Rede des Bundesministers für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer,

  • Bundesregierung | Startseite
  • Bulletin

  • Bundeskanzler

  • Schwerpunkte 

  • Bundesregierung

  • Aktuelles

  • Mediathek 

  • Service   

Sehr geehrter Herr Präsident! 
Geschätzte Kolleginnen und Kollegen! 
Meine sehr verehrten Damen und Herren! 

Landwirtschaft sichert unsere Zukunft, aber Landwirtschaft braucht auch Zukunft. Und die wollen wir, die müssen wir positiv gestalten!

Unser Land braucht, wir alle brauchen unsere Landwirtschaft – ganz einfach. Wir brauchen sie, um zu überleben. Wir brauchen nämlich etwas zu essen und etwas zu trinken. Ohne unsere Bäuerinnen und Bauern würde es nicht gehen. Deshalb ist für mich Erntedank nicht nur im Herbst, sondern an jedem Tag. Die Ernährungssicherung bleibt die vornehmste Aufgabe der Landwirtschaft. Das sollte allen in diesem Land bewusst sein. Gerade angesichts der geopolitischen Lage rücken die Ernährungs- und Notfallvorsorge auf der politischen Agenda zu Recht nach oben.

Unsere Höfe tragen entscheidend zu einer geschützten Natur und intakten Umwelt bei und leisten aktiven Klimaschutz. Klimaschutz ohne Landwirtschaft ist undenkbar.

Wer prägt unsere Dörfer und Gemeinden? Wer ist Stabilitätsanker und Wirtschaftsfaktor zugleich? Unsere Unternehmen mit all ihren Wirtschaftspartnern in den jeweiligen Regionen. Sie zeigen: Weltmarkt und Wochenmarkt, beides geht ganz gut zusammen. Deshalb freue ich mich sehr, das agrarpolitische Jahr in wenigen Stunden mit der Grünen Woche zu eröffnen. Wir feiern 100 Jahre Grüne Woche. Der Funkturm leuchtet wieder und sendet ein klares Zeichen: Die Landwirtschaft ist zu Gast in der Hauptstadt. Jetzt stehen unsere Themen im Mittelpunkt. Wichtig ist mir: Ich will mit der Landwirtschaft reden, nicht nur über die Landwirtschaft.

Ich habe dieses weltweit einzigartige landwirtschaftliche Highlight, die Grüne Woche, schon mehrfach persönlich erlebt. Es ist mir eine ganz besondere Ehre, am Freitagmorgen erstmals als Bundesminister den offiziellen Startschuss für den Beginn der Grünen Woche zu geben. Was wir heute in der Theorie besprechen, nämlich die Landwirtschaft mit Zukunft, ist auf der Grünen Woche bereits an vielen Stellen gelebte Praxis.

Beeindruckende Landmaschinen, moderne Tierhaltung, autonome Roboter und vieles mehr geben einen guten Einblick in den heutigen Alltag einer vielfältigen Landwirtschaft. Bei allem, was dort gezeigt wird, steht der Blick nach vorn im Mittelpunkt. Es geht um die Zukunft unserer Höfe, der folgenden Generationen.

Ich freue mich schon auf die vielen Begegnungen mit Landwirtinnen und Landwirten aus der ganzen Republik. In unserer Ministeriumshalle bringen wir die Vielfalt der Landwirtschaft genauso wie die Vielfalt der Regionen zum Ausdruck. Dabei habe ich persönlich einen klaren Kompass: Ich stehe für Vertrauen, will weiterhin anpacken, um die Probleme zu lösen und um spürbare Verbesserungen auf den Weg zu bringen.

Dieses Versprechen habe ich schon im ersten Jahr auf vielfältige Weise in die Tat umgesetzt und habe geliefert: Agrardiesel, Bürokratieabbau in der Landwirtschaft und im Weinbau, notwendige Anpassungen bei der Weiterentwicklung der Tierhaltung, Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht und natürlich unsere Agrarexportstrategie, bei der seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder über „Made in Germany“ und unsere hervorragenden Produkte gesprochen wird. Gerade beim Export unserer ausgezeichneten Produkte made in Germany sehe ich große Potenziale für die Stärkung unserer Branche, von der Milch über das Fleisch bis zum Wein und zu verarbeiteten Produkten. 

Auch haben wir die schwierige Lage des deutschen Weinbaus erkannt und werden ihn unterstützen. Der Bund finanziert mit bis zu einer Million Euro eine Informationsoffensive der Branche. Wir wollen den deutschen Wein als Botschafter für Qualität, Vielfalt und Innovation weltweit stärken. Selbstverständlich habe ich auch die Kritik gehört, der Minister unterstütze die Alkohollobby. Es geht nicht darum, dass die Menschen einfach nur mehr Wein trinken, sondern darum, dafür zu sorgen, dass sie mehr deutschen Wein trinken. Das ist der Punkt. Wenn in Deutschland zu 42 Prozent deutscher Wein getrunken wird und in Österreich zu 90 Prozent österreichischer Wein, dann muss es erlaubt sein, darüber nachzudenken.

Zu Beginn des Jahres will ich aber auch die Projekte ansprechen, die noch vor uns liegen. Für mich ist längst überfällig, die Landwirtschaft als kritische Infrastruktur zu etablieren und unsere Krisenvorsorge zu modernisieren. Wir müssen die Weichen für eine zukunftsfähige Gemeinsame Agrarpolitik auf europäischer Ebene richtig stellen. Unsere Landwirtschaft muss auch in der künftigen Förderperiode für ihre Leistungen für die Gesellschaft angemessen honoriert werden.

Mit der Überführung der Heimatpolitik in mein Ministerium ist ein klares Signal gesetzt worden. Die Struktur ist angepasst. Jetzt folgt die inhaltliche Ausgestaltung. Wir wollen Heimat wachsen lassen durch Investitionen, Freiräume und auch, indem wir an den richtigen Stellschrauben drehen. Und wer glaubt, das Geld sei zu wenig, dem kann ich nur eins sagen: Die Heimat war schon immer im Landwirtschaftsministerium zu Hause, nämlich mit der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“, die mit 907 Millionen Euro ausgestattet ist.

Die Grüne Woche ist der ideale Anlass für ein Bekenntnis zur deutschen Land- und Ernährungswirtschaft. Ich freue mich, Sie in großer Zahl auf der Grünen Woche begrüßen zu können.

Danke schön.