Gespräch des Bundeskanzlers mit dem Präsidenten der Republik Albanien

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Der Sprecher der Bundesregierung, Staatssekretär Peter Hausmann,
teilt mit:

Bundeskanzler Dr. Helmut Kohl empfing am 18. Dezember 1995 den
Präsidenten der Republik Albanien, Professor Dr. Sali Berisha, zu
einem ausführlichen Meinungsaustausch. Im Mittelpunkt der
freundschaftlichen Unterredung standen neben den bilateralen
politischen und wirtschaftlichen Beziehungen die innenpolitische
Entwicklung in Albanien sowie die Lage im ehemaligen Jugoslawien,
insbesondere die Situation der albanischen Bevölkerung im Kosovo.
Der Bundeskanzler würdigte die Bemühungen Präsident Berishas um
eine demokratische und marktwirtschaftliche Reformentwicklung in
Albanien. Die Bundesregierung werde den albanischen Reformweg
auch weiterhin nach Kräften unterstützen. Dies gelte auch für die
weitere Annäherung Albaniens an die Europäische Union über das
bestehende Handels- und Kooperationsabkommen hinaus in
Richtung auf den Abschluß eines Assoziierungsabkommens. Beide
Gesprächspartner unterstrichen, daß die Vereinbarungen von Dayton
den Staaten im ehemaligen Jugoslawien und der gesamten Region
eine realistische Chance auf eine friedliche Zukunft eröffnet hätten.
Jetzt gelte es, die Vereinbarungen zügig umzusetzen. Der
Bundeskanzler bekräftigte in diesem Zusammenhang, daß ein stabiler
und dauerhafter Friede im ehemaligen Jugoslawien ohne eine
gerechte politische Lösung für den Kosovo nicht möglich sei. Die
Bundesregierung werde sich gemeinsam mit ihren europäischen
Partnern auch weiterhin für eine Autonomielösung im Kosovo unter
Beachtung aller Menschen- und Minderheitenrechte einsetzen. Der
Bundeskanzler und Präsident Berisha würdigten die positive Entwicklung
der traditionell engen und freundschaftlichen
deutsch-albanischen Beziehungen. Möglichkeiten für eine weitere
Vertiefung böten sich vor allem bei der wirtschaftlichen
Zusammenarbeit. Sie waren sich einig, die beiderseitigen
Bemühungen um einen Ausbau der deutsch-albanischen
Beziehungen wie des Verhältnisses zwischen Europäischer Union
und Albanien engagiert und konsequent fortzuführen.