Rede der Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, Dorothee Bär,

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Herr Präsident! 
Liebe Kolleginnen und Kollegen! 

Ja, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, weil es einfach so wahnsinnig viele gute Nachrichten gibt aus dem Bereich „Forschung, Technologie und Raumfahrt.“ Ich darf vielleicht gleich mal damit beginnen, dass wir uns alle in der vergangenen Woche tatsächlich haben freuen können, dass zwei Deutsche und ihr amerikanischer Kollege den Nobelpreis für Medizin erhalten. Ich glaube, dass wir alle seit einer Woche mehr oder weniger Expertinnen und Experten in der Optogenetik sind. Professor Peter Hegemann arbeitet hier in Berlin in einem Exzellenzcluster mit, das auch von uns gefördert wird. Und ich darf auch noch Professor Francis Halzen erwähnen, der den Physiknobelpreis bekommt. Er ist Partner in einem Münchener Exzellenzcluster und hat auch sonst sehr, sehr viele Verbindungen nach Deutschland. Da zeigt sich die Stärke unserer Forschungslandschaft und unserer Politik.

Wir haben gerade wieder neue Exzellenzuniversitäten gekürt. Auch da möchte ich mich ganz herzlich bedanken beim Auswahlgremium, aber auch bei meinen 16 Länderkolleginnen und Länderkollegen. Wir haben nun Freiburg, Jena und Köln und zwei Exzellenzverbünde: die Rhein-Main-Unis und die Ruhr-Unis. Sie alle arbeiten auch daran, weiterhin unsere Zukunftsversprechen zu erfüllen.

Manchmal ist es aber auch so, dass es nicht nur gute Nachrichten gibt, manchmal ist die gute Nachricht ja schon die, dass es überhaupt eine Nachricht in die Nachrichten schafft. Das hört sich jetzt erst mal komisch an, aber ich habe mich sehr gefreut, dass zum Beispiel die „Tagesschau“ ganz, ganz prominent über Frauengesundheit berichtet hat. Ich freue mich auch, wenn große Hintergrundsendungen zum Thema Frauengesundheit laufen – früher tabuisiert, heute in aller Munde. Es tut sich was, ganz besonders, seitdem wir im Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt ein eigenes Referat für Frauengesundheit haben und damit knapp 90 Millionen Euro für die Forschung bereitstellen. Gemeinsam mit dem Bundesministerium für Gesundheit sind es 100 Millionen Euro für Forschung. Das heißt, Frauen und ihre Symptome werden von dieser Bundesregierung ernst genommen. Wir haben längst kapiert, dass Frauen keine kleinen Männer sind, und deswegen vielen herzlichen Dank auch an die Regierungskoalition, dass sie das so schön mit unterstützt.

Weitere gute Nachrichten sind natürlich, wie es bei unserer Hightech Agenda weitergeht. Ein tolles Beispiel ist die Quantum Computing Competition. Wir haben jetzt sechs Konsortien, die ins Rennen gegangen sind. Da geht es um 640 Millionen Euro. Ziel sind mindestens zwei fehlerkorrigierte Quantencomputer bis 2030. Das ist dann natürlich auch wieder ganz wichtig für die KI-Entwicklung; Sie kennen die aktuelle Debatte. Aber wo es Herausforderungen gibt, da gibt es auch Lösungen. Das heißt, wir arbeiten hier in Deutschland und in Europa an einer künstlichen Intelligenz, die sicher, die vertrauenswürdig und nachhaltig ist.

Wir haben ebenfalls für die zentralen Schlüsseltechnologien entschieden, dass wir nicht nur ein Silicon Valley brauchen, wie es in anderen Ländern der Fall ist, sondern mehrere. Bei uns heißen die Silicon Valleys künftig Hightech Spaces. Die Ausschreibungen sind raus, und auch da können sich alle bewerben, die jetzt schon davon überzeugt sind, dass wir Regionen haben, wo wir tatsächlich auch Stärken stärken wollen. Und ich freue mich sehr, dass ich schon von sehr vielen Ministerpräsidenten angesprochen wurde, die großes Interesse daran haben. – Ja, wahrscheinlich fast von allen.

Für positive Nachrichten sorgt dann auch die Raumfahrt. Dass unser Kurs der Kommerzialisierung wirkt, dafür ist Isar Aerospace das beste Beispiel. Wir hatten ja vor Kurzem erst eine Debatte dazu. Vielen Dank. Aber mit dem Bilderbuchflug der Rakete Anfang September hat das Start-up europäische Raumfahrtgeschichte geschrieben. Darüber, über solche Flüge und über Nobelpreisträger hätte man noch mehr berichten können, nicht nur in Nachrichtenmagazinen auf Seite 83. Aber immerhin wird mal darüber berichtet.

Auf der Regierungsbank darf ich neben dem Wirtschaftsministerium sitzen. Auch da haben wir großartige Nachrichten, die auch auf die Hightech Agenda einzahlen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden beispielsweise doppelt so viele Start-ups gegründet wie im Halbjahr davor. Auch da wächst eine neue Generation der deutschen Wirtschaft heran.

Ich könnte noch viele Beispiele nennen. Ich belasse es jetzt mal dabei; denn das Schöne heute ist: Karsten Wildberger hat noch mehr gute Nachrichten. Wir sind ja das Tech-Duo der Bundesregierung, lieber Karsten, und wir sind immer mindestens schon mit einem Bein in der Zukunft. Jetzt gleich mehr von meinem Kollegen, und dann freuen wir uns auf sehr spannende Fragen.

Ganz herzlichen Dank.