erste internationale konferenz ueber gegenseitige katastrophenhilfe

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das bundesministerium des innern teilt mit:

auf einladung von bundesinnenminister dr. friedrich
zimmermann fand in muenchen eine internationale
konferenz ueber gegenseitige katastrophenhilfe statt. an der
konferenz nahmen die nachbarstaaten teil, mit denen die
bundesrepublik deutschland bilaterale
katastrophenhilfeabkommen geschlossen hat.
abkommen bestehen mit frankreich, belgien,
niederlanden, luxemburg, daenemark und der schweiz. die
vertragsverhandlungen mit oesterreich stehen vor dem
abschluss. wesentlicher inhalt dieser abkommen sind
die regelung fester verfahren fuer die entgegennahme
von hilfeersuchen im katastrophenfall,
die erleichterung des grenzueberschreitenden personen-
und materialtransports im einsatzfall,
der verzicht auf kostenerstattung fuer gewaehrte
hilfeleistung,
die regelung von haftungs- und
schadenersatzanspruechen.
zur intensivierung der zusammenarbeit auch ausserhalb von
katastrophen sind durchfuehrungsvereinbarungen geplant,
insbesondere ueber gemeinsame
katastrophenschutzuebungen, austausch von lehrpersonal und
lehrgangsteilnehmern sowie expertentagungen.

der bundesminister des innern, dr. friedrich
zimmermann, erklaerte hierzu:

fuer die gegenseitige katastrophenhilfe hat insbesondere
das deutsch-franzoesische abkommen modellcharakter. es
hat sich in der vergangenheit in katastrophenfaellen, aber
auch hinsichtlich der kooperation in normalzeiten bewaehrt.
dies zeigen die unterstuetzung durch franzoesische
loeschflugzeuge bei der waldbrandbekaempfung in der
bundesrepublik deutschland und der sehr effiziente einsatz von
deutschen feuerwehren und dem technischen hilfswerk
bei der bewaeltigung der oelschadenkatastrophe in der
bretagne.
seit dem jahr 1984 ist es eingespielte praxis, dass sich die
experten auf deutscher und franzoesischer seite treffen und
erfahrungen ueber krisenmanagementverfahren,
verbesserung der bekaempfungsmethoden und der ausruestung z. b.
im hinblick auf chemiegefahren austauschen. ebenso gibt
es inzwischen austauschprogramme der beiden zentralen
nationalen ausbildungseinrichtungen fuer den
katastrophenschutz.
ich bin ueberzeugt, dass von dieser tagung ganz wesentliche
impulse fuer die belebung der grenzueberschreitenden
zusammenarbeit im katastrophenschutz auch mit den
anderen nachbarstaaten der bundesrepublik deutschland
ausgehen werden.
ich hoffe, dass dies in nicht allzu ferner zukunft auch auf
das verhaeltnis zur ddr und cssr zutreffen moege. fuer
ganz wichtig halte ich die beteiligung von vertretern der
bundeslaender und der hilfsorganisationen,die ihre praktischen
erfahrungen aus dem taeglichen umgang
mit notfaellen und gelegentlichen katastrophen einbringen.
tagungen wie diese, sollten kuenftig in regelmaessigem turnus
abgehalten werden, denn die entwicklung der
risikolandschaft in unseren hochtechnisierten industriestaaten
macht eine internationale zusammenarbeit auch auf dem gebiet
des katastrophenschutzes unverzichtbar.