig will ich klar sagen: Wir tun all das nicht, um irgendjemandem zu gefallen. Wir tun dies für die Sicherheit Deutschlands und Europas. Wir tun dies für die Menschen in diesem Land und auf diesem Kontinent. Für sie leisten die Soldatinnen und Soldaten unserer Bundeswehr jeden Tag ihren Dienst. Dafür will ich ihnen meinen großen Dank aussprechen, auch im Namen dieses Hauses.

Vielen Dank.