Die Kriminalität in der Bundesrepublik Deutschland (Teil drei von sechs) - Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 1997

  • Bundesregierung | Startseite
  • Bulletin

  • Bundeskanzler

  • Schwerpunkte 

  • Bundesregierung

  • Aktuelles

  • Mediathek 

  • Service   

Staatsangehörigkeiten


Nach Nationen aufgegliedert setzt sich die Gesamtzahl der 1997 in den alten
Ländern mit Gesamt-Berlin ermittelten 633480 nichtdeutschen Tatverdächtigen
prozentual wie folgt zusammen:





Anzahl v.H.-Anteil an den nichtdeutschen Tatverdächtigen



Angehörigkeit 1997 1997 1996*) 1995*) 1994*) 1993*) 1992*) 1991*) 1990 1989 1988


Türkei 126 435 20,0 21,9 21,3 19,4 15,8 17,9 20,8 21,4 23,9 24,7


Jugoslawien**) 77 756 12,3 14,1 13,9 15,7 16,1 16,3 12,9 12,1
12,5 12,7


Polen 60 115 9,5 8,3 8,8 8,0 6,9 8,1 8,8 14,0 13,3 9,4


Italien 27 069 4,3 4,7 4,5 4,2 3,6 4,3 5,3 5,5 6,2 7,3


Bosnien-Herzegowina 21 647 3,4 4,2 4,5 3,5 1,8 - - - - -


Rumänien 20 194 3,2 3,1 4,0 5,7 14,4 14,7 9,8 6,5 1,8 1,3


Russ. Föderation***) 12 560 2,0 1,7 1,7 2,1 2,2 - - - - -


Irak 11 403 1,8 0,7 0,5 0,2 0,2 0,2 0,2 0,1 0,1 -


Ukraine***) 11 380 1,8 0,0 23,1 1,1 18,2 - - - - -


Kroatien 10 653 1,7 1,9 2,0 1,8 1,1 - - - - -


Griechenland 10 526 1,7 1,9 1,9 1,8 1,6 1,9 2,2 2,2 2,5
2,8


Iran 9 895 1,6 1,7 1,5 1,4 1,2 1,4 2,0 2,3 2,7 3,6


Libanon 9 711 1,5 1,4 1,6 1,5 1,4 1,8 2,8 3,4 2,8 2,6


Vietnam 9 508 1,5 1,4 1,6 1,7 1,3 0,8 0,6 0,5 0,2 0,2


Marokko 8 903 1,4 1,6 1,6 1,6 1,4 1,6 1,6 1,4 1,3 1,3


Bulgarien 8 292 1,3 0,9 1,1 1,6 3,6 2,7 1,7 0,8 0,2 0,2


Algerien 7 701 1,2 1,3 1,5 2,1 2,6 1,1 0,6 0,5 0,4 0,3


Tschechische Rep.****) 7 077 1,1 1,0 1,1 1,2 1,6 2,0 2,7
2,6 1,7 1,5


Albanien 7 013 1,1 1,2 1,2 1,4 1,5 1,3 1,2 0,4 0,0 0,0


Indien 6 764 1,1 1,0 0,9 0,8 0,7 0,8 1,2 1,2 1,2 1,4


Armenien 6 355 1,0 0,5 0,3 0,4 0,3 - - - - -


Österreich 6 097 1,0 1,1 1,0 1,0 1,0 1,1 1,3 1,6 2,1
2,0


Sonstige*****) 156 426 24,7 22,8 21,3 20,6 17,5 18,8 20,0 18,6
21,5 21,9


Nichtdeutsche
Tat- 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0


verdächtige insgesamt 633 480 633 480 540 680 526 539 531 348 608 376 509
305 405 545 383 583 336 016 286 744





*****) Alte Länder mit Gesamt-Berlin. Bis einschließlich 1990 Bundesrepublik
Deutschland (Gebietsstand vor dem 3.10.1990); ab 1997 Bundesgebiet insgesamt


*****) Ab 1993 ohne: Bosnien-Herzegowina, Kroatien und Slowenien, ab 1994
ohne Mazedonien. Diese Nationalitäten werden seitdem gesondert erfaßt.


*****) Die Daten sind zu niedrig, da Tatverdächtige unter anderem aus der
russischen Föderation zum Teil noch unter der ehemaligen Staatsangehörigkeit
Sowjetunion erfaßt wurden.


*****) Bis 1992 Tschechoslowakei, ab 1993 ohne Slowakische Republik


*****) Einschließlich ungeklärte Nationalitäten sowie Staatenlose


5. Einzelne Kriminalitätsbereiche


5.1 Gewaltkriminalität (Schlüssel: 8920)


Der Anteil der Gewaltkriminalität1) an der registrierten Gesamtkriminalität
betrug 1997 2,8 (1996: 2,7) Prozent. Mehr als die Hälfte (57,0 Prozent; 1996:
56,5) der Gewaltkriminalität sind gefährliche und schwere Körperverletzungen.


1997 wurden 186447 Gewaltdelikte registriert, 3,9 Prozent mehr als 1996.


1) In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden nach einer
Bund-Länder-Vereinbarung folgende Delikte zum Oberbegriff Gewaltkriminalität
zusammengefaßt: Mord, Totschlag, Tötung auf Verlangen, Kindestötung,
Vergewaltigung, Raub, räuberische Erpressung, räuberischer Angriff auf
Kraftfahrer, Körperverletzung mit tödlichem Ausgang, gefährliche und schwere
Körperverletzung sowie Vergiftung, erpresserischer Menschenraub, Geiselnahme
und Angriff auf den Luftverkehr.


Die langfristige Entwicklung der registrierten Gewaltkriminalität zeigt
folgende Aufstellung:





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 60 701 99


1980 99 554 162


1990 109 997 175


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 126 245 194


1992 132 834 202


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 160 680 198


1994 156 272 -2,7 192


1995 170 170 -8,9 209


1996 179 455 -5,5 219


1997 186 447 -3,9 227


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner





Mord und Totschlag (Schlüssel: 0100 + 0210)


1997 wurden insgesamt 3288 Mord- und Totschlagsfälle registriert, davon war
jeder dritte Fall (35,2 Prozent) eine vollendete Tat.


Bei Mord und Totschlag wurden 1997 für die alten Länder mit Gesamt-Berlin
2725 Fälle gegenüber 2839 im Vorjahr erfaßt. Dies ist ein Rückgang um 4,0
Prozent. Nach Ausklammern der ZERV-Fälle**) (Grenzzwischenfälle für den
Zeitraum von 1951 bis 1989) allein für den Tatort Berlin gab es insgesamt
einen Rückgang von 2765 Fällen (1996) auf 2634, das heißt um 4,7 Prozent.


**) ZERV: Zentrale Polizeiliche Ermittlungsstelle für die Strafverfolgung
von Mitgliedern ehemaliger SED-geführter DDR-Regierungen und Verfolgung von
Straftaten im Zusammenhang mit dem Wiedervereinigungsgeschehen (ZERV)





Langfristig ergibt sich bei Mord und Totschlag folgendes Bild:





Bereich insgesamt darunter


Jahr erfaßte Häufig- vollendete Häufig-


Fälle keitszahl*) Fälle keitszahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 2 403 3,9
779 1,3


1980 2 705 4,4 833 1,4


1990 2 387 3,8 743 1,2


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 2 555 3,9 910 1,4


1992 2 910 1) 4,4 8981) 1,4


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 4 230 1) 5,2
1 4681) 1,8


1994 3 725 1) 4,6 1 3511) 1,7


1995 3 928 1) 4,8 1 3431) 1,6


1996 3 500 1) 4,3 1 2241) 1,5


1997 3 288 1) 4,0 1 1581) 1,4


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner


1) Einschließlich der von der ZERV bearbeiteten Fälle.


Die genaue Zahl für die neuen Länder ist nicht feststellbar.


Vergewaltigung (Schlüssel: 1110)


Die Zahl der polizeilich registrierten Vergewaltigungen (einschließlich
Versuche) betrug 1997 6636 Fälle, das sind 6,6 Prozent mehr als im Vorjahr.


Die langfristige Entwicklung zeigt die folgende Aufstellung:





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 6 889 11,2


1980 6 904 11,2


1990 5 112 8,2


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 5 454 8,4


1992 5 568 -2,1 8,5


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 6 376 7,9


1994 6 095 -4,4 7,5


1995 6 175 -1,3 7,6


1996 6 228 -0,9 7,6


1997 6 636 -6,6 8,1


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner



Gefährliche und schwere Körperverletzung (Schlüssel: 2220)


1997 wurden 106222 Fälle der gefährlichen und schweren Körperverletzung
erfaßt, das sind 4,8 Prozent mehr als im Vorjahr.


Die langfristige Entwicklung zeigt die folgende Aufstellung:





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 37 895 62


1980 65 479 106


1990 67 095 107


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 73 296 113


1992 77 160 117


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 87 784 108


1994 88 037 -0,3 108


1995 95 759 -8,8 117


1996 101 333 -5,8 124


1997 106 222 -4,8 130


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner


Raub, räuberische Erpressung und räuberischer Angriff auf Kraftfahrer
(Schlüssel: 2100)


Im Berichtsjahr 1997 wurden 69569 Fälle von Raubdelikten erfaßt. Dies ist
ein Anstieg zum Vorjahr um 2,9 Prozent.


Die langfristige Entwicklung zeigt die folgende Aufstellung:





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 13 230 22


1980 24 193 39


1990 35 111 56


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 44 638 69


1992 46 845 71


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 61 757 76


1994 57 752 -6,5 71


1995 63 470 -9,9 78


1996 67 578 -6,5 83


1997 69 569 -2,9 85


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner.





Die Fallentwicklung bei Raubüberfällen auf Geldinstitute und Poststellen
(Schlüssel: 2110) einschließlich der Fälle in Verbindung mit Geiselnahme
(Schlüssel: 2331) und erpresserischem Menschenraub (Schlüssel: 2341) zeigt
folgende Übersicht:





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1971**) 297 0,5


1980 436 0,7


1990 930 1,5


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 1 094 1,7


1992 1 099 1,7


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 1 669 2,1


1994 1 634 -2,1 2,0


1995 1 545 -5,4 1,9


1996 1 508 -2,4 1,8


1997 1 363 -9,6 1,7


**) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner


**) Beginn der gesonderten Erfassung





Einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr gab es auch zum Beispiel bei den
erfaßten Raubüberfällen auf Geld- und Werttransporte (-22,4 Prozent auf 311)
bei Raubüberfällen auf Spielhallen (-10,5 Prozent auf 622), und bei
Raubüberfällen auf Tankstellen (-6,6 Prozent auf 820).


1997 wurden 133 Fälle von erpresserischem Menschenraub (1996: 126 Fälle) und
93 Fälle von Geiselnahme (1996: 115 Fälle) registriert.


5.2 Sexueller Mißbrauch von Kindern (Schlüssel: 1310)


1997 wurden insgesamt 16888 Fälle von sexuellem Mißbrauch von Kindern
erfaßt. Dies ist ein Anstieg um 7,7 Prozent.


Nachfolgende Tabelle zeigt die langfristige Entwicklung:





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 16 468 26,8


1980 13 165 21,4


1990 12 741 20,3


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 13 196 20,3


1992 14 440 22,0


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 15 430 19,1


1994 15 096 -2,2 18,6


1995 16 013 -6,1 19,6


1996 15 674 -2,1 19,2


1997 16 888 -7,7 20,6


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner






5.3 Diebstahl (Schlüssel: ****)


1997 wurden 3537610 Diebstahlsfälle erfaßt. Davon waren 1572558 Fälle (44,5
Prozent) Diebstähle "ohne erschwerende Umstände" und 1965052 Fälle (55,5
Prozent) Diebstähle "unter erschwerenden Umständen". 1997 gab es im Vergleich
zum Vorjahr bei Diebstahl unter erschwerenden Umständen einen Rückgang (-7,0
Prozent), bei Diebstahl ohne erschwerende Umstände einen Anstieg (0,8 Prozent)
der erfaßten Fälle.


Die folgende Übersicht zeigt die langfristige Entwicklung der "einfachen"
und "schweren" Diebstahlsfälle:





Einfacher Diebstahl Schwerer Diebstahl


Bereich Jahr erfaßte Häufig- erfaßte Häufig-


Fälle keitszahl*) Fälle keitszahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 903 369 1 469
646 325 1 051


1975 864 849 1 399 1 044 569 1 689


1980 1 164 317 1 891 1 273 507 2 069


1985 1 089 387 1 785 1 539 546 2 523


1990 1 147 314 1 830 1 544 932 2 465


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 1 201 444 1 848 1 673 168 2 574


1992 1 290 940 1 963 1 905 295 2 897


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 1 605 495 1
983 2 545 592 3 144


1994 1 489 037 1 831 2 377 299 2 923


1995 1 530 796 1 877 2 317 512 2 842


1996 1 560 779 1 908 2 111 876 2 581


1997 1 572 558 1 917 1 965 052 2 396


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner





Über zwei Fünftel (42,6 Prozent) der einfachen Diebstahlsfälle entfallen auf
den Ladendiebstahl. Bei den Diebstahlsfällen unter erschwerenden Umständen
handelt es sich zu über der Hälfte (57,0 Prozent) um Diebstähle von oder
in/aus Fahrzeugen einschließlich Fahrrädern. Bei diesen meist schwer
aufklärbaren Fällen beruht die Einstufung als "schwerer" Diebstahl oft nur auf
den Angaben der Geschädigten (Versicherungsaspekt).


1997 waren bei den Fahrzeugdelikten im Vergleich zum Vorjahr folgende
Tendenzen festzustellen:


- Diebstahl insgesamt von Kraftwagen einschließlich unbefugte
Ingebrauchnahme (Schlüssel: ***1):


Abnahme um 19,2 Prozent (32843 Fälle) auf 138098 Fälle


- Diebstahl insgesamt aus Kraftfahrzeugen (Schlüssel: *50*):


Abnahme um 8,0 Prozent (51981 Fälle) auf 595293 Fälle.


- Diebstahl insgesamt an Kraftfahrzeugen (Schlüssel: *550):


Abnahme um 5,4 Prozent (10280 Fälle) auf 178839 Fälle


- Diebstahl insgesamt von Mopeds/Krafträdern einschließlich unbefugte
Ingebrauchnahme (Schlüssel: ***2):


Abnahme um 4,3 Prozent (2359 Fälle) auf 52487 Fälle


- Diebstahl insgesamt von Fahrrädern einschließlich unbefugte
Ingebrauchnahme (Schlüssel: ***3):


Abnahme um 0,2 Prozent (672 Fälle) auf 445574 Fälle.


Der Rückgang des erfaßten Diebstahls von Kraftwagen und aus Kraftfahrzeugen
dürfte mit Präventionsmaßnahmen (Einführung von elektronischen
Wegfahrsperren, Kodierung von Autoradios) und wegen geänderter
Versicherungsverträge (Kaskoverzicht beziehungsweise höhere Selbstbeteiligung)
gesunkener Anzeigebereitschaft zusammenhängen.





Wohnungseinbruch (Schlüssel 435*):


1997 wurden 182009 Diebstähle unter erschwerenden Umständen in/aus
Wohnräumen erfaßt. Über ein Drittel (36,4 Prozent) entfiel auf den
Tageswohnungseinbruch (Tatzeit zwischen 6.00 und 21.00 Uhr) (66315 Fälle). Die
Zahl der "schweren" Diebstahlsfälle in/aus Wohnräumen -insgesamt- nahm
gegenüber dem Vorjahr 7,0 Prozent, die der Tageswohnungseinbrüche um 5,1
Prozent ab.


Die langfristige Entwicklung beim "schweren" Diebstahl in/aus Wohnräumen
zeigt die folgende Aufstellung:





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 55 908 91


1980 99 133 161


1990 151 974 242


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 151 752 233


1992 173 600 264


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 227 090 280


1994 210 982 -7,1 259


1995 211 221 -0,1 259


1996 195 801 -7,3 239


1997 182 009 -7,0 222


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner





Ladendiebstahl (Schlüssel: *26*):


677542 Fälle von Ladendiebstahl - insgesamt - wurden 1997 erfaßt. Dies sind
3,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Als Ladendiebstahl werden alle
Diebstahlsfälle von ausgelegter Ware durch Kunden während der Geschäftszeit
erfaßt.





Taschendiebstahl (Schlüssel: *90*):


1997 wurden in der Bundesrepublik Deutschland 103997 Taschendiebstähle
registriert. Damit nahm die Zahl der registrierten Taschendiebstahlsfälle um
7,4 Prozent ab. Als Taschendiebstahl werden nur Diebstahlsfälle aus am Körper
getragenen Taschen erfaßt.


5.4 Betrug (Schlüssel: 5100)


1997 wurden 670845 Betrugsfälle erfaßt. Die Zahl der registrierten
Betrugsfälle hat im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent zugenommen.





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 170 702 278


1980 247 133 401


1990 363 888 581


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 371 542 572


1992 407 492 620


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 528 410 653


1994 587 423 11,2 722


1995 623 182 6,1 764


1996 648 650 4,1 793


1997 670 845 3,4 818


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner





Die Zahl der registrierten Konkursstraftaten (StGB) nahm gegenüber dem
Vorjahr um 25,1 Prozent zu (1997: 3893, 1996: 3111).


Veruntreuungen nach §§ 266, 266a, 266b StGB wurden um 10,7 Prozent häufiger
als 1996 registriert (1997: 30857, 1996: 27878 Fälle).


Bei Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf dem Wirtschaftssektor
gab es einen Rückgang der erfaßten Fälle um 25,2 Prozent (1997: 35137, 1996:
46964). Die besonders starke Abnahme beruht auf einzelnen komplexen
Ermittlungsvorgängen mit insgesamt über 16000 Fällen, die im Vorjahr erfaßt
wurden.





5.5 Wirtschaftskriminalität


Die Wirtschaftskriminalität wird unabhängig von der Deliktsaufschlüsselung
in der PKS erhoben. 1997 wurden hierbei 106053 Fälle erfaßt (15,5 Prozent mehr
als 1996), davon entfielen 72128 Fälle (ein Anteil von 68,0 Prozent) auf
Betrug. 36106 Fälle der Wirtschaftskriminalität betrafen den Anlage- und
Finanzierungsbereich, 33771 Beteiligungen und Kapitalanlagen, 9864
Wettbewerbsdelikte, 8472 Insolvenzen und 7004 Arbeitsverhältnisse.


Die Bewertung ist wegen fortbestehender Erfassungsprobleme schwierig. Zudem
fehlen teilweise in der PKS Wirtschaftsstraftaten, die von
Schwerpunktstaatsanwaltschaften unmittelbar ohne Beteiligung der Polizei oder
von Steuerbehörden verfolgt werden.





5.6 Computerkriminalität


1997 wurden 39331 Fälle von Computerkriminalität erfaßt und damit 22,4
Prozent mehr als im Vorjahr. Fast vier Fünftel der Fälle, nämlich 30727,
entfielen auf Betrug mittels rechtswidrig erlangter Karten für Geldausgabe-
beziehungsweise Kassenautomaten. Auf den Computerbetrug (§ 263a StGB)
entfielen 6506 Fälle, 380 Fälle auf Fälschung beweiserheblicher Daten oder
Täuschung im Rechtsverkehr bei Datenverarbeitung, 187 Fälle auf
Datenveränderung oder Computersabotage, 213 Fälle auf Ausspähen von Daten und
1318 Fälle auf Computer-Software-Piraterie.


Hinweis:


Computerbetrug: +81,3 Prozent (2918 Fälle)


Computer- und Software-Piraterie: +247,8 Prozent (939 Fälle)


Betrug mittels rechtswidrig erlangter Karten für Geldausgabe- beziehungsweise
Kassen-Automaten: +14,6 Prozent (3925 Fälle)


Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1987**) 3 355 5,4


1990 5 004 8,0


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 7 928 12,2


1992 11 265 17,1


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 13 898 17,2


1994 20 998 51,1 25,8


1995 27 902 32,9 34,2


1996 32 128 15,1 39,3


1997 39 331 22,4 48,0


**) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner


**) Beginn der gesonderten Erfassung



5.7 Umweltkriminalität


Die Zahl der registrierten Straftaten gegen die Umwelt nach StGB hat
gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent (auf 39864 Fälle) zugenommen.


Der Schwerpunkt lag auf der umweltgefährdenden Abfallbeseitigung mit 29501
Fällen (74,0 Prozent der Straftaten gegen die Umwelt nach StGB), die gegenüber
dem Vorjahr um 2,3 Prozent zugenommen haben, Gewässerverunreinigungen haben
dagegen um 7,9 Prozent (auf 6337 Fälle) abgenommen.


Die langfristige Entwicklung bei der Umweltkriminalität zeigt folgende
Aufstellung:





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1980 5 151 8,4


1990 21 412 34,2


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 23 202 35,7


1992 23 387 35,6


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 29 732 36,7


1994 32 082 7,9 39,4


1995 35 643 11,1 43,7


1996 39 641 11,2 48,5


1997 39 864 0,6 48,6


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner





Eine Zunahme gab es bei den in den obigen Zahlen nicht enthaltenen
Straftaten gegen strafrechtliche Nebengesetze auf dem Umweltsektor (Schlüssel:
7400) um 2,0 Prozent auf 6408 Fälle.





5.8 Straftaten im Amt (Schlüssel: 6500)


Seit 1994 werden die folgenden Korruptionsdelikte gesondert ausgewiesen:


Vorteilsannahme (§ 331 StGB):


Zunahme um 72,0 Prozent (1997: 1068 Fälle, 1996: 621),


die auf ein Großverfahren mit vielen Einzelfällen zurückzuführen ist.


Bestechlichkeit (§ 332 StGB):


Abnahme um 3,3 Prozent (1997: 1239 Fälle, 1996: 1281),


Vorteilsgewährung (§ 333 StGB):


Abnahme um 14,3 Prozent (1997: 406 Fälle, 1996: 474),


Bestechung (§ 334 StGB):


Abnahme um 22,1 Prozent (1997: 1493 Fälle, 1996: 1917),


weil 1996 Tatkomplexe mit einer Vielzahl von Einzelfällen die Zahlen stark
beeinflußt hatten.


Ferner wurden 5732 sonstige Straftaten im Amt erfaßt: eine Zunahme um 17,8
Prozent (1996: 4864 Fälle).





5.9 Rauschgiftdelikte (Schlüssel: 7300)


1997 wurden in der Bundesrepublik Deutschland 205099 Fälle von
Rauschgiftdelikten registriert. Dies ist eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um
9,7 Prozent.


Mit 11541 erfaßten Fällen spielen Rauschgiftdelikte in den neuen Ländern
immer noch keine größere Rolle. Von einem 1996 noch niedrigen Stand aus (7268
Fälle) stieg die Fallzahl aber um 58,8 Prozent. In den alten Ländern
einschließlich Gesamt-Berlin wurde bei den Rauschgiftdelikten im Berichtsjahr
ein Anstieg um 7,7 Prozent auf 193558 Fälle registriert. Ein starker Anstieg
des Konsums von Cannabis und eine wachsende Probierbereitschaft gegenüber
härteren Drogen, insbesondere Amphetamin und Ecstasy, werden aber auch durch
Repräsentativerhebungen (unter anderem des Instituts für Therapieforschung
sowie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) bestätigt.


Die nachfolgende Übersicht zeigt die Entwicklung der erfaßten
Rauschgiftdelikte, die stark von den Kontrollmaßnahmen durch Polizei und Zoll
beeinflußt ist (Ausschöpfen des Dunkelfeldes).





Bereich Jahr erfaßte Fälle Steigerungsrate Häufigkeits-


in v.H. zahl*)


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 16 104 26


1980 62 395 101


1990 103 629 165


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 117 046 180


1992 123 175 187


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 122 240 151


1994 132 389 -8,3 163


1995 158 477 -19,7 194


1996 187 022 18,0 229


1997 205 099 9,7 250


*) Häufigkeitszahl: Fälle pro 100000 Einwohner





In der Gesamtzahl der 1997 registrierten 205099 Fälle von Rauschgiftdelikten
sind enthalten:


131208 Fälle von allgemeinen Verstößen nach § 29 BtMG;


Zunahme um 11,4 Prozent


63962 Fälle von illegalem Handel mit und Schmuggel von Rauschgiften nach §
29 BtMG;


Zunahme um 5,7 Prozent


5131 Fälle von illegaler Einfuhr von BtM in nicht geringer Menge;


Zunahme um 1,1 Prozent


4798 Fälle von sonstigen Verstößen gegen das BtMG;


Zunahme um 31,8 Prozent


1997 wurde in 112 Fällen (1996: 151 Fällen) durch Abgabe pp. von
Betäubungsmitteln leichtfertig der Tod eines anderen verursacht. In 820 Fällen
(1996: 605 Fällen) wurde die Abgabe, Verabreichung oder Überlassung von
Betäubungsmitteln an Minderjährige registriert. Ferner wurden 53 Fälle (1996:
68 Fälle) der illegalen Verschreibung und Verabreichung von Betäubungsmitteln
durch Ärzte bekannt.


Bei der direkten Beschaffungskriminalität wie zum Beispiel Rezeptfälschung
oder Apothekeneinbruch wurde 1997 eine Abnahme um 13,1 Prozent auf 3909 Fälle
festgestellt. Über die Hälfte der Fälle (2178 Fälle) waren Rezeptfälschungen
zur Erlangung von Betäubungsmitteln.


Drogenarten


Angestiegen sind die registrierten Heroinfälle (Handel, Schmuggel, illegale
Einfuhr und allgemeine Verstöße gegen das BtMG zusammengenommen) um 1,6
Prozent auf 54429, die Kokainfälle um 17,2 Prozent auf 22784, die
Amphetaminfälle einschließlich Derivate um 14,3 Prozent auf 21193 und die
Cannabisfälle um 12,6 Prozent auf 91352.






Sicherstellungsmengen


Die Entwicklung der Sicherstellungsmengen in der Bundesrepublik Deutschland
zeigt die nachstehende Aufstellung:





Sicherstellungsmengen in kg


Derivate


Bereich Jahr Heroin Kokain Amphetamin Cannabis (Ecstasy) Stück


Bundesrepublik Deutschland


(Gebietsstand vor 3.10.90) 1970 - - - 4 332


1980 267 22 4 3 200


1990 847 2 474 85 13 641


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 1 595 964 88 12 344


Bundesrepublik Deutschland


(Gebietsstand seit 3.10.90) 1992 1 438 1 332 105 25 694


1993 1 095 1 051 109 13 210


1994 1 590 767 120 25 694 239 051


1995 933 1 846 138 14 248 380 858


1996 898 1 373 160 9 357 692 397


1997 722 1 721 234 11 495 694 281


(Quelle: Falldatei-Rauschgift)





Ecstasy wird erst seit 1.4.1994 gesondert erfaßt.





Drogentote


1997 starben 1501 Menschen an den Folgen des Drogenmißbrauchs. Gegenüber dem
Vorjahr bedeutet dies eine Abnahme um 12,3 Prozent.





Bereich Jahr Drogentote


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand vor 3.10.90) 1973 *) 106


1975 195


1980 494


1985 324


1990 1 491


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 2 125


Bundesrepublik Deutschland (Gebietsstand seit 3.10.90) 1992 2 099


1993 1 738


1994 1 624


1995 1 565 **)


1996 1 712


1997 1 501


**) Beginn der gesonderten Erfassung


**) In Berlin wurden für 1995 nachträglich weitere Rauschgifttote
festgestellt, die nicht in die oben aufgeführten Zahlen eingeflossen sind.


Die insgesamt festgestellte bundesweite Tendenz wird dadurch jedoch nicht
wesentlich beeinträchtigt.


(Quelle: Falldatei-Rauschgift)


Seit Beginn der Erhebung (1973) wurden der Polizei bereits 20929 Drogentote
bekannt. Meldepflichtig sind alle Todesfälle, die in einem kausalen
Zusammenhang mit dem mißbräuchlichen Konsum von Betäubungsmitteln oder als
Ausweichmittel verwendeten Ersatzmitteln stehen. Darunter fallen insbesondere
Todesfälle in beabsichtigter oder unbeabsichtigter Überdosierung, Todesfolge
wegen langzeitigen Mißbrauchs, Selbsttötung aus Verzweiflung über die
Lebensumstände oder unter Einwirkung von Entzugserscheinungen sowie tödliche
Unfälle unter Drogeneinfluß stehender Personen. Nicht nur bei der letzten
Fallkategorie muß von einem großen Dunkelfeld ausgegangen werden.


Die Zahl der Drogentoten ist allerdings kein Maßstab für die Entwicklung des
Rauschgiftmißbrauchs. Die Gründe für die hohe Zahl der Drogenopfer sind
vielschichtig.






Zahl der polizeilich erstauffälligen Konsumenten harter Drogen


Einen weiteren Hinweis auf die Entwicklung der Rauschgiftkriminalität gibt
die Zahl der polizeilich erstmals auffälligen Konsumenten harter Drogen:





Anzahl der Erstkonsumenten von


Bereich Jahr Gesamt Heroin Kokain Amphetamin1) Amphet.- LSD1) Sonstigen


Derivaten


(Ecstasy)1)


Bundesrepublik Deutschland 1977 2) 8 878 6 669 - - - - 2 209


(Gebietsstand vor 3.10.90) 1980 6 856 6 091 364 - - - 401


1985 3 246 2 254 567 - - - 231


1988 7 456 4 827 1 781 1 318 - - 214


1989 9 837 6 473 2 438 1 442 - - 371


1990 10 784 7 252 2 308 1 586 - 200 258


alte Länder mit Gesamt-Berlin 1991 13 083 9 371 2 467 1 588 - 254 196


Bundesrepublik Deutschland 1992 14 346 10 452 2 600 1 635 - 151 184


(Gebietsstand seit 3.10.90) 1993 13 009 8 377 3 234 1 880 - 168 334


1994 14 512 8 501 4 307 2 333 - 321 490


1995 15 230 6 970 4 251 3 119 2 371 772 126


1996 17 197 7 421 3 930 4 026 3 609 1 191 136 1997 20 594 8 771 5
144 5 535 3 799 1 356 151


1) Amphetamin-Erstkonsumenten wurden bis 1981, LSD-Erstkonsumenten bis 1989
und "Ecstasy"-Erstkonsumenten bis 1994 unter den "Sonstigen" erfaßt.


2) Beginn der Erfassung


(Quelle: Falldatei-Rauschgift)


Der Polizei im Berichtsjahr erstmals als Konsumenten "harter Drogen"
auffällige Personen können durchaus bereits seit mehreren Jahren unerkannt
konsumiert haben.


1997 ist bei den erstmals auffälligen Konsumenten harter Drogen insgesamt
ein neuer Höchststand erreicht worden. Bei Heroin-Erstkonsumenten gab es zwar
gegenüber 1996 einen Anstieg; die Anzahl von 1994 und der Jahre zuvor wurde
aber nicht erreicht. Die Zunahme der Anzahl der "erstauffälligen Konsumenten
harter Drogen" wird 1997 zum einen durch verbessertes Erfassungsverhalten und
zum anderen durch eine veränderte Erfassungsgrundlage beeinflußt. Der
Vergleich zum Vorjahr ist dadurch beeinträchtigt.


Ferner sind die Erstkonsumenten-Zahlen ab 1988 sind nicht voll mit den
Vorjahren vergleichbar, weil seit 1988 die Erstkonsumenten beim Vorhandensein
mehrerer harter Drogen nicht mehr nur bei der am höchsten eingestuften Droge
(Heroin vor Kokain vor Amphetamin vor Sonstigen), sondern bei jeder einzelnen
harten Droge gesondert registriert werden. Daher kann aufgrund der
Mehrfachzählung die Summe der Erstkonsumenten der einzelnen Rauschgifte größer
als die Gesamtzahl sein. Außerdem sind seit 1991 Ostberlin und seit 1993 die
neuen Länder mit allerdings geringen Anteilen einbezogen.