zum gedenken an hanns martin schleyer und die opfer des terrorismus

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der bundesminister des innern, dr. friedrich
zimmermann, gab nachstehende erklaerung ab:

am 5. september 1977 wurde in koeln hanns martin
schleyer, praesident der bundesvereinigung der deutschen
arbeitgeberverbaende, auf der fahrt vom sitz der
arbeitgeberverbaende zu seiner wohnung gewaltsam entfuehrt.
mitglieder der "rote armee fraktion" hatten sein fahrzeug
sowie das begleitfahrzeug durch einen vorgetaeuschten
unfall zum halten gebracht.
mit gezielten schuessen wurde der fahrer heinz marcisz
sowie die zum persoenlichen schutz schleyers eingesetzten
polizeibeamten reinhold braendle, roland pieler und
helmut ulmer kaltbluetig getoetet.
hanns martin schleyer wurde in einen bereitgestellten
vwbus gezerrt, entfuehrt und nach 43 tagen in muehausen/
frankreich ermordet aufgefunden.
dazwischen lag die gewaltsame entfuehrung der deutschen
lufthansa-maschine boeing 737 "landshut". die entfuehrer,
vier angehoerige der pflp, verlangten ebenso wie die
entfuehrer schleyers u. a. die freilassung von elf inhaftierten
raf-bandenmitgliedern und deren ausreise in ein land
ihrer wahl.
die maschine befand sich mit 86 passagieren und fuenf
besatzungsmitgliedern an bord auf dem flug von mallorca
nach frankfurt. passagiere und besatzung - bis auf
flugkapitaen schumann - konnten nach einem "irrflug" durch den
nahen osten nach mogadischu durch beamte der gsg 9
befreit werden.
flugkaptiaen schumann wurde von den terroristen waehrend
einer in aden erzwungenen zwischenlandung kaltbluetig
ermordet.
die ermordeten sind opfer eines sinnlosen terrors, der bis
in unsere tage hineinreicht. auch wenn zehn jahre
verstrichen sind, gehoert den angehoerigen der terroropfer unser
mitgefuehl.
alle wesentlichen entscheidungen der damaligen
bundesregierung wurden von den im deutschen bundestag
vertretenen parteien solidarisch mitgetragen, auch soweit sie
- wie die cdu/csu - sich seinerzeit in der opposition
befanden. den entscheidungstraegern wurde damit der
rueckhalt gegeben, den sie in diesen schweren stunden
brauchten.
es galt, die entscheidungen an den widerstreitenden zielen
zu orientieren, naemlich einerseits schleyer und dann - ab
der sechsten woche der entfuehrung - auch das leben der
passagiere und der besatzungsmitglieder der "landshut"
zu retten, andererseits der forderung der entfuehrer nach
freilassung der terroristen nicht nachzugeben, um das
vertrauen in die handlungsfaehigkeit des staates nicht zu
erschuettern.
es waren fuer alle, insbesondere fuer die entfuehrten und deren
familienangehoerige, bedrueckende wochen.
die erleichterung ueber die geglueckte befreiung der
passagiere und der besatzung der "landshut" am 18. oktober,
wobei drei terroristen getoetet und eine terroristin
festgenommen wurde, wurde ueberschattet durch die trauer und
die ermordung von hanns martin schleyer sowie des
flugkapitaens schumann.
obwohl in der folgezeit ueber 60 terroristische gewalttaeter
festgenommen werden konnten, dauert das sinnlose
morden der raf-terroristen an. neue bandenmitglieder
wurden rekrutiert, neue unterstuetzer und sympathisanten
haben sich gefunden. eine klare absage an den einsatz
jeglicher gewalt zur verfolgung politischer ziele ist jederzeit
notwendig. lautstarke verurteilungen des terrorismus nur
dann, wenn menschenleben zu beklagen sind, genuegen nicht.
die bundesregierung wird den weg der bekaempfung
jeglicher form politisch motivierter gewalt konsequent
fortsetzen. sie fordert alle tragenden gesellschaftlichen kraefte auf,
sie darin zu untersuetzen. jeder einzelne kann durch seine
aufmerksamkeit und die bereitschaft, verdaechtige
wahrnehmungen mitzuteilen, den sicherheitsbehoerden helfen,
wirkungsvoll ihre schwierige aufgabe zu erfuellen. die
bekaempfung von terror und gewalt bleibt eine
daueraufgabe fuer staat und buerger.