zum "german-american day" 1988

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der praesident des deutschen bundestages uebermittelte
dem speaker des amerikanischen
repraesentantenhauses, james wright, folgende grussbotschaft:

anlaesslich des diesjaehrigen "german-american day" gruesse
ich im namen meiner landsleute und auch persoenlich alle
buerger der vereinigten staaten von amerika. ich versichere
sie unserer engen freundschaft, die an einem tag wie dem
heutigen besonders sinnfaellig zum ausdruck kommt.
diese freundschaft wurzelt im gemeinsamen bekenntnis zu
den grundwerten von recht, freiheit und demokratie, sie
findet auch ausdruck in der mitgliedschaft unserer beiden
staaten in der atlantischen allianz und in der stationierung
amerikanischer soldaten in der bundesrepublik deutschland.
der "german-american day" erinnert uns an die
leistungen, die deutsche landsleute beim aufbau amerikas
erbracht haben. er macht uns das wechselseitige geben
und nehmen unserer beiden voelker bewusst. nur wenn aus
der beschaeftigung mit dieser vergangenheit impulse fuer
unsere gemeinsame zukunft ausgehen, werden sich die
beziehungen zwischen unseren beiden laendern auch
weiterhin vertrauensvoll und freundschaftlich entwickeln.
dazu tragen unsere voelker entscheidend bei. die
deutschamerikanische freundschaft ist nicht nur eine sache
der regierungen, sie ist auch die sache jedes einzelnen
buergers. ihre verankerung in den koepfen und herzen
der menschen ist der sicherste garant fuer frieden und
freiheit.
der "german-american day" ist ausdruck dieses brueckenschlags
ueber den atlantik. ich hoffe, dass die feiern im
vergangenen und in diesem jahr zur festen tradition in
den vereinigten staaten von amerika werden.

dr. philipp jenninger
praesident des deutschen bundestages

der bundesminister des auswaertigen sandte an
aussenminister george shultz zum "german-american day"
am 6. oktober 1988 nachstehende grussbotschaft:

lieber george,

ich freue mich, dass der kongress der vereinigten staaten
von amerika auch in diesem jahr den 6. oktober zum
"german-american day" erklaert hat.
dieser tag vergegenwaertigt uns, wie tief die wurzeln
deutsch-amerikanischer beziehungen in die vergangenheit
zurueckreichen. er erinnert uns daran, dass die deutschen
einwanderer durch tatkraeftige beitraege den aufbau der
vereinigten staaten mitgestaltet haben.
mit grosser dankbarkeit denken wir deutschen an diesem
tag aber auch an die vielfaeltige unterstuetzung, welche
die vereinigten staaten von amerika und ihre buerger
unserem land in schwerer zeit gewaehrt haben.
die deutsch-amerikanische freundschaft ruht auf einem
sicheren fundament. uns verbinden gemeinsame wert-
und zielvorstellungen. sie befaehigen uns, die unserer
generation gestellten aufgaben gemeinsam zu bewaeltigen
und die weichen fuer eine friedliche, gesicherte zukunft
zu stellen.

mit besten gruessen
ihr hans-dietrich genscher

das presse- und informationsamt der bundesregierung
teilt mit:

zum deutsch-amerikanischen tag erklaerte der staatsminister
beim bundeskanzler, dr. lutz stavenhagen, solche
tage duerften sich nicht in einer wuerdigung des erreichten
erschoepfen. es komme vielmehr darauf an, sich neuen
fragen und herausforderungen zu stellen und diese mit
dem gegenseitigen verstaendnis, das die
deutschamerikanischen beziehungen stets gepraegt habe,
anzugehen.
so muesse in medien und oeffentlichkeit der usa bei der
diskussion um eine gerechtere verteilung der militaerischen
lasten im buendnis der hohe beitrag, den die bundesrepublik
deutschland auch ausserhalb der rein militaerischen
leistungen erbringt, besser wahrgenommen werden. auch
sollte mehr sensibilitaet entwickelt werden fuer die
belastungen, die die deutsche bevoelkerung auf dem engen
territorium der bundesrepublik z. b. durch manoever und
tieffluege hinnehme.
andererseits duerfe gerade in der bundesrepublik
deutschland bei der diskussion um diese belastungen nie
in vergessenheit geraten, dass sich die nato-verbuendeten
auf unseren wunsch und zur verteidigung unserer freiheit
bei uns aufhalten.
als ganz wichtig bezeichnete es staatsminister
dr. stavenhagen, dass es nicht zu weiteren irritationen
auf dem gebiet der handelsbeziehungen komme. so hoffe er,
dass einige "protektionistische folterwerkzeuge", die das
neue us-handelsgesetz bereithalte, nie ausgepackt
werden. umgekehrt werde sich die bundesregierung mit
allem nachdruck dafuer einsetzen, dass sich der europaeische
binnenmarkt nicht zu der von manchen amerikanern
befuerchteten "festung europa" entwickle, sondern nach
aussen offen bleibe.
als eine zukunftsinvestition, deren wert gar nicht hoch
genug veranschlagt werden koenne, bezeichnete
dr. stavenhagen die von praesident reagan und
bundeskanzler kohl beschlossene verstaerkung des
deutschamerikanischen jugend- und studentenaustauschs.
neben den vielfaeltigen persoenlichen beziehungen, die
sich in den bereichen wirtschaft, politik und verteidigung
entwickelt haetten, biete gerade der jugendaustausch die
gewaehr, dass die in den vergangenen jahrzehnten begruendete
deutsch-amerikanische freundschaft auch in den
nachwachsenden generationen verankert wird.