erklaerung des bundeskanzlers zum jean-monnet-jahr

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bundeskanzler dr. helmut kohl gab anlaesslich des
europaeischen rats in hannover am 27. juni 1988 zum
jean-monnet-jahr folgende erklaerung ab:

vor einem jahr haben wir auf der sitzung des europaeischen
rats das jahr 1988 zum europaeischen jean-monnet-jahr
ausgerufen. der vor 100 jahren geborene jean monnet,
den manche den vater europas nennen, schrieb schon
1944:
es wird keinen frieden in europa geben, wenn staaten
sich auf der grundlage nationaler souveraenitaet und der
daraus folgenden politik des prestiges und des
wirtschaftlichen schutzes neu gruppieren . . .
europa muss geeint werden, und nicht nur durch
zusammenarbeit, sondern durch freiwillige uebertragung von
souveraenitaet der europaeischen nationen an eine art
zentraler union, eine union, die macht hat, zolltarife
zu ermaessigen, einen groesseren europaeischen markt zu
schaffen und das wiederaufleben des nationalismus zu
verhindern.
jean monnet hat zielstrebig und unermuedlich daran
gearbeitet, diese ziele zu verwirklichen. damit hat er die
europaeische nachkriegsgeschichte entscheidend gepraegt. seine
erste grosse initiative fuehrte 1951 zur schaffung der
europaeischen gemeinschaft fuer kohle und stahl. dies war
zugleich ein wichtiger schritt auf dem weg der deutsch-
franzoesischen aussoehnung. 1957 kam es zur
unterzeichnung der roemischen vertraege und damit zur gruendung
der europaeischen gemeinschaften.
monnets vorstellungen von der einigung europas sind nach
wie vor von herausragender politischer bedeutung. dessen
sollten wir uns bewusst sein, wenn wir auf dem europaeischen
rat in hannover auch bilanz des erreichten ziehen und
orientierungspunkte fuer die kuenftige arbeit der
europaeischen gemeinschaft setzen.
"fahrt fort, fahrt fort, es gibt fuer die voelker europas keine
andere zukunft als in der union":
im jahr des 100. geburtstages von jean monnet ist es
fuer uns verpflichtung und herausforderung, sein werk
fuer ein besseres europa und fuer eine bessere welt zu
vollenden.